Hier präsentieren wir eine Auswahl aus den über 4000 Pflanzen des Buches «Plantae».

Über die Suchfunktion oben rechts (versteckt hinter den drei Querstrichen) oder die Hashtags am Ende jedes Pflanzenporträts können gezielt Arten mit bestimmten Eigenschaften gefunden werden.

Abies Nordmanniana

Kaukasus-Tanne | Nordmanns-Tanne

Abies nordmanniana

Eine Baumart, die auch allen Nichtgärtnerinnen und -gärtnern bekannt ist: der klassische edle Weihnachtsbaum, der vom Fest bis zum Jahresende in Millionen europäischen Wohnzimmern steht.

VERBREITUNG

Im westlichen Kaukasus und im Pontischen Gebirge auf humosen Lehmböden verstreut anzutreffen, oft in Höhenlagen zwischen 900 und 2100 m ü. M.; gelegentlich auch in Mischbeständen mit der Orientfichte (Picea orientalis), der Orientbuche (Fagus orientalis) und der Waldföhre (Pinus sylvestris) vergesellschaftet.

WUCHS

Imposanter, geradestämmiger und immergrün belaubter Nadelbaum von 40 bis 50 m (60 m) Höhe und einer dicht beasteten, konisch bis breitpyramidal geformten Krone. Die Seitenäste stehen in Quirlen und auch im Alter hängen die Äste im Freistand bis zum Boden. Die Nordmanns-Tanne kann bis über 500 Jahre alt werden.

MERKMALE & EIGENSCHAFTEN

Die bürstenartig angeordneten und dicht stehenden, 1–3,3 cm langen Nadeln sind nahezu kreisförmig um den Trieb angeordnet. Nur an stark beschatteten Trieben stehen die starren und nicht stechenden Nadeln zweizeilig; ähnlich zur Weisstanne (Abies alba). Die Nadeln sind oberseits glänzend dunkelgrün und auf der Unterseite mit zwei weissen Stomabändern versehen; sie verbleiben bis 7 Jahre am Baum!

Die jungen Zweige sind dünn und glänzend olivgrün bis graubraun gefärbt, während die Borke grau bis dunkelgrau ist und an der Stammbasis auch rissig wird. Die rötlich braunen bis rötlich gelben männlichen Blüten stehen in den Achseln der vorjährigen Nadeln und werden bevorzugt im unteren Kronenteil entwickelt. Die weiblichen, aufrechten und zapfenförmigen Blüten erscheinen meist im oberen Kronendrittel.

Nach der Blüte vergehen bis zur Zapfenreife (Früchte) etwa sechs bis sieben Monate. Die aufrecht stehenden, zylindrischen Zapfen werden 12–15 cm (19 cm) lang und bleiben, nachdem die Samen und Zapfenschuppen zu Boden gefallen sind, noch mehrere Jahre als Zapfenspindel an den Trieben. Um Samen zu gewinnen, werden die Zapfen am Natur­stand­ort (in ausserordentlich gut für den Weihnachtsbaumanbau geeigneten Beständen, z. B. in Ambrolauri, Georgien) vor ihrer Reife von sogenannten Zapfenpflückern in gefährlicher Handarbeit geerntet. Die keilförmigen braunen Samen riechen aromatisch nach Harz und werden bis 10 mm lang und 8 mm breit. Als Sämling bildet die Nordmanns-Tanne eine Pfahlwurzel aus, die später durch kräftige und weit reichende Seitenwurzeln ergänzt wird. Die Hauptwurzelentwicklung geht jedoch, etwas bodenabhängig, in der Regel tief. Das nahezu durchgehend weisse bis gelblich gefärbte, weiche und biegefeste Holz zeigt kaum einen Farbunterschied zwischen Kern- und Splintholz.

Ein sonniger bis halbschattiger Standort auf einem drainierten, aber frischen, tiefgründigen, nahrhaften und humosen Boden behagt dieser Tanne am besten. Eine hohe Luftfeuchtigkeit wird geschätzt, und an die Bodenreaktion werden nur bescheidene Ansprüche gestellt. Es werden saure wie leicht alkalische Bodentypen toleriert; am Naturstandort variiert der pH-Wert meistens zwischen 4,5 und 7.

Essenz

Eine Baumart, die auch allen Nichtgärtnerinnen und -gärtnern bekannt ist: der klassische edle Weihnachtsbaum, der vom Fest bis zum Jahresende in Millionen europäischen Wohnzimmern steht. Zu diesem Zweck wird er auch in unseren Breiten häufig in Plantagen angepflanzt. Als Parkbaum eignet sich die Nordmanns-Tanne wegen ihrer Grösse nur für grosszügig dimensionierte Anlagen. Insgesamt ein robuster Nadelbaum, der auch noch auf eher mageren Standorten gedeihen kann.

FOTOS


Eine von 4000 Pflanzen aus dem Nachschlagewerk PLANTAE.

Ein Handbuch der Gartenpflanzen, wie es noch keines gegeben hat – für Gärtnerinnen, Landschaftsarchitekten, Profis und Enthusiasten und für Bibliophile. Verfasst von Urs Lüscher.


 ZURÜCK ZU: