Hier präsentieren wir eine Auswahl aus den über 4000 Pflanzen des Buches «Plantae».

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Acer campestre

Feldahorn | Massholder | Spindel­baum

Acer campestre

Eine äusserst genügsame, robuste und vielseitig zu verwendende einheimische Gehölzart, die zu Recht zum Baum des Jahres 2015 gewählt wurde. Ob als Allee­baum, mehrstämmiger Solitär, Heckenpflanze oder als Formgehölz: Der Feldahorn erzielt überall seine Wirkung.

VERBREITUNG

In Mischwäldern, Auenwäldern, am Waldrand und als Feldgehölz in Europa, Nordafrika, Kleinasien und im Kaukasus; bevorzugt auf frischen kalkhaltigen Böden. Häufig in Höhenlagen von 0 bis 950 m ü. M., kann aber in den Südalpen gelegentlich bis auf 1400 m ü. M. aufsteigen.

WUCHS

Mittelhoher Baum von sparriger Gestalt, oft mehrstämmig und dicht verzweigt. In der Regel werden 10–15 m in der Höhe und bis 10 m in der Breite erreicht; seltener sind auch bis 20 m hohe Exemplare anzutreffen. Die Krone entwickelt sich im freien Stand rundlich bis eiförmig und bleibt auch im Alter dicht verzweigt. Der Feldahorn kann bis 250 Jahre alt werden.

MERKMALE & EIGENSCHAFTEN

Die gegenständig angeordneten, etwas variablen aber meist drei- bis fünflappigen Blätter sind eher klein (kaum über 10 cm lang) und langgestielt. Die Blatt­oberseite ist dunkelgrün und die Unterseite heller sowie anfänglich fein behaart und später kahl. Im Frühjahr treibt der Feldahorn zeitig aus. Das junge, hellgrüne Laub wirkt am Anfang etwas schrumpelig, und der Stiel enthält Milchsaft. Im Herbst färbt sich das Laub leuchtend goldgelb. Die hellbraunen, kugeligen bis eiförmigen Blattknospen weisen vier bis sechs gut erkennbare Schuppen auf. Im Mai (nach dem Laubaustrieb) erscheinen die hellgelbgrünen Blütenrispen.

Die geflügelten Früchte (stets zwei beieinander) sind zuerst grün und bei Reife im September/Oktober hellbraun. Die Flügel stehen in einem flachen Winkel, ja nahezu waagrecht ab. Die Zweige sind braun und meist mit flügelartigen Korkleisten versehen. Im Alter wird die Borke längs- oder netzrissig. Das Wurzelwerk ist herzartig aufgebaut sowie dicht und fein verzweigt.

Ein sonniger bis halbschattiger Standort auf einem frischen, aber gut drainierten, nahrhaften kalkhaltigen Lehmboden ist optimal. Staunässe wird nicht toleriert, hingegen stellen sowohl Frost, Hitze und temporäre Trockenheit als auch schattige Lagen keine ernsthafte Gefahr dar. Ausserdem ist der Feldahorn gut schnittverträglich und weist eine hohe Widerstandsfähigkeit gegenüber mechanischen Verletzungen (z. B. Anfahrschäden) auf.

Essenz

Eine äusserst genügsame, robuste und vielseitig zu verwendende einheimische Gehölzart, die zu Recht zum Baum des Jahres 2015 gewählt wurde. Ob als Allee­baum, mehrstämmiger Solitär, Heckenpflanze oder als Formgehölz: Der Feldahorn erzielt überall seine Wirkung. Mit der hohen Regenerationsfähigkeit und der weiten Standortamplitude wohl einer der wichtigsten und am meisten verbreiteten, nicht zuletzt auch einer der schönsten kleinkronigen Bäume Mitteleuropas. Das gelblich weisse und harte, aber gut bearbeitbare Holz ist bei Drechslern und Tischlern sehr beliebt.

Der heute etwas weniger gebräuchliche Trivialname Massholder bezieht sich auf das altgermanische Wort mat für Speise und weist auf die frühere Bedeutung der Blätter als Nahrung für Mensch und Vieh hin. Da sich diese – an sich schon recht variable – Art gut durch Samen (generativ) vermehren lässt, sind mit der Zeit zahlreiche Selektionen bzw. Sorten entstanden. Einige, die ich als Bereicherung des Sortiments ansehe, werden im Folgenden näher vorgestellt.

FOTOS


Eine von 4000 Pflanzen aus dem Nachschlagewerk PLANTAE.

Ein Handbuch der Gartenpflanzen, wie es noch keines gegeben hat – für Gärtnerinnen, Landschaftsarchitekten, Profis und Enthusiasten und für Bibliophile. Verfasst von Urs Lüscher.


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