Hier präsentieren wir eine Auswahl aus den über 4000 Pflanzen des Buches «Plantae».
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Acer pseudoplatanus
Bergahorn | Traubenahorn

Ein ausserordentlich frostharter und windresistenter einheimischer Laubbaum, der eindrückliche Dimensionen annehmen kann.
In den europäischen Alpen, im Ostseeküstenraum, in den Pyrenäen, im Kaukasus und in Westasien heimisch; bevorzugt Bergmischwälder, kommt aber häufig auch als einzelner, mächtiger Solitär auf Alpweiden vor. Der Bergahorn tastet sich bis nahe an die Baumgrenze heran und ist zwischen 1000 und 1600 m ü. M. im Alpenraum häufig anzutreffen.
Imposanter, sommergrün belaubter Baum mit einem bis weit in die Krone reichenden Stamm. In der Höhe können 30–40 m erreicht werden, und die knorrige, weit ausgebreitete Krone kann bis zu 25 m «Spannweite» betragen. Im Freistand ein malerischer und ausladender Baum, der bis 600 Jahre alt werden kann.
Die gegenständig angeordneten, dunkelgrünen, derben drei- bis fünflappigen und langgestielten Ahornblätter führen keinen Milchsaft. Sie verfärben sich im Herbst prächtig goldgelb, und der Blattrand ist meist unregelmässig einfach bis doppelt gezähnt. Der Artname pseudoplatanus nimmt Bezug auf die Ähnlichkeit zum Platanenblatt. Die gelbgrünen, hängenden Blütentrauben (zweiter Trivialname) erscheinen nach dem Laubaustrieb im Mai/Juni und werden von zahlreichen Insekten gern besucht. Im Jugendstadium sind die Flügelfrüchte grünlich und mit zunehmender Reife dann hellbraun gefärbt. Die Winterknospen sind auffällig grün (beim Spitzahorn Acer platanoides sind die Winterknospen rot = gutes Erkennungsmerkmal) und die Zweige grau bis olivgrün gefärbt. Die Rinde bzw. Borke wird im Alter silbrig bis graubraun und blättert in eckigen unregelmässigen Platten ab.
Oft werden die Stämme aufgrund der Luftfeuchtigkeit auch mit Moos und Flechten geschmückt, was mit der abblätternden Borke, die dann Einblicke auf die rötliche Innenrinde zulässt, interessante «landkartenartige» Muster bildet – ein grossartiger Anblick. Das gelblich weisse, harte Holz lässt sich gut bearbeiten. Es wird im Möbel- und Musikinstrumentenbau (Klangholz) hoch geschätzt und ist auch für Drechslerarbeiten gesucht. Das Herzsenkerwurzelsystem ist mit einem hohen Feinwurzelanteil in den oberen Bodenschichten versehen und durchwurzelt diesen, etwas bodenabhängig, intensiv.
Häufig steht der Bergahorn in den Alpen auf felsigem Grund und ist daher sehr anpassungsfähig, was die Wurzelausbildung betrifft. Auch an den Standort werden keine grossen Ansprüche gestellt. Eine sonnige bis halbschattige Lage auf einem kalkhaltigen und drainierten, aber frischen bis feuchten, nahrhaften, steinig-lehmigen Boden ist ideal. Der Bergahorn schätzt Standorte mit hoher Luftfeuchtigkeit und kann bisweilen auch sehr schattig stehen.
Ein ausserordentlich frostharter und windresistenter einheimischer Laubbaum, der eindrückliche Dimensionen annehmen kann. Die schönsten und mächtigsten Exemplare stehen in den Alpen, meist in Höhenlagen zwischen 900 und 1500 m ü. M. Der Berggebiete liebende (erster Trivialname) Traubenahorn reagiert etwas hitzeempfindlich und ist auch aufgrund der Streusalzempfindlichkeit für innerstädtische Lagen weniger geeignet; und er reagiert auch ablehnend auf belastete Stadtluft. Ob als Einzelbaum in der freien Landschaft, als Allee- oder Parkbaum in Friedhöfen und Siedlungen wie auch als Waldgruppe kombiniert: In unseren Breiten stellt Acer pseudoplatanus eine absolute Augenweide und eine ökologische Bereicherung zu jeder Jahreszeit dar. In der Mythologie gilt der Bergahorn als Symbol für Licht und Heiterkeit. Neben der reinen Art werden in Baumschulen auch Selektionen und Sorten kultiviert, wovon einige im Folgenden vorgestellt werden.
Eine von 4000 Pflanzen aus dem Nachschlagewerk PLANTAE.
Ein Handbuch der Gartenpflanzen, wie es noch keines gegeben hat – für Gärtnerinnen, Landschaftsarchitekten, Profis und Enthusiasten und für Bibliophile. Verfasst von Urs Lüscher.
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