Hier präsentieren wir eine Auswahl aus den über 4000 Pflanzen des Buches «Plantae».

Über die Suchfunktion oben rechts (versteckt hinter den drei Querstrichen) oder die Hashtags am Ende jedes Pflanzenporträts können gezielt Arten mit bestimmten Eigenschaften gefunden werden.

Aesculus parviflora

Strauchkastanie | Strauchrosskastanie

Aesculus parviflora

Ein in unseren Breiten gut frosthartes, robustes und eher spät blühendes Gehölz. Es kann ausgesprochen vielseitig unter gärtnerisch-gestalterischen Gesichtspunkten verwendet werden.

VERBREITUNG

Südosten der USA; bevorzugt an Waldrändern und in lichten Wäldern auf frischen Böden. Nach Europa wurde diese Art 1785 durch den schottischen Botaniker und Pflanzensammler John Fraser (1750–1811) ein­geführt.

WUCHS

4–5 m (6 m) hoher, eher langsam wachsender und sparrig verzweigter Strauch mit bogig aufrechten Grundtrieben; mit den sehr dicht stehenden Triebansammlungen und durch Ausläufer deutlich breiter als hoch werdend. Bildet im Alter oft grossflächige Gruppen bzw. ausgedehnte Dickichte.

MERKMALE & EIGENSCHAFTEN

Die gegenständig an den graubraunen bis braunen Trieben angeordneten, handförmigen Blätter sind meistens fünf- bis siebenfach geteilt. Die einzelnen Blättchen können bis 20 cm lang werden und weisen eine eiförmig-elliptische Gestalt sowie einen kerbig gesägten Rand auf. Das Laub ist im Austrieb bronzefarben getönt und wird im Lauf des Sommers intensiv dunkelgrün; im Herbst verfärben sich die Blätter wiederum leuchtend gelb. Die weissen, bis zu 30 cm langen, schlanken und etwas duftenden Blütenrispen erscheinen für Rosskastanien spät (erst im Juli/August), gefolgt von den glatten, birnenförmigen, 2–3 cm grossen Früchten. Das Wurzelwerk entwickelt sich flach ausgebreitet und ist mit einem hohen Feinwurzelanteil versehen. Die Winterknospen kleben nicht, und die dünnen Äste weisen an den jungen Trieben rosabräunliche Lentizellen auf.

Von voller Sonne bis Schatten: Die Strauchkastanie zeichnet sich durch eine weite Standortamplitude aus und ist ausgesprochen tolerant, was die Lichtverhältnisse betrifft. Auch an den Boden werden keine besonderen Ansprüche gestellt, er sollte aber nicht zu trocken sein. Ideal ist ein warmer, drainierter und gleichmässig frischer bis feuchter, humusreicher Boden. Ein pH-Wert im leicht sauren Bereich gilt als optimal. Wenn die anderen Wachstumsfaktoren stimmen, werden jedoch auch Kalkböden und eine kurzzeitige Staunässe (Überschwemmung) toleriert. An schattigen Standorten stellt sich das Laub auffallend horizontal, um besser assimilieren zu können.

Essenz

Ein in unseren Breiten gut frosthartes, robustes und eher spät blühendes Gehölz. Es kann ausgesprochen vielseitig unter gärtnerisch-gestalterischen Gesichtspunkten verwendet werden. Aesculus parviflora wirkt aber am imposantesten als Solitärgruppe im gepflegten Rasen – als Insel gepflanzt – oder über einer flachen Bodendeckerbepflanzung, z. B. Pachysandra terminalis thronend.

Bei entsprechender Wasserführung eignet sich die Strauchkastanie auch für ausreichend dimensionierte Gefässe und Tröge. Zudem kann sie schirmförmig aufgeschnitten werden, was aber ein regelmässiges Entfernen der austreibenden basisnahen Bodentriebe bedingt, um die malerische Schirmform zu erhalten. Am Totholz findet man bei dieser Art nahezu immer die orangeroten Bläschen des Rotpustelpilzes (Nectria cinnabarina). Falls möglich, sollte das befallene Holz herausgeschnitten (Schnittwerkzeuge desinfizieren) und verbrannt oder im Kehricht entsorgt werden (nicht kompostieren). Ein wertvoller Spätsommerblüher, der auch für die hiesige Fauna etwas bieten kann: Die Blüten werden gern von Nachtfaltern und anderen Insekten besucht, und in seinen dichten Ästen sammelt sich das Herbstlaub wie in einem Trichter. Ich kenne etliche Gärten, wo Igel in Strauchkastanien geschützt überwintern.

FOTOS


Eine von 4000 Pflanzen aus dem Nachschlagewerk PLANTAE.

Ein Handbuch der Gartenpflanzen, wie es noch keines gegeben hat – für Gärtnerinnen, Landschaftsarchitekten, Profis und Enthusiasten und für Bibliophile. Verfasst von Urs Lüscher.


 ZURÜCK ZU: