Hier präsentieren wir eine Auswahl aus den über 4000 Pflanzen des Buches «Plantae».
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Alnus glutinosa
Bacherle | Roterle | Schwarzerle

Die Schwarzerle ist, ob als Einzelbaum oder in Gruppen, bestens als Schutzpflanze gegen Erosion wie auch zur Ufersicherung geeignet.
In nahezu ganz Europa sowie in Sibirien, Nordafrika und Westasien an Bächen und Flüssen oder Seen, auf staunassen Böden und in Übergangsmooren.
Mittelgrosser, sommergrün belaubter Baum mit einem dominanten Mitteltrieb; oft auch mehrstämmig wachsend. Die Krone ist pyramidal bis kegelförmig und im Alter sehr malerisch. In der Höhe können 20–25 m (30 m) und in der Breite bis 15 m erreicht werden.
Die wechselständig angeordneten, gestielten, stumpf eiförmigen bis rundlichen, kräftig grünen und 4–10 cm grossen Blätter sind im Austrieb etwas klebrig (Artbezeichnung) und an der Spitze auffällig eingebuchtet; ihr Rand ist unregelmässig doppelt gezähnt. Im Herbst färben sie sich blassgelb oder fallen mit dem ersten Frost bräunlich grün ab. Die jungen Zweige sind grünlich braun und im Frühling klebrig sowie unbehaart. Das Rindenbild (Borke) ist im Alter dunkelgrau bis grauschwarz und längsrissig in eckige Platten abfallend. Die Schwarzerle ist einhäusig, und die männlichen, bräunlich gelben Blütenkätzchen erscheinen im (Februar) März bis April. Die weiblichen, rötlichen Blüten sind eher unscheinbar; die Bestäubung erfolgt durch den Wind. Die eiförmigen, bis 1,8 cm langen, verholzenden, zuerst grünlichen, später dunkelbraunen Zapfenfrüchte reifen ab September; sie enthalten hellbraune, schmal geflügelte, schwimmfähige Samen, und die Fruchtstände bleiben den ganzen Winter am Baum.
Das Wurzelwerk entwickelt sich in Abhängigkeit von den Bodenverhältnissen oft als glockenartiges Herzwurzelsystem mit vielen Senkerwurzeln, die sehr tief reichen können. Das frisch gefällte Holz färbt sich auffällig orangerot und ist so schon von Weitem als Schwarzerle erkennbar. Es ist schwer, lässt sich gut bearbeiten und stellt ein beliebtes Möbel- und Brennholz dar.
Ein sonniger bis absonniger Standort wird bevorzugt; Alnus glutinosa ist sehr lichthungrig und verkümmert im Schatten. An den Boden werden keine besonderen Ansprüche gestellt, ausser dass er ausreichend feucht bis zeitweilig nass sein sollte. Auch der pH-Wert kann eine weite Amplitude aufweisen und von sauer bis alkalisch reichen. Oft ist die Schwarzerle auf eher kalkarmen Torfböden anzutreffen. Ein langlebiger einheimischer Charakterbaum, der bis 200 Jahre alt werden kann und eine hohe Überflutungstoleranz aufweist.
Die Schwarzerle ist, ob als Einzelbaum oder in Gruppen, bestens als Schutzpflanze gegen Erosion wie auch zur Ufersicherung geeignet. Das weit reichende Wurzelwerk besteht hauptsächlich aus tief gehenden Wurzeln, das stickstoffhaltige Laub zersetzt sich rasch und ergibt einen wunderbaren Humus. Schwarzerlen leben in Symbiose mit Wurzelknöllchen, können so Luftstickstoff binden und somit auch extreme Rohböden besiedeln. Ein Pioniergehölz der ersten Klasse, das besonders im Winter seinen landschaftsprägenden Charakter entlang der Flüsse und Seen zum Ausdruck bringt. In einer verschneiten Winterlandschaft wirkt das dunkle Gehölz mit den Fruchtzapfen wunderbar scherenschnittartig. Die Rinde wurde früher zum Gerben verwendet.
Eine von 4000 Pflanzen aus dem Nachschlagewerk PLANTAE.
Ein Handbuch der Gartenpflanzen, wie es noch keines gegeben hat – für Gärtnerinnen, Landschaftsarchitekten, Profis und Enthusiasten und für Bibliophile. Verfasst von Urs Lüscher.
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