Hier präsentieren wir eine Auswahl aus den über 4000 Pflanzen des Buches «Plantae».
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Berberis vulgaris
Essigbeere | Gemeine Berberitze | Gewöhnliche Berberitze | Sauerdorn | Spitzbeere

Ein heimisches Gehölz, das als Bienenweide und als Wildobst tragende Pflanze wieder voll im Trend liegt.
Europa bis zum Kaukasus, meist im Flach-, Hügel- und Bergland, dort bis über 2000 m ü. M. aufsteigend; bevorzugt im lichten Schatten an Waldrändern sowie in felsigen Schluchten und Auen auf mässig trockenen bis frischen oder feuchten, steinig-lehmigen Kalkböden.
Sommergrün belaubter, 2–3 m hoher, in jungen Jahren straff aufrecht wachsender, dornig bewehrter Strauch, der im Alter breit ausladend wird und mit der Zeit undurchdringliche Dickichte bildet.
Die wechselständig angeordneten, verkehrteiförmigen bis spatelig ausgebildeten, 3–6 cm langen Blätter weisen eine dunkelgrüne Ober- und eine hellere Unterseite sowie einen fein gezähnten Rand auf. Der Austrieb ist oft rötlich angehaucht; im Sommer vergrünen die Blätter, um sich im Herbst dann von leuchtend gelb, orangerot bis rot zu färben.
Die jungen Triebe sind graubraun, kantig gefurcht und mit dreiteiligen, 1–2 cm langen, zimtfarbenen Dornen bewehrt. Im Mai erscheinen die gelben, 7–9 mm grossen und etwas duftenden Blüten zu viert bis sechst beisammen in etwa 2 cm langen, hängenden Trauben vereint; diese werden gern von Bienen, Hummeln und zahlreichen weiteren Insekten besucht. Die leuchtend roten bis dunkelroten, länglichen, ellipsoiden, bis 1,2 cm grossen, essbaren Früchte reifen ab September; sie schmecken erfrischend säuerlich bis süss, enthalten Vitamin C und werden zur Herstellung von Säften, Marmeladen und Obstwein genutzt.
Das Wurzelsystem entwickelt sich bodenabhängig meist flach und ist mit einem hohen Feinwurzelanteil versehen, einzelne Hauptwurzeln reichen jedoch auch tief in den Boden. Die gelbe Wurzelrinde ist für den Menschen giftig. Ein sonniger bis halbschattiger Standort auf einem drainierten, frischen und durchaus kalkhaltigen Boden hat sich als optimal erwiesen; allgemein ist Berberis vulgaris aber eher anspruchslos und genügsam, was Boden wie auch Standort betrifft. Nur Staunässe gilt es zu vermeiden.
Ein heimisches Gehölz, das als Bienenweide und als Wildobst tragende Pflanze wieder voll im Trend liegt. Zwischenzeitlich war der Anbau vielerorts verboten, da die Gemeine Berberitze als Zwischenwirt des Getreiderostes (Getreideschwarzrost, Puccinia graminis) fungiert – die Pflanze wurde deshalb in der freien Natur gerodet und gebietsweise auch ausgerottet! Für Mensch und Tier – zahlreiche Vogelarten und Kleinsäuger lieben die Früchte – stellt dieses auch zur Blütezeit äusserst attraktive Gehölz eine nützliche Pflanze dar. Sie ist gut schnittverträglich, frosthart und stadtklimafest und kann auch zur Gestaltung von Hecken, zur Stabilisation von rutschenden Hängen oder Böschungen und zur Rekultivierung von Rohböden eingesetzt werden.
Früher wurde der gelbe Farbstoff (aus dem Holz und der Rinde gewonnen) auch zum Färben von Textilien sowie Leder genutzt, und das auffällig gelbe, harte und dichte Holz ist bei Drechslern beliebt.
Eine von 4000 Pflanzen aus dem Nachschlagewerk PLANTAE.
Ein Handbuch der Gartenpflanzen, wie es noch keines gegeben hat – für Gärtnerinnen, Landschaftsarchitekten, Profis und Enthusiasten und für Bibliophile. Verfasst von Urs Lüscher.
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