Hier präsentieren wir eine Auswahl aus den über 4000 Pflanzen des Buches «Plantae».
Über die Suchfunktion oben rechts (versteckt hinter den drei Querstrichen) oder die Hashtags am Ende jedes Pflanzenporträts können gezielt Arten mit bestimmten Eigenschaften gefunden werden.
Callicarpa bodinieri var. giraldii
Bodinières Schönfrucht | Liebesperlenstrauch | Schönfrucht

Der eigentliche Gartenwert dieser Schönfrucht ist die bei uns in der Natur sehr selten anzutreffende auffällig glänzende lilarotviolette Fruchtfärbung.
Mittel- und Westchina; bevorzugt an Waldrändern und in Gebüschen. Nach Europa wurde diese Varietät um 1900 eingeführt. Die reine Art ist sehr selten in Kultur zu finden.
Sommergrüner, aufrechter und etwas sparrig verzweigter Strauch von 2 bis 3 m (4 m) Höhe und gegen 3 m Breite.
Die gegenständig angeordneten, elliptisch bis länglich geformten, bis 12 cm grossen, stumpfgrünen Blätter sind am Rand gezähnt, oberseits kahl und auf der Unterseite behaart. Im Herbst färben sie sich von blasshellgelb bis zu leuchtend orange. Die lilafarbenen Blüten erscheinen in gestielten Trugdolden von Juli bis August (September) und werden gern von Bienen, Hummeln, Faltern und Schwebefliegen besucht. Im Herbst erscheinen die auffällig glänzend lilaviolett gefärbten, 3–4 mm grossen Früchte zu mehreren beisammen in kugeligen Ständen, die besonders gut nach dem Blattfall zur Geltung kommen. Das Wurzelwerk entwickelt sich oberflächennah und flach.
Ein sonniger bis absonniger und etwas geschützter Standort auf einem frischen bis feuchten, aber gut durchlässigen und sandig-humosen Boden behagt der Varietät giraldii am besten. Ein pH-Wert im schwach sauren Bereich gilt als optimal; wenn alle übrigen Faktoren stimmen, werden jedoch auch neutrale oder sogar schwach alkalische Böden akzeptiert. Wenn mehrere Exemplare zusammengepflanzt werden, wird der Fruchtansatz gefördert.
Der eigentliche Gartenwert dieser Schönfrucht ist die bei uns in der Natur sehr selten anzutreffende auffällig glänzende lilarotviolette Fruchtfärbung. Die Fernwirkung der Früchte ist jedoch eher gering, deshalb gehört dieses Gehölz möglichst als Solitär in Sichtnähe vor Fenster oder bei Hauseingängen und in Weg begleitende Rabatten. Nach dem Blattfall fressen die Vögel die für den Menschen giftigen Beeren anfangs nur zögerlich, sobald sie aber auf den Geschmack gekommen sind mit Hingabe.
Die Schönfrucht gilt als Kalk meidend und Wärme liebend; deshalb friert sie in kalten Wintern gelegentlich zurück. Gerade in den ersten Jahren nach der Pflanzung ist ein Winterschutz mit bspw. einer Laub- und Tannenreisigabdeckung sinnvoll. Sie wirkt sehr schön in der Kombination mit Cercidiphyllum japonicum, Hamamelis mollis und Acer palmatum sowie einer ruhigen Unterpflanzung mit Farnen und schattentoleranten Gräsern wie z. B. Brachypodium sylvaticum oder Carex morowii. Ihr Fruchtschmuck gehört sicher mit zum Spektakulärsten der hiesigen Pflanzenwelt.
Eine von 4000 Pflanzen aus dem Nachschlagewerk PLANTAE.
Ein Handbuch der Gartenpflanzen, wie es noch keines gegeben hat – für Gärtnerinnen, Landschaftsarchitekten, Profis und Enthusiasten und für Bibliophile. Verfasst von Urs Lüscher.
ZURÜCK ZU:


