Hier präsentieren wir eine Auswahl aus den über 4000 Pflanzen des Buches «Plantae».
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Camellia japonica
Kamelie | Japanische Kamelie

Die Kamelie ist eine herrliche Moorbeetpflanze, die sich bestens mit Azaleen und Rhododendron kombinieren lässt. In klimatisch begünstigten Lagen stellt sie auch ein attraktives Solitärgehölz dar und eignet sich hervorragend für geschnittene Hecken.
Die Wildform stammt aus Japan, China und Korea, wo sie in Wäldern, bevorzugt auf durchlässigen, sauren und sandig-humosen Böden, sowie als wichtige Garten- und Kulturpflanze weitverbreitet anzutreffen ist. Es existiert eine riesige Sortenvielfalt. Die ersten Kamelien wurden bereits im 16. Jahrhundert durch portugiesische Seefahrer nach Europa eingeführt. Die Art wurde nach Georg Joseph Kamel (1661–1706), einem deutsch-tschechischen Botaniker und Zoologen benannt.
Immergrüner, dicht verzweigter, kleinbaumartiger Strauch, der in wintermilden Gegenden und in der Südschweiz bis 9 m hoch und 7 m breit werden kann, in seiner Heimat sogar noch mächtiger. In der Regel wird er aber eher 3–4 m hoch und ebenso breit.
Die eiförmigen bis breit elliptischen und ledrigen, 5–10 cm langen Blätter sind wechselständig an den Trieben angeordnet; die Oberseite ist dunkelgrün und glänzend, während die Unterseite heller ist. Das edel wirkende Blatt fühlt sich etwas steif und fest an. Von (Januar) Februar bis April (Mai) erscheinen die einfachen, 3–4 cm breiten, roten Blüten zahlreich einzeln bis zu zweit endständig an Kurztrieben. Bereits im Juni entwickeln sich die Blütenknospen für das Folgejahr. Die kultivierten Gartenformen variieren stark, was die Form, Farbe, Füllung und Grösse der Blüte betrifft. Nach der Blüte erscheinen die verholzenden, 2–4 cm grossen, ölhaltige Samen enthaltenden Fruchtkapseln. Dieses Öl wird in Japan traditionell als Korrosionsschutz bei Messern und Waffen, wie z.B. bei Samuraischwertern, eingesetzt.
Die Kamelie benötigt einen wintermilden, warmen und windgeschützten Standort mit einer hohen Luftfeuchtigkeit in einer sonnigen bis halbschattigen Lage. Ganz wichtig sind ein Schutz vor kaltem Wind (Bise) und Wintersonne nebst einem gut drainierten Boden mit einer sauren Reaktion. Als optimal gelten pH-Werte zwischen 4,2 und 5,9 und ein sandig-humoser bis sandig-lehmiger, gleichmässig frischer, durchlässiger Boden.
Die Kamelie ist eine herrliche Moorbeetpflanze, die sich bestens mit Azaleen und Rhododendron kombinieren lässt. In klimatisch begünstigten Lagen stellt sie auch ein attraktives Solitärgehölz dar und eignet sich hervorragend für geschnittene Hecken. Leider ist sie nördlich der Alpen nicht ganz pflegeleicht.
Um die Pflanzen vor der gefährlichen Wintersonne zu schützen, sind Massnahmen mit bspw. Schilfmatten oder Schattiergewebe sinnvoll. Auch ist es ratsam, den Wurzelbereich mit einer Laubschicht abzudecken, um bei starkem Frost Schäden zu verhindern. Wenn die klimatischen Verhältnisse eine Pflanzung im Garten nicht zulassen, kann die Kamelie als langlebige Kübelpflanze mit einer Überwinterung im frostfreien Kalthaus kultiviert werden. Wichtig sind eine kühle Temperatur von etwa + 5 Grad sowie eine ausreichend hohe Luftfeuchtigkeit. Bei einem zu warmen Winterquartier reagiert die Pflanze zuerst mit dem Abwurf der Blütenknospen (Knospenfall). Beim Ausräumen im Frühjahr ist darauf zu achten, dass die Pflanzen am Anfang schattig aufgestellt werden, da die Gefahr von Sonnenbrand sonst sehr hoch ist. Gelbe und chlorotische Blätter weisen auf Staunässe oder zu kalkhaltigen Boden hin.
Kamelien kann man fast beliebig schneiden; üblich ist ein Formschnitt nach der Blüte. Im Sommer kürzt man nur die allzu langen oder aus der Form schiessenden Triebe ein. Ein häufig auftretender Schädling ist der Gefurchte Dickmaulrüssler (Otiorhynchus sulcatus), der im Larvenstadium an den Wurzeln frisst und als erwachsener, nachtaktiver Käfer auch Blattrandfrass betreibt und die Kamelien nachhaltig schädigt. Eine regelmässige Befallskontrolle ist ratsam. Eine Bekämpfung der im Boden lebenden Larven ist mit Nematoden auch umweltfreundlich möglich. Kamelien lassen sich übrigens sehr gut antreiben und erfreuen uns so mit ihren Blüten auch im Winter in der Vase.
Bei der Sortenwahl ist darauf zu achten, dass die Blüten einigermassen regenfest sind und sauber abblühen, d.h. die verblühten Blüten vollständig abgeworfen werden. Bleiben diese am Baum, verbraunen sie und beeinträchtigen die Ästhetik des blühenden Strauches.
Eine von 4000 Pflanzen aus dem Nachschlagewerk PLANTAE.
Ein Handbuch der Gartenpflanzen, wie es noch keines gegeben hat – für Gärtnerinnen, Landschaftsarchitekten, Profis und Enthusiasten und für Bibliophile. Verfasst von Urs Lüscher.
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