Hier präsentieren wir eine Auswahl aus den über 4000 Pflanzen des Buches «Plantae».

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Catalpa bignonioides

Bohnenbaum | Gewöhnlicher Trompeten­baum | Trompetenbaum | Zigarrenbaum

Catalpa bignonioides Walter

Ein sehr spät austreibender, aber trotzdem dekorativer Solitärbaum. Das massive Laubdach, die grossen Blätter, die auffälligen Blüten und die über den Winter haftenden Kapselfrüchte zusammen mit dem malerischen, knorrigen Habitus positionieren den Trompetenbaum weit oben auf der Liste der «guten» Parkbäume. 

VERBREITUNG

Im südöstlichen Teil von Nordamerika; bevorzugt auf nährstoffreichen und feuchten Böden entlang von Flüssen sowie in Wäldern.

WUCHS

Sommergrüner, bis 18 m hoher und nahezu ebenso breit werdender, in jungen Jahren raschwüchsiger Baum. Die ganz alten Exemplare sind häufig breiter als hoch. Der Stamm ist relativ kurz und die Krone breit gewölbt bis rundlich.

MERKMALE & EIGENSCHAFTEN

Die spät austreibenden, breit ei- bis herzförmigen Blätter sind gelegentlich gegenständig, jedoch meist zu dritt in Quirlen oder wirtelig an den graubraunen, etwas brüchigen Trieben angeordnet und werden bis 25 cm lang und 20 cm breit. Im Sommer sind sie frischgrün, im Herbst verfärben sie sich hellgelb und fallen früh ab. Beim Zerreiben verströmen sie einen aromatisch würzigen, meist als eher unangenehm empfundenen Geruch. Die glockenförmigen, weissen, nektarreichen Einzelblüten mit einem gelb gestreiften, purpurn gefleckten Schlund sind in aufrechten Rispen zusammengefasst und erscheinen von Juni bis Juli; sie werden gern von Bienen und Hummeln besucht. Die bis 40 cm langen, bohnenförmigen Fruchtkapseln haben dieser Art bzw. der Gattung auch zu den deutschen Bezeichnungen Zigarrenbaum und Bohnenbaum verholfen; sie erscheinen sehr zahlreich und bleiben oft bis über den Winter geschlossen am Baum hängen.

Später platzen die Früchte auf und geben die mit weisshaarigen, ausgefransten Flügeln ausgestattete Samen frei. Die eher dünne Stammborke ist hellgraubraun und längsrissig, später in dünnen Schuppen abplatzend. Catalpa bignonioides bildet ein fleischiges, dickes und oberflächennah verzweigtes Herzwurzelsystem aus. Bis auf die Samen enthalten alle Pflanzenteile Catalpin und gelten für den Menschen als schwach giftig. Ein wintermilder, sonniger bis halbschattiger und windgeschützter Standort hat sich als optimal erwiesen. Der sandig-lehmige oder humose Boden sollte gut drainiert, jedoch frisch bis feucht und mässig nahrhaft sein. Eine Reaktion im mässig sauren bis schwach alkalischen Bereich wird bevorzugt, diese Art ist jedoch erstaunlich anspruchslos und anpassungsfähig.

Essenz

Ein sehr spät austreibender, aber trotzdem dekorativer Solitärbaum. Das massive Laubdach, die grossen Blätter, die auffälligen Blüten und die über den Winter haftenden Kapselfrüchte zusammen mit dem malerischen, knorrigen Habitus positionieren den Trompetenbaum weit oben auf der Liste der «guten» Parkbäume. Er wirkt sehr schön in Kombination mit Wasser bzw. in Wassernähe, was auch seinem natürlichen Lebensraum entspricht. Aber auch als Gartenbaum oder als einzelnes Solitärgehölz in einer Rasenfläche kann er beeindrucken. Wenn er auf zu mastigen und feuchten Böden steht, reift das Holz im Herbst schlecht aus und die Gefahr von Frostschäden und Schneebruch ist dann erhöht.

Ein guter Trick, um das Gehölz im laublosen Zustand nur an den Knospen von der doch recht ähnlichen Paulownia tomentosa zu unterscheiden: CA-TAL-PA = drei Silben = drei Knospen; bei der Paulownia sind die Knospen hingegen durchwegs gegenständig angeordnet. Diesen Tipp habe ich meinem Lehrmeister Gernot Grueber aus Langnau am Albis, der wohl einer der fähigsten Baumschulisten und Gehölzkenner überhaupt war, zu verdanken, der für uns Lehrlinge solche hilfreichen Eselsbrücken zu bauen verstand.

FOTOS


Eine von 4000 Pflanzen aus dem Nachschlagewerk PLANTAE.

Ein Handbuch der Gartenpflanzen, wie es noch keines gegeben hat – für Gärtnerinnen, Landschaftsarchitekten, Profis und Enthusiasten und für Bibliophile. Verfasst von Urs Lüscher.


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