Hier präsentieren wir eine Auswahl aus den über 4000 Pflanzen des Buches «Plantae».
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Cercidiphyllum japonicum
Judasbaumblatt | Judasblatt | Katsura-Baum | Kuchenbaum | Lebkuchenbaum

Ein prächtiger, malerischer Solitärbaum, der im Herbst ein wunderbares Farb- und Duftspektakel liefert, in unseren Breiten ausreichend frosthart ist, aber wegen des frühen Blattaustriebs empfindlich auf Spätfrost reagiert.
Ostasien, insbesondere Japan und China; meist in Wäldern und an Flussufern sowie Bachläufen vom Flachland bis in die Berge. In Europa um 1865 aus Japan eingeführt, wurde diese Gattung 1910 auf einer Expedition vom englischen Botaniker Ernest Henry Wilson (1876–1930) auch in China entdeckt. Bei diesem Gehölz handelt es sich um eine monotypische Gattung, d. h. einzige Gattung der Familie.
In unseren Breiten ein mittelgrosser, 9–18 m hoher, in der Regel mehrstämmig wachsender, sommergrün belaubter Baum mit einer trichterförmigen, im Alter breit kegelförmigen und malerisch wirkenden Krone. In seiner Heimat sind auch 30 m hohe Exemplare zu bestaunen.
Die hauptsächlich gegenständig, zum Triebende hin gelegentlich auch leicht wechselständig angeordneten Blätter sind rundlich bis herzförmig und werden bis 8 cm lang und 7,5 cm breit. Der Rand ist flach gesägt. Das Laub ist im frühen Austrieb bronzefarben und vergrünt im Lauf des Sommers.
Die Färbung kann zwischen frisch- bis bläulich grün variieren; im Herbst färbt sich das Laub in allen warmen Farbtönen von gelb über orange bis rotorange oder gar rot. Die Intensität der Färbung ist von verschiedenen Faktoren wie dem Verlauf des Sommers, der Bodentrockenheit und den Nachttemperaturen im Frühherbst abhängig. Im Allgemeinen färben sich die Blätter im Herbst bei dieser Gattung auf sauren Böden bzw. bei tiefen pH-Werten eher ins Rote und bei neutralen oder alkalischen Bodentypen eher ins Gelbliche. Ausnahmen bestätigen aber auch hier die Regel. Auf jeden Fall duftet das abgefallene Laub im Gras herrlich und riecht schon von Weitem angenehm nach Karamell und Zimt – zwei der Trivialnamen, Lebkuchen- und Kuchenbaum, nehmen darauf auch Bezug, die anderen, Judasbaumblatt oder Judasblatt spielen auf die Ähnlichkeit des Blattes mit dem Judasbaum (Cercis) an.
Die Pflanze ist zweihäusig: Die weiblichen, dekorativen Blüten besitzen rote Narbensäume und erscheinen vor dem Laubaustrieb im März/April; die männlichen besitzen rote Staubblätter. Die braunen, bananenartig gebogenen, mehrsamigen Fruchthülsen (Balgfrucht) werden 1,5 bis gut 2 cm lang. Nach langen und warmen Sommern reifen die Samen soweit aus, dass auch in unseren Breiten eine Selbstaussaat stattfinden kann und die Sämlinge auflaufen können. Zudem werden die Früchte gern von Vögeln gefressen. Die rotbraun glänzende junge Rinde ist mit hellen Lentizellen besetzt, wird mit zunehmendem Alter graubraun und fasert als Borke in Längsstreifen vom Stamm ab. Es werden zum einen kräftige Langtriebe, zum anderen langsam wachsende, später Blüten tragende Kurztriebe ausgebildet. Das Wurzelwerk (Herzwurzler) entwickelt sich gern oberflächennah und ist fein verzweigt.
Diese Gattung lässt sich gut verpflanzen. Einen sonnigen bis absonnigen Standort auf einem nahrhaften, tiefgründigen und frischen bis feuchten, aber dennoch gut drainierten Boden verträgt sie am besten. Die Reaktion kann von sauer bis alkalisch reichen, und eine hohe Luftfeuchtigkeit wird geschätzt.
Ein prächtiger, malerischer Solitärbaum, der im Herbst ein wunderbares Farb- und Duftspektakel liefert, in unseren Breiten ausreichend frosthart ist, aber wegen des frühen Blattaustriebs empfindlich auf Spätfrost reagiert. Hochsommerliche Hitzephasen, verbunden mit Bodentrockenheit, beantwortet Cercidiphyllum japonicum mit Blattabwurf als Verdunstungsschutz. Nach ausgiebigem Wässern treibt das Laub aber bald wieder aus. Ein wertvolles Garten- und Parkgehölz, das sowohl im Einzelstand als auch in Gruppen eine gute Figur macht. Ob mehrstämmig oder als Hochstamm erzogen, ob leicht aufgeastet oder bis unten dicht bleibend, der Lebkuchenbaum gehört sicher zu den schönsten und wertvollsten Gartenpflanzen überhaupt. Zudem sind Schädlinge und Krankheiten so gut wie kein Thema.
Obwohl dieses Gehölz sehr gut schnittverträglich ist – in jüngerer Zeit wird es auch als Flächenkörper entdeckt bzw. gern heckenartig in Blöcken gepflanzt –, entwickeln sich die schönsten Formen, wenn man es frei wachsen lässt und Schnittmassnahmen auf das Entfernen von sich kreuzenden Ästen (Scheuerstellen) und Totholz beschränkt.
Eine von 4000 Pflanzen aus dem Nachschlagewerk PLANTAE.
Ein Handbuch der Gartenpflanzen, wie es noch keines gegeben hat – für Gärtnerinnen, Landschaftsarchitekten, Profis und Enthusiasten und für Bibliophile. Verfasst von Urs Lüscher.
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