Hier präsentieren wir eine Auswahl aus den über 4000 Pflanzen des Buches «Plantae».

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Cercis siliquastrum

Gemeiner Judasbaum | Herzbaum | Judasbaum



Cercis siliquastrum

Der Legende nach hat sich Judas Ischariot nach seinem Verrat an Jesus an einem Cercis siliquastrum erhängt, was dem Gehölz den deutschen, wenig verkaufsfördernden Namen eingebrockt hat.

VERBREITUNG

Südeuropa und Vorderasien; bevorzugt an felsigen Hängen auf kalkhaltigen und eher trockenen Böden.

WUCHS

In seiner Heimat 8–12 m hoch, bei uns meistens ein 5–7 m hoher, in der Regel mehrstämmiger, malerischer sommergrüner Kleinbaum. In der Jugend entwickeln sich die Äste straff trichterförmig aufrecht, im Alter bildet dieser Judasbaum eine breit ausladende und oftmals schirmartige Krone mit gleicher Breite wie Höhe aus.

MERKMALE & EIGENSCHAFTEN

Die wechselständig an den Trieben angeordneten Blätter sind rundlich bis nierenförmig und bläulich grün bis graugrün gefärbt; sie werden bis zu 10 cm lang und ebenso breit, sind im Austrieb bronzefarben getönt, und die Herbstfärbung leuchtet kräftig gelb.

Die purpurrosafarbenen, bis 2 cm grossen Schmetterlingsblüten erscheinen bereits vor dem Austrieb im April in kurzen Trauben zu viert bis zehnt beisammen am mehrjährigen Holz und sogar aus den Stämmen (Kauliflorie). Im Jugendstadium sind die Triebe rotbraun bis schwarzbraun und glänzend. Die ältere Borke ist olivbraun bis grauschwarz und fein rechteckig gefeldert. Ein kräftiges, tief gehendes Wurzelsystem mit wenig Feinwurzeln ist typisch für diese Art. Im Herbst erscheinen die 8–12 cm langen, braunen Hülsenfrüchte äusserst zahlreich und bleiben bis weit in den Winter am Strauch hängen.

Ein vollsonniger, warmer und geschützter Standort ist die beste Voraussetzung für ein gutes Gedeihen. An den Boden werden nur bescheidene Ansprüche gestellt, aber ein gut drainierter und kalkhaltiger, mässig trockener, sandiger bis kiesiger Lehmboden ist am besten geeignet. Eine Reaktion im neutralen bis alkalischen Bereich wird bevorzugt.

Essenz

Der Legende nach hat sich Judas Ischariot nach seinem Verrat an Jesus an einem Cercis siliquastrum erhängt, was dem Gehölz den deutschen, wenig verkaufsfördernden Namen eingebrockt hat. Dabei ist der Gemeine Judasbaum ein attraktiver Kleinbaum oder mehrstämmiger Grossstrauch, der, einmal eingewachsen und etabliert, auch lange Trocken- und Hitzeperioden gut übersteht und kaum von Schädlingen oder Krankheiten befallen wird.

In der Jugend ist er aber ausgesprochen frostempfindlich und sollte im Winter geschützt werden. Er ist auch bestens für innerstädtisches Klima zu empfehlen und stellt einen idealen, eine schirmartige Krone bildenden Rabattenbaum dar, der einen lichten Schatten spendet und gut mit Halbschatten bis Schatten liebenden Stauden unterpflanzt werden kann. Er passt von der Formensprache sehr gut zu einer modernen reduzierten Glas-/Sichtbetonarchitektur, überzeugt aber auch in grossen Gefässen und Pflanztrögen.

FOTOS


Eine von 4000 Pflanzen aus dem Nachschlagewerk PLANTAE.

Ein Handbuch der Gartenpflanzen, wie es noch keines gegeben hat – für Gärtnerinnen, Landschaftsarchitekten, Profis und Enthusiasten und für Bibliophile. Verfasst von Urs Lüscher.


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