Hier präsentieren wir eine Auswahl aus den über 4000 Pflanzen des Buches «Plantae».
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Chamaecyparis lawsoniana
Lawsons Scheinzypresse | Oregon-Zeder | Port Orford Cedar | Scheinzypresse

Die recht schattentolerante und in unseren Breiten ausreichend frostharte reine Art der Scheinzypresse hat in Arboreten, botanischen Gärten, grossen Parkanlagen sowie Friedhöfen eine grosse Bedeutung und kann sowohl generativ durch Samen als auch vegetativ durch Stecklinge vermehrt werden.
Die reine Art ist in Nordamerika von Oregon bis Kalifornien, nahe der Pazifikküste, beheimatet und dort ein wichtiger Bestandteil der Wälder mit einer ausreichenden Bodenfeuchte. Die Artbezeichnung geht auf die Peter Lawson & Son Nursery of Edinburgh zurück, die 1854 in Schottland die ersten Sämlinge aus kalifornischem Saatgut zog.
30–50 m (65 m) hoher, immergrüner Baum mit einer spitz kegelförmigen Krone und einem überhängenden Gipfeltrieb. Der Stamm ist an der Basis elefantenfussartig breiter werdend und kann bis 3 m im Durchmesser erreichen.
Die gegenständig angeordneten, auf der Oberseite dunkel- und unterseits graugrünen Nadelschuppen sind auf ihrer Unterseite mit einer weissen, teilweise auch undeutlichen x-förmigen Linie versehen. Die Zweiglein sind flach in einer Ebene angeordnet, die Triebspitzen hängen deutlich über, und die ältere Rinde bzw. dicke Borke ist auffallend dunkelrötlich braun gefärbt, längsrissig und mit rundlichen Schuppenplatten versehen.
Die Borke kann in Bodennähe an alten Bäumen bis 25 cm dick werden. Die gelbrötlichen, 2–3 mm grossen, im Frühjahr stäubenden männlichen Blüten und die rundlichen, etwa 5 mm grossen, bläulich purpurn gefärbten weiblichen Blüten kommen im Frühjahr am selben Zweig vor. Später erscheinen zahlreich die kugeligen Zapfen, die zuerst wächsern blaugrün gefärbt sind, später braun werden und mit einem zusammengedrückten Höckerchen ausgestattet sind; sie reifen im Herbst des Blütenjahrs und enthalten die kastanienbrauen, ca. 3 mm grossen Samen. Es wird keine typische Pfahlwurzel ausgebildet, jedoch entwickeln sich häufig tief gehende Senkerwurzeln an den meist horizontal verlaufenden Wurzelsträngen. Das vielseitig verwendbare, helle und geradefaserige Holz, das eine hohe Widerstandsfähigkeit gegen Fäulnis aufweist, wird forstwirtschaftlich geschätzt.
Ein sonniger bis absonniger Standort, der eine hohe Luftfeuchtigkeit aufweist, auf einem frischen bis feuchten, aber gut durchlässigen, nährstoffreichen, sandigen Lehmboden behagt der Lawsons Scheinzypresse am besten. An den pH-Wert werden eher bescheidene Ansprüche gestellt, eine mässig saure bis neutrale oder schwach alkalische Reaktion wird jedoch bevorzugt.
Die recht schattentolerante und in unseren Breiten ausreichend frostharte reine Art der Scheinzypresse hat in Arboreten, botanischen Gärten, grossen Parkanlagen sowie Friedhöfen eine grosse Bedeutung und kann sowohl generativ durch Samen als auch vegetativ durch Stecklinge vermehrt werden. Als Bindegrün sind sowohl die reine Art als auch die zahlreichen Sorten beliebt. Die indigene Bevölkerung Nordamerikas stellte Bogenpfeile aus dem Holz her.
In den letzten 120 Jahren sind eine Vielzahl an Gartenformen und Sorten entstanden, die wie bei kaum einer anderen Art in ihrem Aussehen und Wuchs heterogener nicht sein könnten und unterschiedlichen gärtnerischen Ansprüchen und Situationen gerecht werden. Früher wurde das begehrte Holz häufig nach Japan exportiert, da es viel Ähnlichkeit zu der dort heimischen und rar gewordenen Chamaecyparis obtusa (Hinoki-Scheinzypresse) aufweist.
Am Naturstandort wie auch in Gärten stellen wurzelpathogene Pilze wie Phytophthora lateralis, die das Kambium am Stammfuss absterben lassen, eine grosse Gefahr dar. Besonders anfällig sind gestresste Pflanzen sowie Exemplare, die auf schweren und nassen Böden stehen. Staunässe ist Gift!
Eine von 4000 Pflanzen aus dem Nachschlagewerk PLANTAE.
Ein Handbuch der Gartenpflanzen, wie es noch keines gegeben hat – für Gärtnerinnen, Landschaftsarchitekten, Profis und Enthusiasten und für Bibliophile. Verfasst von Urs Lüscher.
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