Aus dem umfassenden Nachschlagewerk «Plantae» von Urs Lüscher stellen wir Ihnen jeden Monat eine besondere Pflanze vor. Es handelt sich um wenig bekannte Gehölze, die aus unserer Sicht mehr Aufmerksamkeit verdienen. Lassen Sie sich inspirieren und entdecken Sie faszinierende neue Pflanzenarten.
Chimonanthus praecox
Chinesische Winterblüte | Winterblüte

Ein wertvoller Strauch, der mit seiner Blüte und dem Duft trübe Winterstimmungen aufhellen hilft. In Japan gelten die zum Neujahrsfest geschnittenen Zweige als Glückssymbol. Die Chinesische Winterblüte eignet sich bestens entlang einer Hausmauer gepflanzt, ja auch spalierartig gezogen, um das Dufterlebnis möglichst aus der Nähe empfinden zu können.
China; bevorzugt vom Flach- bis ins Hügelland auf durchlässigen und nahrhaften Böden. Nach Europa um 1766 eingeführt.
Breitbuschig aufrecht, etwas sparrig wachsender, 2 bis etwa 3,5 m hoher und breiter, sommergrüner Strauch; in milden Gegenden sind 4–5 m hohe Exemplare anzutreffen.
Die gegenständig an den graugrünen Trieben angeordneten, glänzend hellgrünen Blätter sind lanzettlich bis schmal eiförmig ausgebildet und lang zugespitzt; sie werden 10–15 cm (20 cm) lang und fühlen sich wegen der borstenartigen Behaarung rau an. Die Herbstfärbung leuchtet attraktiv gelb bis gelbgrün.
Am interessantesten sind sicher die bereits Mitte Januar, in milden Wintern oder in wintermilden Gebieten schon im Dezember erscheinenden, intensiv duftenden Blüten; sie sitzen am zweijährigen Holz, sind sternförmig glockig ausgebildet und werden bis ca. 2,5 cm gross. Ihre Färbung variiert von hell- bis wachsgelb, ihre Mitte ist rötlich bis purpurn. Sie werden gern von früh fliegenden Insekten wie Fliegen, Käfern, aber auch Bienen und Hummeln besucht. Bei einer milden Witterung erfreuen uns die würzig und frisch duftenden Blüten bis Ende März. Bei einem starken Kälteeinbruch erfrieren die vollständig geöffneten Blüten meist komplett, während sie im knospigen Zustand einen solchen Temperatursturz meist zuverlässig überleben.
Die ellipsoiden Früchte werden bis etwa 4 cm gross. Das Wurzelwerk entwickelt sich bodenabhängig recht tief. Nach kühlen Sommern folgt meist nur eine spärliche Blüte. Ein sonniger, warmer und geschützter Standort ist zur Kultur optimal, und ein nährstoffreicher, gut drainierter, nicht zu schwerer, sandig-humoser bis sandig-lehmiger Boden ebenso. Diese Winterblüte ist ziemlich tolerant, was den pH-Wert des Bodens betrifft; dieser kann eine Amplitude zwischen mässig sauer und mässig alkalisch aufweisen.
Ein wertvoller Strauch, der mit seiner Blüte und dem Duft trübe Winterstimmungen aufhellen hilft. In Japan gelten die zum Neujahrsfest geschnittenen Zweige als Glückssymbol. Die Chinesische Winterblüte eignet sich bestens entlang einer Hausmauer gepflanzt, ja auch spalierartig gezogen, um das Dufterlebnis möglichst aus der Nähe empfinden zu können.
Auch vor einer dunklen Hecke oder in einer gemischten Blütenhecke stellt sie einen empfehlenswerten, unkomplizierten Strauch dar, der zudem das Stadtklima gut erträgt. Nur als junge Pflanze ist sie etwas frostempfindlich, dafür bleibt sie von Krankheiten und Schädlingen verschont. Gerade in England wird diese Art häufig vor Mauern gepflanzt, weil durch diese zusätzliche Abstrahlungswärme in den Blattachseln der neuen Triebe mehr Blütenknospen gebildet werden. Allfällige Schnittmassnahmen sollten umgehend nach dem Abblühen (ab Ende März) erfolgen.
Eine von 4000 Pflanzen aus dem Nachschlagewerk PLANTAE.
Ein Handbuch der Gartenpflanzen, wie es noch keines gegeben hat – für Gärtnerinnen, Landschaftsarchitekten, Profis und Enthusiasten und für Bibliophile. Verfasst von Urs Lüscher.
ZURÜCK ZU:




