Aus dem umfassenden Nachschlagewerk «Plantae» von Urs Lüscher stellen wir Ihnen jeden Monat eine besondere Pflanze vor. Es handelt sich um wenig bekannte Gehölze, die aus unserer Sicht mehr Aufmerksamkeit verdienen. Lassen Sie sich inspirieren und entdecken Sie faszinierende neue Pflanzenarten.
Clerodendrum trichotomum
Japanischer Losbaum

In europäischen Baumschulen wird in der Regel die ebenfalls beschriebene, etwas robustere und frostbeständigere Varietät fargesii kultiviert. Dennoch verdient es der Japanische Losbaum (var. trichotomum) – als eigentlich etwas attraktiver blühende und fruchtende Varietät –, in klimatisch begünstigen Lagen gepflanzt zu werden.
Japan; bevorzugt in trockenen Mischwäldern und Dickichten in Berglagen. Nach Europa um 1880 eingeführt.
Sommergrüner, breit ausladender Grossstrauch oder Kleinbaum von 4 bis 7 m (10 m) Höhe. Das oft mehrstämmig wachsende und Ausläufer treibende Gehölz bildet im Alter eine attraktive schirmförmige Krone aus.
Die meist gegenständig, gelegentlich in Quirlen an den anfänglich flaumig behaarten Trieben angeordneten, elliptisch-eiförmigen, bis 20 cm langen, 11 cm breiten, lang zugespitzten, matt behaarten Blätter sind im Austrieb bronzefarben, später mattdunkelgrün, wobei die untere Seite deutlich heller ist. Der rötliche Blattstiel kann 6–10 cm lang werden, und der Blattrand ist häufig fein gekerbt. Beim Zerreiben verströmen die Blätter einen würzig-aromatischen, aber eher unangenehmen Geruch. Die Triebspitzen weisen oft eine lilarote Färbung auf.
Im August/September (Oktober) erscheinen die weissen, bis 22 cm grossen Blüten in trugdoldenartigen Ständen (Zymen) und werden gern von Bienen, Fliegen und Faltern sowie zahlreichen weiteren Insekten besucht. Nach einem warmen und heissen Sommer bzw. Herbst entwickeln sich attraktiv blau bis schwarzblau glänzende, auf einem roten Kelch sitzende Früchte.
Ein wintermilder, sonniger und warmer, windgeschützter Standort auf einem gut drainierten, sandig-lehmigen, mässig frischen bis eher trockenen und nicht zu nahrhaften Boden behagt dieser wärmebedürftigen Art am besten, und eine Reaktion im neutralen bis schwach alkalischen Bereich wird geschätzt.
In europäischen Baumschulen wird in der Regel die ebenfalls beschriebene, etwas robustere und frostbeständigere Varietät fargesii kultiviert. Dennoch verdient es der Japanische Losbaum (var. trichotomum) – als eigentlich etwas attraktiver blühende und fruchtende Varietät –, in klimatisch begünstigen Lagen gepflanzt zu werden.
Bei winterlichen Nächten mit – 12 Grad treten in der Regel die ersten Frostschäden auf, und wenn das Holz nicht gut ausgereift ist, bereits schon früher. Eine Kultur als Kübelpflanze mit einer frostfreien Überwinterung ist ebenfalls möglich, und Schnittmassnahmen sollten auf das Entfernen von Totholz (zurückgefrorene Triebe) und sich kreuzende, gegenläufige Triebe beschränkt werden.
Eine von 4000 Pflanzen aus dem Nachschlagewerk PLANTAE.
Ein Handbuch der Gartenpflanzen, wie es noch keines gegeben hat – für Gärtnerinnen, Landschaftsarchitekten, Profis und Enthusiasten und für Bibliophile. Verfasst von Urs Lüscher.
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