Hier präsentieren wir eine Auswahl aus den über 4000 Pflanzen des Buches «Plantae».
Über die Suchfunktion oben rechts (versteckt hinter den drei Querstrichen) oder die Hashtags am Ende jedes Pflanzenporträts können gezielt Arten mit bestimmten Eigenschaften gefunden werden.
Colutea arborescens
Blasenstrauch | Fasanenstrauch | Gewöhnlicher Blasenstrauch | Hoher Blasenstrauch

Am wertvollsten ist der bis – 20 Grad meist problemlos frostharte Blasenstrauch mit seiner Eigenschaft als robustes Pioniergehölz. Er besitzt bodenstabilisierende sowie Luftstickstoff bindende – u. a. auch mithilfe von Knöllchenbakterien – Eigenschaften und kann extreme Kalkhänge und Geröllfelder besiedeln.
Süd- und Mitteleuropa sowie in Nordafrika und Kaukasien; bevorzugt auf warmen, eher trockenen und kalkhaltigen Böden, am Naturstandort oft in Begleitung von Acer monspessulanum, Cornus mas, Cotinus coggygria, Fraxinus ornus und Quercus pubescens. Kann in warmen Lagen bis auf 1300 m ü. M. aufsteigen und ist in der Schweiz hauptsächlich in der Genferseeregion, im Wallis, im Tessin und im Bündner Rheintal natürlich verbreitet anzutreffen.
3–4 m (5 m) hoher, straff aufrecht wachsender und mässig verzweigter, sommergrüner Strauch. Im Alter sind die Seitenzweige oft waagrecht ausgebreitet bis überhängend.
Die wechselständig an den graugrünen, etwas behaarten und abfasernden Triebe angeordneten, unpaarig gefiederten, 8–15 cm langen Blätter besitzen Blattspindeln, die oft bis weit in den Winter hinein an den Trieben hängen bleiben. Die elliptischen bis verkehrteiförmigen, frischgrünen, 3–4 cm langen Blättchen sind meist neun bis 13 an der Zahl und färben sich im Herbst gelb.
Die auffälligen gelben Schmetterlingsblüten erscheinen in drei- bis achtblütigen, bis 12 cm langen Trauben von Mai bis Juli und oft bis in den Oktober hinein! Die zwittrige Einzelblüte wird bis 2 cm lang und gern von Hummeln sowie weiteren Insekten besucht. Später bilden sich die stark aufgeblasenen (Trivialname), durchscheinend pergamentartigen, bis 8 cm langen und 3 cm dicken Hülsenfrüchte, die oft lange am Strauch haften bleiben. Zuerst sind die blasig aufgetriebenen Früchte grünlich rot glänzend, später hellgrau gefärbt. Die darin enthaltenen schwarzbraunen Samen sind schwach giftig. Das ältere und etwas brüchige Holz bzw. die abblätternde Rinde besitzt eine grünlich graue bis dunkelgraue Färbung und weist Lentizellen auf.
Ein sonniger und warmer Standort auf einem gut drainierten, eher trockenen und kiesigen bis sandig-lehmigen Boden ist ideal. Colutea arborescens ist ein Kalk liebendes und anspruchsloses Gehölz, das eine Reaktion im neutralen bis alkalischen Bereich bevorzugt.
Am wertvollsten ist der bis – 20 Grad meist problemlos frostharte Blasenstrauch mit seiner Eigenschaft als robustes Pioniergehölz. Er besitzt bodenstabilisierende sowie Luftstickstoff bindende – u. a. auch mithilfe von Knöllchenbakterien – Eigenschaften und kann extreme Kalkhänge und Geröllfelder besiedeln. Er ist zudem enorm hitzeverträglich und steckt hochsommerliche Trockenphasen gut weg. Gerade deshalb ist er auch im innerstädtischen Klima, bei extensiven Dachbegrünungen und in Gefässen gut einsetzbar. Auf Streusalzbelastung und Rauchgase reagiert er ausgesprochen tolerant, was dieses robuste Gehölz auch für die Verwendung in Ruderalflächen und an Böschungen entlang von stark frequentierten Strassen prädestiniert. Die linsenförmigen, braunschwarzen, fetthaltigen Samen werden gern von Vögeln gefressen, und Schädlinge wie Krankheiten sind kein Thema.
Eine von 4000 Pflanzen aus dem Nachschlagewerk PLANTAE.
Ein Handbuch der Gartenpflanzen, wie es noch keines gegeben hat – für Gärtnerinnen, Landschaftsarchitekten, Profis und Enthusiasten und für Bibliophile. Verfasst von Urs Lüscher.
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