Hier präsentieren wir eine Auswahl aus den über 4000 Pflanzen des Buches «Plantae».
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Cornus controversa
Hoher Etagenhartriegel | Pagodenhartriegel | Riesenhartriegel

Ein wertvolles attraktives und majestätisches Gehölz, das mit dem typischen, etagenförmigen Aufbau besonders gut zu architektonischen Elementen und Gebäuden sowie in formale Gärten passt.
China, Korea und Japan; bevorzugt an Waldrändern und in Bergwäldern auf eher frischen Böden. Nach Europa und in die USA bereits vor 1880 eingeführt.
Sommergrüner Grossstrauch oder Baum. Die Äste stehen auffallend waagrecht vom Stamm ab und bilden Etagen aus. Je nach Standort und Typ werden 8–13 m Höhe und bis 8 m Breite erreicht; in seiner Heimat wird das Gehölz bis 20 m hoch.
Die wechselständig an den bereiften, braunen Trieben angeordneten, 8–12 cm langen Blätter sind etwas runzliger und derber als die von Cornus alternifolia, mit der sie oft verwechselt wird. Auch besitzt Cornus controversa im Unterschied zu jener mehr Blattnervenpaare (bis neun an der Zahl). Die Blattform ist sehr veränderlich, jedoch meistens eiförmig bis breit elliptisch ausgebildet und an den Enden kurz zugespitzt. Die Blätter sind oberseits glänzend dunkelgrün sowie unterseits bläulich grün und besitzen einen schlanken, grünen Stiel. Die Herbstfärbung ist gelb bis weinrot, jedoch unsicher, denn bei frühem Frost oder nasser Witterung fällt das Laub unspektakulär grün ab.
Im Hochsommer hängen die Blätter oft schlaff herunter und wirken etwas welk. Dies kann ein Hinweis auf Wassermangel sein, jedoch auch eine Schutzfunktion, um der intensiven Sonneneinstrahlung zu entgehen, bedeuten. Im Mai bis Juni erscheinen die weissen, zart duftenden, bis 1,3 cm breiten Blüten zusammengefasst in zahlreichen, 9–18 cm breiten Trugdolden bzw. flachen Schirmrispen; Bienen, Hummeln, Schmetterlinge und viele weitere Insekten sind häufige Gäste.
Die für den Menschen ungeniessbaren, 5–6 mm grossen Früchte sind glänzend blauschwarz gefärbt und werden gern von verschiedenen Vogelarten gefressen. Das meist oberflächennah entwickelte, fein verzweigte Wurzelwerk reicht weit, und die graubraune Stammborke ist flach gefurcht.
Ein sonniger bis halbschattiger Standort hat sich als optimal erwiesen. Der drainierte, humusreiche Boden sollte idealerweise eine mässig saure bis neutrale Reaktion aufweisen und dauerhaft frisch bis feucht sein; dennoch ist auf einen guten Wasserabzug zu achten. Der Wurzelbereich sollte schattig sowie eher kühl gehalten werden, dann kann sich der frostharte und genügsame Pagodenhartriegel meist an unterschiedliche Bodentypen und auch schwach alkalische Böden anpassen.
Ein wertvolles attraktives und majestätisches Gehölz, das mit dem typischen, etagenförmigen Aufbau besonders gut zu architektonischen Elementen und Gebäuden sowie in formale Gärten passt. Aber auch als stattlicher Solitär in Rasenflächen oder Staudenrabatten oder in gemischten Blütenhecken als Unterbruch macht dieser Hartriegel eine gute Figur und überzeugt damit in Stadtpärken und auf Friedhöfen sowie als Hausbaum in genügend grossen Privatgärten. Eine Verwendung in grossen Gefässen und in Dachgartenanlagen ist ebenfalls gut möglich.
Cornus controversa steht recht früh im Saft, der Schnitt sollte wenn überhaupt nötig, nur im Sommer erfolgen. Meistens beschränken sich Schnittmassnahmen auf ein Entfernen von sogenannten Querschlägern bzw. sich kreuzenden Ästen und Totholz. Bei Neupflanzungen sollte unbedingt darauf geachtet werden, dass der Stammfuss schattiert ist. In den letzten Jahren sind vermehrt Stammschäden durch Sonnenbrand festgestellt worden. Ob sich dieses Phänomen auf eine stärkere Sonneneinstrahlung im Zusammenhang mit dem Klimawandel zurückführen lässt, ist noch nicht abschliessend geklärt.
Bei frei stehenden Gehölzen kann die Schattierung durch eine Schilfrohrmatte oder einen schützenden Anstrich (Arboflex, EM, Lehm) erfolgen. Diese Problematik kann natürlich auch durch eine schützende Vorpflanzung mit dichten Blütensträuchern entschärft werden. In Trockenperioden sollte zusätzlich gewässert werden, da das Feuchtigkeitsbedürfnis des Pagodenhartriegels recht gross ist. Schädlinge und Krankheiten sind im Garten hingegen kaum ein Thema.
Eine von 4000 Pflanzen aus dem Nachschlagewerk PLANTAE.
Ein Handbuch der Gartenpflanzen, wie es noch keines gegeben hat – für Gärtnerinnen, Landschaftsarchitekten, Profis und Enthusiasten und für Bibliophile. Verfasst von Urs Lüscher.
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