Hier präsentieren wir eine Auswahl aus den über 4000 Pflanzen des Buches «Plantae».
Über die Suchfunktion oben rechts (versteckt hinter den drei Querstrichen) oder die Hashtags am Ende jedes Pflanzenporträts können gezielt Arten mit bestimmten Eigenschaften gefunden werden.
Cornus mas
Gelber Hartriegel | Hartriegel | Herlitze | Kornelkirsche | Tierlibaum

Eine unter gärtnerischen Gesichtspunkten betrachtet äusserst vielseitig zu verwendende Pflanze. Ob als geschnittene Heckenpflanze oder frei wachsend in einer Wildhecke, als mehrstämmiger Solitär oder auch als kleinkroniger Hochstamm und Alleebaum macht dieser einheimische und ausgesprochen gut schnittverträgliche Hartriegel eine gute Figur.
Europa bis Kleinasien, vielerorts verwildert und eingebürgert; bevorzugt in lichten Laubmischwäldern sowie an deren Rändern und an warmen, eher trocken Hängen auf Lehm- und steinig-lehmigen, auch kalkhaltigen Böden. Kann in den Bergen der Alpensüdseite (Wallis, Tessin, Südtirol) bis gegen 1100 m ü. M. aufsteigen.
Langsam wachsender, sommergrüner Grossstrauch oder kurzstämmiger kleiner Baum mit häufig mehreren Grundtrieben, der sich sparrig, knorrig verzweigt entwickelt und im Alter eine rundliche, malerisch überhängende Krone bildet. In der Höhe und Breite werden 5–7 m (9 m) erreicht. Cornus mas kann über 300 Jahre alt werden.
Die glänzenden, gestielten Blätter sind eiförmig oder langoval bis elliptisch geformt und stehen gegenständig an den Trieben; sie werden 5–8 cm lang und sind auf der Oberseite dunkler grün als auf der Unterseite sowie ganzrandig ausgebildet. Die Herbstfärbung ist stark wetterabhängig und daher etwas unsicher: Sie kann von gelblich bis attraktiv rotorange oder weinrot die verschiedensten warmen Farbtöne annehmen, aber auch recht unscheinbar ausfallen. Oft schon im Februar und lange vor dem Laub-aus-trieb erscheinen die gelben, kugeligen, zart duftenden, etwa 5 mm grossen Blüten zu zehnen bis 25 beisammen in einem kugeligen, doldenartigen Blütenstand vereint; sie wirken äusserst zierend bis in den April hinein und werden gern von früh fliegenden Insekten besucht und als Nahrungsquelle geschätzt.
Im Herbst reifen die fleischigen, glänzend roten, olivenähnlichen ellipsoid geformten, ca. 2 cm grossen, essbaren Steinfrüchte, die süss-säuerlich schmecken und einen etwa 1 cm grossen Steinkern enthalten. Die jungen Triebe sind graugrün und sonnenseitig häufig rötlich gefärbt. Die braunschuppige Borke der starken Äste oder Stämme blättert im Alter charakteristisch ab und wirkt dadurch besonders spannend. Das Gehölz bildet ein dicht verzweigtes Herzwurzelsystem aus. Ein sonniger bis halbschattiger Standort auf einem humusreichen, kalkhaltigen und gut drainierten Lehm- oder Kiesboden bietet der Kornelkirsche optimale Lebensbedingungen. Warme Lagen und eine Reaktion im schwach sauren bis alkalischen Bereich werden bevorzugt, jedoch besitzt das robuste und ausreichend frostharte Gehölz eine weite Standortamplitude.
Eine unter gärtnerischen Gesichtspunkten betrachtet äusserst vielseitig zu verwendende Pflanze. Ob als geschnittene Heckenpflanze oder frei wachsend in einer Wildhecke, als mehrstämmiger Solitär oder auch als kleinkroniger Hochstamm und Alleebaum macht dieser einheimische und ausgesprochen gut schnittverträgliche Hartriegel eine gute Figur. Mit seiner hohen Trockenheits- und Hitzeresistenz ist er zudem auch im städtischen Siedlungsbereich äusserst wertvoll. Die essbaren Früchte besitzen einen hohen Vitamin-C-Gehalt und können zu Kompott, Marmelade, Sirup, Likör usw. verarbeitet werden, sind aber auch in der Vogelwelt und bei Kleinsäugern als Nahrung beliebt; gerade im Frühjahr stellt die frühe gelbe Blüte eine wichtige Bienenweide dar.
Der Tee von Blättern und getrockneten Früchten gilt als Hausmittel bei Erkältungen und Bauchschmerzen. Die Kornelkirsche passt mit ihrer Vielseitigkeit (nahezu) überall in die kultivierte und freie Landschaft, gedeiht aber auch in grösseren Gefässen und Trögen ausgezeichnet. Das dunkelrotbraune Kern- und das rötlich weisse Splintholz sind ausgesprochen hart und schwer; es eignet sich hervorragend zur Herstellung von Hämmern für die Bildhauerei wie auch für Drechslerarbeiten. Der Name Hartriegel nimmt Bezug auf das harte Holz; im Mittelalter wurden daraus Lanzenschäfte hergestellt.
Eine von 4000 Pflanzen aus dem Nachschlagewerk PLANTAE.
Ein Handbuch der Gartenpflanzen, wie es noch keines gegeben hat – für Gärtnerinnen, Landschaftsarchitekten, Profis und Enthusiasten und für Bibliophile. Verfasst von Urs Lüscher.
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