Hier präsentieren wir eine Auswahl aus den über 4000 Pflanzen des Buches «Plantae».
Über die Suchfunktion oben rechts (versteckt hinter den drei Querstrichen) oder die Hashtags am Ende jedes Pflanzenporträts können gezielt Arten mit bestimmten Eigenschaften gefunden werden.
Cornus sanguinea
Bluthartriegel | Blutroter Hartriegel | Iseholz | Roter Hartriegel | Roter Hornstrauch

Der Rote Hartriegel ist bei Bienen, Käfern und Faltern wie auch bei zahlreichen anderen Insekten und Singvögeln als Nahrungs- und Nistgehölz ausgesprochen beliebt. Die Vögel sorgen durch die Verbreitung der Samen auch generativ für den Arterhalt.
In ganz Europa, Kaukasien und Vorderasien; bevorzugt an Waldrändern sowie in Hecken und auf Brachflächen.
Sommergrüner, mittelhoher bis grosser Strauch mit zahlreichen Grundtrieben. In der Höhe können 4–6 m erreicht werden. Im Alter kann er mit den zahlreichen Wurzelausläufern und anwurzelnden Zweigspitzen grössere Flächen einnehmen und Dickichte bilden.
Die Blätter stehen gegenständig an den bräunlich grünen, sonnenseitig dunkelrot gefärbten Trieben; sie sind dunkelgrün, breit elliptisch geformt und ganzrandig, werden 5–9 cm (10 cm) lang und sind beidseitig dünn behaart. Im Herbst färben sie sich leuchtend weinrot. Die weissen, etwa 1 cm grossen Blüten erscheinen als 4–8 cm grosse,
streng duftende Schirmrispen nach dem Laubaustrieb bis zum Juni, gefolgt von den schwarzvioletten, 5–8 mm grossen, kugeligen Steinfrüchten, die ausgesprochen bitter schmecken und für den Menschen als schwach giftig oder zumindest roh ungeniessbar gelten.
In manchen Jahren erscheint im August eine zweite Blüte, sodass sich im Spätsommer Blüten und Früchte zeitgleich am Strauch finden. Das junge Holz wirkt besonders im Winter blutrot, und die ältere Borke ist grünlich grau bis graubraun. Das dicht verzweigte Herzwurzelsystem bildet recht intensiv Wurzelausläufer. Das robuste und frostharte Gehölz gilt als Kalk liebend, stellt aber sowohl an den Standort wie auch den Boden keine besonderen Ansprüche und gedeiht auch in problematischen Böden meist noch zufriedenstellend.
Der Rote Hartriegel ist bei Bienen, Käfern und Faltern wie auch bei zahlreichen anderen Insekten und Singvögeln als Nahrungs- und Nistgehölz ausgesprochen beliebt. Die Vögel sorgen durch die Verbreitung der Samen auch generativ für den Arterhalt. Die Blätter und die ganz jungen Triebe werden gern von Rehen gefressen; der dichte Wuchs bietet beiden Tierarten zusätzliche Versteckmöglichkeiten und Schutz. Mit seiner Robustheit, Frosthärte, Hitze- und Schattenverträglichkeit sowie dem hohen Ausschlagsvermögen kann dieses einheimische Gehölz sehr vielseitig gepflanzt werden und auch auf schwierigen Standorten gedeihen.
Mit der Eigenschaft, Wurzelausschläge zu treiben, eignet sich Cornus sanguinea auch zur Befestigung von Böschungen und Bachläufen. Bei der Verwendung in Wassernähe wird diese Art oft von Wasservögeln als Brutplatz gewählt. Sie stellt ein äusserst konkurrenzstarkes Wildhecken-, Deck- und Feldgehölz dar, das jedoch schwächere Pflanzpartner gnadenlos verdrängt. Ihr grosses Glück ist, dass sie bei uns heimisch ist und gebietsweise dadurch «nur» als Problempflanze, weil sie andere Pflanzen verdrängt, gilt; sonst würde sie wohl Gefahr laufen, als invasive Art eingestuft und bekämpft zu werden.
Eine von 4000 Pflanzen aus dem Nachschlagewerk PLANTAE.
Ein Handbuch der Gartenpflanzen, wie es noch keines gegeben hat – für Gärtnerinnen, Landschaftsarchitekten, Profis und Enthusiasten und für Bibliophile. Verfasst von Urs Lüscher.
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