Hier präsentieren wir eine Auswahl aus den über 4000 Pflanzen des Buches «Plantae».
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Corylus avellana
Gewöhnlicher Hasel | Hasel | Haselnuss | Waldhasel

Ein absolut robustes, frosthartes und regenerationsfähiges einheimisches Gehölz mit einer enorm weiten Standortamplitude, das in der Mythologie ein Symbol für Lebensfreude, Fruchtbarkeit und Unsterblichkeit darstellt.
Europa, vom Polarkreis bis zum Ural und in Teilen Westasiens, im Mittelmeerraum hauptsächlich in den Bergen; bevorzugt in Hecken der freien Landschaft, lichten Wäldern und Feldsäumen auf nährstoffreichen Humus-Lehmböden von Meereshöhe bis gegen 1500 m ü. M.
Sommergrüner, breit aufrechter und mehrstämmiger Grossstrauch, der im Alter weit ausladend und im Durchmesser rundlich wird. Kann bis 9 m hoch und 8 m breit werden, gelegentlich sind auch baumförmige, meist dem Licht entgegenwachsende, lang gestreckte Exemplare von bis gegen 15 m Höhe möglich.
Die rundlichen oder eiförmigen, bis etwa 10 cm grossen Blätter stehen wechselständig an den hellbraunen bis bräunlich olivfarbenen, fein behaarten Trieben; sie sind doppelt gesägt, etwas gelappt und kräftig grün. Im Herbst verfärbt sich das Laub gelb. Die jungen Triebe weisen zahlreiche Lentizellen auf, während die Borke im Alter braungrau und längsrissig wird. Das Gehölz ist einhäusig.
Die gelben männlichen Kätzchen blühen in typischen hängenden Ständen im März, bei milder Witterung oft schon im Januar, die weiblichen Blüten sind in den Knospen verborgen; nur bei genauem Betrachten sind rote Narben sichtbar. Obwohl sie durch den Wind bestäubt werden, stellen sie eine wichtige Pollenquelle (kein Nektar) für Bienen und weitere Insekten dar.
Ab September reifen die essbaren hartschaligen Früchte bzw. Haselnüsse einzeln oder bis zu vieren (sechsen) in zerschlitzten Becherhüllen. Das Gehölz bildet ein flaches, fein verzweigtes und ausgedehntes Herzwurzelwerk mit wenigen kräftigen Senkwurzeln aus. An Boden und Standort werden nur sehr bescheidene Anforderungen gestellt. Corylus avellana gedeiht sogar noch auf Rohböden und im Schatten zufriedenstellend und ist auch, was die Bodenreaktion betrifft, äusserst anpassungsfähig.
Ein absolut robustes, frosthartes und regenerationsfähiges einheimisches Gehölz mit einer enorm weiten Standortamplitude, das in der Mythologie ein Symbol für Lebensfreude, Fruchtbarkeit und Unsterblichkeit darstellt. Die Hasel erträgt auch stärksten Rückschnitt (auf den Stock setzen) problemlos. Da sie nahezu überall gedeihen kann, ist sie auch fast überall sowohl ästhetisch als auch ökologisch zu Hause. Sie bietet Vögeln, Eichhörnchen und der selten gewordenen Haselmaus Schutz und Nahrung.
Für uns Menschen sind die wohlschmeckenden Nüsse ebenfalls eine Bereicherung; deshalb wird das Gehölz auch plantagenmässig angebaut. Früher wurden die biegsamen Zweige für Flechtarbeiten und zur Herstellung von Geflügelgehegen genutzt.
Die Hasel gehört in jede Wildhecke, macht aber auch in Siedlungen als robustes Kletter- und Spielgehölz für Kinder Sinn. Sie wirkt ebenfalls herrlich als Einzelgehölz mit viel Freiraum. Das herunterfallende Laub sollte im Herbst liegen gelassen werden, da es bodenverbessernd wirkt. Neben der reinen Art werden in Baumschulen auch Selektionen und Sorten kultiviert.
Eine von 4000 Pflanzen aus dem Nachschlagewerk PLANTAE.
Ein Handbuch der Gartenpflanzen, wie es noch keines gegeben hat – für Gärtnerinnen, Landschaftsarchitekten, Profis und Enthusiasten und für Bibliophile. Verfasst von Urs Lüscher.
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