Hier präsentieren wir eine Auswahl aus den über 4000 Pflanzen des Buches «Plantae».

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Daphne mezereum

Kellerhals | Märzenseidelbast | Seidelbast | Zeiland




Daphne mezereum

Daphne mezereum ist bei uns in freier Natur sehr selten geworden. Wertvoll ist dieser Seidelbast als frühe Bienenweidepflanze – worauf der althochdeutsche Name Zeidel (Bienenhonig) auch Bezug nimmt.

VERBREITUNG

In Europa, Kleinasien, Kaukasus und Sibirien; bevorzugt in krautreichen Wäldern auf einem kalkhaltigen und frischen Boden. Kann bis über 2000 m ü. M. aufsteigen.

WUCHS

Locker aufgebauter, trichterförmiger bis straff aufrechter, dicktriebiger Strauch, der sich nur wenig verzweigt und 1–1,5 m hoch, im Alter auch ebenso breit wird.

MERKMALE & EIGENSCHAFTEN

Die sommergrünen, wechselständig angeordneten und an den Triebenden oft gehäuft stehenden Blätter sind länglich-lanzettlich geformt und werden 4–8 cm lang; auf der Oberseite sind sie matthellgrün, auf der Unterseite bläulich grün gefärbt. Die Herbstfärbung ist gelb. Die rosa- bis purpurrosafarbenen, 5–7 mm grossen, auffallend stark duftenden Blüten erscheinen zwischen Februar und April in grosser Zahl entlang der vorjährigen Zweige und ziehen Bienen, Hummeln, Tagfalter und zahlreiche weitere Insekten an.

Das junge graubraune Holz ist kahl, glatt und auch sehr biegsam; es fühlt sich fast schon gummiartig an. Ab Juni reifen die giftigen, 6–8 mm grossen, kugeligen, roten Steinfrüchte, die von verschiedenen Vogelarten gefressen werden.

Das fleischige Wurzelwerk ist spärlich verzweigt, reicht tief und reagiert empfindlich auf Verletzungen und Bodenverdichtung. Ein absonniger bis halbschattiger Standort ist optimal. Der Boden sollte gleichmässig feucht, jedoch gut durchlässig lehmig, nahrhaft und kalkhaltig sein. Eine Reaktion im neutralen bis alkalischen Bereich wird bevorzugt. Diese Seidelbastart gedeiht auch noch auf mässig sauren Böden, ist dann aber bedeutend kurzlebiger

Essenz

Daphne mezereum ist bei uns in freier Natur sehr selten geworden. Wertvoll ist dieser Seidelbast als frühe Bienenweidepflanze – worauf der althochdeutsche Name Zeidel (Bienenhonig) auch Bezug nimmt. Da er stark giftig ist, sollte man ihn nicht in der Nähe von Kinderspielplätzen, Schulen etc. pflanzen. Früher wurde diese Art auch als Brechmittel eingesetzt. Ein Rückschnitt wird schlecht ertragen und sollte deshalb nur in Ausnahmefällen vorgenommen  werden.

Der Märzenseidelbast ist gut frosthart, erträgt aber keine längeren Trockenphasen. Mit der frühen und stark duftenden Blüte wirkt eine Kombination mit früh blühenden Zwiebelpflanzen wie z. B. Schneeglöckchen (Galanthus) oder Krokussen (Crocus) im lichten Schatten von Gehölzen sehr attraktiv.

FOTOS


Eine von 4000 Pflanzen aus dem Nachschlagewerk PLANTAE.

Ein Handbuch der Gartenpflanzen, wie es noch keines gegeben hat – für Gärtnerinnen, Landschaftsarchitekten, Profis und Enthusiasten und für Bibliophile. Verfasst von Urs Lüscher.


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