Hier präsentieren wir eine Auswahl aus den über 4000 Pflanzen des Buches «Plantae».
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Euonymus europaeus
Pfaffenhütchen

Das heimische Pfaffenhütchen ist ein wertvolles Vogelschutzgehölz und gut frosthart sowie hitzetolerant. Als Nahrung dienen die Samen u. a. Rotkehlchen, Amseln, Elstern, Drosseln und vielen anderen Vogelarten.
Europa, Kleinasien und Kaukasus, häufig im Flachland und bis auf ca. 1200 m ü. M. Klassisches Feldheckengehölz, das oft auch an Waldrändern anzutreffen ist.
Sommergrüner, aufrechter Strauch oder kleiner Baum mit sparrigen und locker gestellten Ästen, der 3–5 m hoch und bis 4 m breit werden kann. Die unteren Astpartien verkahlen im Alter.
Die eiförmigen bis elliptischen Blätter stehen gegenständig an den grünlichen Trieben; sie sind im Sommer dunkelgrün und werden bis etwa 8 cm lang. Im Herbst färbt sich das Laub von leuchtend gelb bis rot. Die dunkelgrünen Zweige sind meistens vierkantig und mit schwachen Korkleisten versehen, während die ältere Borke grau und glatt wird. Von Mai bis Juni erscheinen die unscheinbaren gelblich grünen Blüten, die eine wichtige Nahrungsquelle für zahlreiche Insekten, insbesondere Fliegen sind. Die rosaroten bis karminroten Fruchtkapseln sind vierlappig und reifen ab August bis Oktober. Der leuchtend orange Samenmantel (Arillus) verleiht den Früchten einen hohen Zierwert. Aber Vorsicht ist geboten: Die Früchte sind für den Menschen giftig. Das Gehölz bildet ein fein verzweigtes und bis in mittlere Tiefen reichendes Wurzelwerk aus, das den Oberboden stark durchwurzelt.
Ein sonniger bis halbschattiger Standort auf einem normalen, kultivierten und frischen Gartenboden ist gut geeignet. Euonymus europaeus toleriert jedoch fast alle Bodentypen, bevorzugt aber eher frische bis feuchte und kalkhaltige Standorte. Eine Reaktion im neutralen bis alkalischen Bereich gilt als optimal.
Das heimische Pfaffenhütchen ist ein wertvolles Vogelschutzgehölz und gut frosthart sowie hitzetolerant. Als Nahrung dienen die Samen u. a. Rotkehlchen, Amseln, Elstern, Drosseln und vielen anderen Vogelarten. Die Früchte sind auch für die Fruchtbarkeit des Rotkehlchens bedeutsam, was die aneinandergekoppelte Verbreitung dieser Vogelart und dieser Pflanze erklärt.
Die Blätter dienen verschiedenen Raupen als Nahrung, und die nektarreichen Blüten ziehen zahlreiche Insekten an. Nach dem Laubaustrieb wird das Gehölz häufig von Gespinstmotten befallen und kahlgefressen, was diesem jedoch meist keinen nachhaltigen Schaden verursacht. Wenn die Insekten weitergezogen sind, erholen sich die Pflanzen meist wieder.
Von einer Verwendung in der Nähe von Kinderspielplätzen ist abzusehen, da die Blätter und Früchte für Menschen giftig sind. Als pflegeleichtes Wildgehölz gehört das Pfaffenhütchen in Mischpflanzungen, Hecken wie auch in die freie Landschaft, es lässt sich aber auch gut in jeden Naturgarten integrieren. Gelegentlich wird auch die wüchsige und veredelte Sorte 'Red Cascade' in Baumschulen kultiviert, die durch den üppigeren Fruchtschmuck jedoch eher als Gartensorte zu verwenden ist.
Eine von 4000 Pflanzen aus dem Nachschlagewerk PLANTAE.
Ein Handbuch der Gartenpflanzen, wie es noch keines gegeben hat – für Gärtnerinnen, Landschaftsarchitekten, Profis und Enthusiasten und für Bibliophile. Verfasst von Urs Lüscher.
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