Hier präsentieren wir eine Auswahl aus den über 4000 Pflanzen des Buches «Plantae».

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Fagus sylvatica

Buche | Rotbuche



Fagus sylvatica

Die Buche gehört bei uns zu den landschaftsprägenden Bäumen. Sie ist ein gut frostharter, schattenverträglicher Baum, der aber mit innerstädtischem Klima, Streusalz, Hitze bzw. Trockenheit und Luftverschmutzung zunehmend gestresst wird.

VERBREITUNG

In ganz Europa vom Flachland bis auf ca. 1500 m ü. M. aufsteigend; bevorzugt auf frischen, kalkhaltigen Lehmböden in kühl humiden Gebieten mit mehr als 500 mm Jahresniederschlag.

WUCHS

Mächtiger, breit- und rundkroniger, imposanter Baum; im Freistand können die Äste bis zum Boden herabhängen. In Gruppen bzw. im Wald bildet er lange und gerade Stämme mit einer hoch gewölbten bzw. den Platzverhältnissen angepassten Krone aus. In der Höhe werden 30–35 m erreicht; im Freistand wird die Buche im Alter ebenso breit wie hoch.

MERKMALE & EIGENSCHAFTEN

Die sommergrünen, breit elliptischen bis ovalen Blätter sind wechselständig am Trieb angeordnet; sie werden 5–10 cm lang und besitzen fünf bis neun Nervenpaare, und der Rand ist leicht wellig. Im Frühjahr sind die Blätter seidig behaart, später auf der Oberseite dunkelgrün glänzend. Die Herbstfärbung ist leuchtend gelb bis goldgelb und verändert sich zum Winter hin in ein Rotbraun bzw. einen Bronzeton; die Blätter bleiben im Winter lange haften.

Die jungen Zweige sind graubraun, und im Alter bilden die Stämme ein glattes, silbergraues und attraktives Rindenbild aus. Die Pflanze ist einhäusig und blüht im Mai. Die Blüten haben nur geringen Zierwert und erscheinen erst ab einem Alter von 15 bis 20 Jahren. Ab September reifen die essbaren Früchte in Form einsamiger Nüsse, besser bekannt als Bucheckern. Man sollte sie nicht in zu grossen Mengen konsumieren, da sie einen hohen Oxalsäuregehalt aufweisen und leicht toxische Eigenschaften besitzen.

Fagus sylvatica bildet ein klassisches Herzwurzelsystem aus und durchwurzelt die oberflächlichen Bodenschichten intensiv; einzelne Wurzeln können aber bodenabhängig bis 1,5 m in die Tiefe reichen. Es kann ein sonniger bis schattiger Standort gewählt werden, und auch an den Boden werden nur geringe Ansprüche gestellt. Er sollte aber frisch bis feucht, nährstoffreich und lehmig bis sandig-lehmig sowie kalkhaltig sein. Ein Kalkboden mit einer hohen Luftfeuchtigkeit stellt das Optimum dar. Auf zu sauren Böden gedeiht die Buche nur unbefriedigend. Buchen können über 400 Jahre alt ­werden.

Essenz

Die Buche gehört bei uns zu den landschaftsprägenden Bäumen. Sie ist ein gut frostharter, schattenverträglicher Baum, der aber mit innerstädtischem Klima, Streusalz, Hitze bzw. Trockenheit und Luftverschmutzung zunehmend gestresst wird. Die Stämme reagieren empfindlich auf Sonnenbrand. So optimal sie für den Wald und in der freien Landschaft ist, so schwer kann sich die Buche im urbanen Raum behaupten. Einzigartig wirkt sie aber als geschnittene Hecke von bis zu 5 m Höhe oder streng formiert als Kugel, Kubus, Zylinder oder dergleichen. Mit dem über den Winter haftenden Herbstlaub und der feinen Verästelung bleibt sie auch während der Vegetationsruhe recht blickdicht.

In Krisenzeiten wurden die Bucheckern auch in der Schweiz als Nahrungsmittel genutzt. Das kalkreiche Buchenlaub besitzt nur einen geringen Gerbstoffgehalt und fördert die Bodenqualität. Es kann – sofern optisch vertretbar – in den Rabatten liegen gelassen werden. 

FOTOS


Eine von 4000 Pflanzen aus dem Nachschlagewerk PLANTAE.

Ein Handbuch der Gartenpflanzen, wie es noch keines gegeben hat – für Gärtnerinnen, Landschaftsarchitekten, Profis und Enthusiasten und für Bibliophile. Verfasst von Urs Lüscher.


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