Hier präsentieren wir eine Auswahl aus den über 4000 Pflanzen des Buches «Plantae».
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Ficus carica
Bergfeige | Echter Feigenbaum | Feige

Für ausgepflanzte Feigen in unseren Breiten ist – wenn man regelmässig ernten will – eine Spalierkultur an einer warmen und geschützten Hauswand am besten geeignet. Die Früchte der zahlreichen Sorten variieren in ihrer Form und Grösse, der Färbung der Haut und des Fruchtfleischs sowie der Reifezeit.
Die Wildform stammt vermutlich aus der Gegend um das Kaspische Meer und zählt wohl zu den ältesten Kulturpflanzen. Heute ist Ficus carica mit zahlreichen Sorten im ganzen Mittelmeerraum eingebürgert und wird auf allen fünf Kontinenten im geeigneten Klima kultiviert.
Sommergrüner Grossstrauch oder Baum, der bis 15 m hoch werden kann; nördlich der Alpen jedoch deutlich kleiner bleibend. Die Äste sind relativ dick, sparrig verzweigt und weichholzig.
Die klassischen Feigenblätter sind wechselständig am Trieb angeordnet, langgestielt und breitoval bis handförmig gelappt. Die Blüten sind äusserlich nicht sichtbar; sie befinden sich auf den Innenseiten krugförmig eingesenkter Blütenstandsachsen, deren Öffnung durch Schuppenblätter verschlossen ist. Aus der Wildform haben sich in jahrtausendelanger Kultur zwei Formen entwickelt: zum einen die sogenannte Bocks-, Holz- oder Caprifeige, zum anderen die Kulturfeige. Der Unterschied liegt in den Blütenständen: Die der Kulturfeige enthalten nur langgrifflige, weibliche Blüten; die der Bocksfeige dagegen männliche und kurzgrifflige weibliche Blüten.
Die Bestäubung der Feigen übernimmt die Feigenwespe (Blastophaga psenes), deren Larven sich in den Blüten der Bocksfeige entwickeln und beim Ausfliegen mit Pollen bedeckt werden und so auch Kulturfeigen befruchten. Diese eigenartige Symbiose zwischen Tier und Pflanze war bereits im Altertum bekannt. Durch das Aufhängen von Ästen der Bocksfeige in Kulturfeigenplantagen wurde die Befruchtung gefördert – man bezeichnet dies als Kaprifikation. Eine Fruchtentwicklung ist aber auch parthenokarp (mittels Jungfernfrüchtigkeit) möglich, d. h. ohne Bestäubung und ohne Samenbildung. Die Früchte sind eigentlich angeschwollene und fleischig gewordene Blütenstände.
Die samenlosen Sorten werden gern als Frischobst gegessen. Die Sorten mit Samen werden in der Regel getrocknet, mit Mehl bestäubt und als Trockenobst angeboten. Ein vollsonniger, geschützter Standort im Weinbauklima ist für Ficus carica gut geeignet. Ein gut drainierter, nahrhafter und sandig-lehmiger, tiefgründiger Boden wird geschätzt. Die Feige stellt eher bescheidene Ansprüche an den Boden und bevorzugt eine Reaktion um den neutralen Bereich.
Für ausgepflanzte Feigen in unseren Breiten ist – wenn man regelmässig ernten will – eine Spalierkultur an einer warmen und geschützten Hauswand am besten geeignet. Die Früchte der zahlreichen Sorten variieren in ihrer Form und Grösse, der Färbung der Haut und des Fruchtfleischs sowie der Reifezeit. Sie können alle sowohl roh als auch getrocknet gegessen werden. Einen optimalen Standort vorausgesetzt, gibt es jährlich drei Ernten: Die Frühjahrsfeigen werden noch vor dem Blattfall im Herbst angesetzt; die Sommer- und Herbstfeigen reifen am diesjährigen Holz. Erstere gelten als die schmackhaftesten, die Sommerfeigen bringen den höchsten Ertrag, jene im Herbst gelten als eher minderwertig und werden in der Regel getrocknet.
Es existieren sehr viele Sorten, und im Süden hat auch fast jede Baumschule ihre eigene Selektion. In den letzten Jahren sind auch Selektionen und Sorten, die in Richtung Winterhärte und Fruchtertrag optimiert worden sind, auf den Markt gekommen. Grundsätzlich gilt aber für alle: Der Standort sollte geschützt und sonnig gewählt werden. Staunässe und strenger Frost ist Gift für die Pflanze. Ein Winterschutz durch Abmulchen des Bodens in Kombination mit einer Reisigabdeckung ist nicht nur bei jungen Pflanzen sinnvoll. Ficus carica macht auch als problemlose und in einem dunklen und frostfreien Raum oder im Kalthaus zu überwinternde Kübelpflanze eine gute Figur.
Eine von 4000 Pflanzen aus dem Nachschlagewerk PLANTAE.
Ein Handbuch der Gartenpflanzen, wie es noch keines gegeben hat – für Gärtnerinnen, Landschaftsarchitekten, Profis und Enthusiasten und für Bibliophile. Verfasst von Urs Lüscher.
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