Hier präsentieren wir eine Auswahl aus den über 4000 Pflanzen des Buches «Plantae».

Über die Suchfunktion oben rechts (versteckt hinter den drei Querstrichen) oder die Hashtags am Ende jedes Pflanzenporträts können gezielt Arten mit bestimmten Eigenschaften gefunden werden.

Frangula alnus

Gemeiner Faulbaum | Pulverholz



Frangula alnus

Ein klassisches Wildgehölz, das nur selten in Gärten und Siedlungen gepflanzt wird. Als Ufersicherung oder zur Rekultivierung wie auch in Wildhecken an feuchten und nassen Standorten bewährt sich diese Pflanze hervorragend.

VERBREITUNG

Europa bis westliches Asien; bevorzugt an feuchten Ufern, in Auenwäldern sowie auf staufeuchten bis nassen ­Böden.

WUCHS

Hoher, locker aufgebauter, sommergrünen Strauch, der sich gelegentlich auch baumartig entwickelt; im Alter hängen die schlanken Triebe häufig über. Höhe 3–5 m, bei optimalen Bedingungen sind aber auch 7 m Höhe und 5 m Breite möglich.

MERKMALE & EIGENSCHAFTEN

Die breit eiförmigen Blätter stehen wechselständig an den Trieben und können bis 7 cm lang werden. In der Regel sind sie dunkelgrün und etwas glänzend, und im Herbst verfärben sie sich von gelb bis leuchtend goldgelb.

Die Blüten sind grünlich weiss bis gelbgrün und eher unscheinbar. Die Hauptblüte ist von Mai bis Juni, zusammen mit der Laubentwicklung, und es findet sowohl eine Selbst- als auch eine Insektenbestäubung statt. Insgesamt dauert die (Nach)blütezeit aber sehr lange, und es ist möglich, an derselben Pflanze noch Blüten und reifende Früchte zu finden. Diese sind bei Vollreife erbsengross und schwarzviolett gefärbt und werden gern von Vögeln gefressen und verbreitet, gelten für den Menschen jedoch als giftig.

Die einjährigen Triebe sind graubraun bis braunviolett und besitzen auffällige helle Lentizellen. Beim Schneiden der Triebe entsteht ein unangenehmer, fauliger Geruch, und die Schnittstellen leuchten gelb. Die Wurzeln sind wenig verzweigt, bilden Wurzelbrut aus und reichen tief. Eine temporäre Überflutung wird gut ertragen, und ein sonniger bis schattiger Standort ist möglich. Der Boden sollte konstant frisch bis nass und tiefgründig sein sowie möglichst eine schwach saure bis neutrale Reaktion aufweisen. Das frostharte Gehölz meidet kalkhaltige Bodentypen, ist insgesamt aber robust und recht anpassungs­fähig.

Essenz

Ein klassisches Wildgehölz, das nur selten in Gärten und Siedlungen gepflanzt wird. Als Ufersicherung oder zur Rekultivierung wie auch in Wildhecken an feuchten und nassen Standorten bewährt sich diese Pflanze hervorragend. Der Pionierstrauch ist auch ökologisch wertvoll und bietet vielen einheimischen Vögeln Schutz und Nistgelegenheiten. Das Laub wird gern von den Raupen des Zitronenfalters (Gonepteryx rhamni) als Nahrung genutzt, und die Blüten gelten als Bienenweide.

Der Trivialname Pulverholz bezieht sich darauf, dass die Holzkohle von Frangula alnus früher zur Schwarzpulverherstellung genutzt wurde.


Eine von 4000 Pflanzen aus dem Nachschlagewerk PLANTAE.

Ein Handbuch der Gartenpflanzen, wie es noch keines gegeben hat – für Gärtnerinnen, Landschaftsarchitekten, Profis und Enthusiasten und für Bibliophile. Verfasst von Urs Lüscher.


 ZURÜCK ZU: