Hier präsentieren wir eine Auswahl aus den über 4000 Pflanzen des Buches «Plantae».

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Fraxinus excelsior

Esche | Gemeine Esche



Fraxinus excelsior

Schon von den Kelten wurde dieser Baum verehrt. Da das Eschenholz sehr zäh und trotzdem elastisch ist, kam es schon früh bei der Herstellung von Lanzen- und Werkzeugstielen zum Einsatz. Auch heute werden noch Sportgeräte wie bspw. Ski und Handwerkzeugstiele daraus hergestellt.

VERBREITUNG

In Mitteleuropa überall verbreitet, kommt aber auch in den Randregionen Europas, in Kleinasien und im Kaukasus vor; bevorzugt in Laubmisch- sowie in Auenwäldern und entlang von Flüssen. Steigt in den Alpen bis auf 1400 m ü. M. auf.

WUCHS

Imposanter und in jungen Jahren recht raschwüchsiger, sommergrüner Baum, der 20–40 m hoch und bis 30 m breit werden kann. In der Regel entwickelt sich die Krone oval bis rundlich; im Alter sind die unteren Äste teilweise sehr stark ausgebildet und weit ausladend.

MERKMALE & EIGENSCHAFTEN

Die gegenständig angeordneten, unpaarig gefiederten Blätter werden bis 40 cm lang; die Einzelblättchen sind gegenständig und erreichen eine Länge von 6 bis 11 cm. Im Sommer ist das Laub kräftig grün, im Herbst fällt es in der Regel nach Frosteintritt ohne nennenswerte Verfärbung ab. Die Winterknospen sind auffallend schwarz, und die junge Rinde ist meistens grau bis olivgrau; sie bleibt lange glatt, wird dann dunkelgrau sowie rissig und später als Borke mit rautenförmigen Mustern fein und flach gefurcht.

Im Frühjahr erscheinen vor dem Laubaustrieb die gelblichen bis rötlich braunen, bis 10 cm langen seitenständigen Blüten in Form von Rispen; sie werden durch den Wind bestäubt, sind eingeschlechtig oder zwittrig und eher unscheinbar. Die geflügelten Nussfrüchte erscheinen in Büscheln im Herbst und können wie kleine Hubschrauber bis 150 m (!) weit fliegen; so sorgen sie für die Ausbreitung der Art. In jungen Jahren bilden die Eschen eine kräftige Pfahlwurzel aus, die sich später zu einem Senkerwurzelsystem entwickelt, das bis in Tiefen von über 1,5 m vordringen kann. Flächen­mäs­sig dehnen sich die Wurzeln ebenfalls stark aus.

Ein sonniger bis halbschattiger Standort auf frischen bis feuchten, tiefgründigen, lockeren und nährstoffreichen Böden mit einer Reaktion im neutralen bis alkalischen Bereich gilt als ideal für die Entwicklung. Das Gehölz ist Kalk liebend und erträgt kurzzeitige Nässe (Überschwemmungen) gut, eine hohe Luftfeuchtigkeit wird geschätzt.

Essenz

Schon von den Kelten wurde dieser Baum verehrt. Da das Eschenholz sehr zäh und trotzdem elastisch ist, kam es schon früh bei der Herstellung von Lanzen- und Werkzeugstielen zum Einsatz. Auch heute werden noch Sportgeräte wie bspw. Ski und Handwerkzeugstiele daraus hergestellt.

Eschenblättertee gilt als blutreinigend und kann bei Rheumabeschwerden Linderung bringen. Ihre ganze Schönheit entwickelt die Esche als bis zu 250 Jahre alt werdender, frei wachsender Baum, der eigentlich fast überall passt, vorausgesetzt, die Platzverhältnisse lassen seine Verwendung zu. Für den Einsatz in der Stadt bieten sich zahlreiche Selektionen an. Leider ist sie seit den 1990er-Jahren stark durch den Schlauchpilz (Hymenoscyphus pseudoalbidus mit seiner Nebenfruchtform Chalara fraxinea) gefährdet. Diese sogenannte Eschenwelke oder auch als Eschentriebsterben bekannte Krankheit wurde zuerst in Osteuropa beobachtet, hat sich dann besonders in Nordeuropa stark verbreitet und ganze Bestände dahingerafft. Dies macht eine Verwendung dieser Art zurzeit recht schwierig, doch die Forschung arbeitet mit Hochdruck an der Selektion von resistenten Typen. Dies ist jedoch ein zeitintensives Unterfangen, da sich die Gehölze auch in langjährigen Feldversuchen beweisen ­müssen.

FOTOS


Eine von 4000 Pflanzen aus dem Nachschlagewerk PLANTAE.

Ein Handbuch der Gartenpflanzen, wie es noch keines gegeben hat – für Gärtnerinnen, Landschaftsarchitekten, Profis und Enthusiasten und für Bibliophile. Verfasst von Urs Lüscher.


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