Hier präsentieren wir eine Auswahl aus den über 4000 Pflanzen des Buches «Plantae».
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Fraxinus ornus
Blumenesche | Mannaesche | Schmuckesche

Die Blumenesche ist in unseren Breiten ausreichend frosthart und erträgt Hitze wie auch Trockenheit ausgesprochen gut. Sie toleriert das extreme Stadtklima recht unbeeindruckt, und auch die Eschenwelke, die aktuell die Art Fraxinus excelsior so stark bedroht, stellt für sie (noch?) keine Gefahr dar.
Südeuropa und Vorderasien, in Mitteleuropa stellenweise eingebürgert und forstwirtschaftlich angebaut. In der Südschweiz (Tessin) bevorzugt auf kalkreichen, warmen und steinigen Lehmböden anzutreffen.
Eher langsam wachsender, 7–10 m hoher und meistens kurzstämmiger, sommergrüner Baum. In der Breite werden 4–8 m erreicht; selten sind auch Exemplare von 15 m Höhe und 10 m Breite anzutreffen. Im Alter oft sehr dicht beastet und eine breitovale bis runde Kronenform ausbildend. Als Hochstamm gezogen, entwickelt die Blumenesche eine ungleichmässig runde und ausladende Krone.
Die dunkel- bis mattblaugrünen, gegenständig angeordneten und 20–25 cm langen Blätter sind unpaarig gefiedert und bestehen meistens aus sieben Einzelblättchen. Die Herbstfärbung reicht von bronzefarben bis gelb. Die cremeweissen, zwittrigen oder eingeschlechtigen Blüten erscheinen von Mai bis Juni in Form von dichten, endständigen, bis 15 cm langen Rispen; sie duften angenehm, zeigen sich zahlreich ab dem 10. bis 15. Lebensjahr und werden gern von Bienen, Hummeln und weiteren Insekten besucht. Die jungen Triebe sind grau und glatt. Ganz typisch sind die mausgrauen, filzig behaarten Winterknospen.
Im Alter nimmt die Borke eine grauschwarze Färbung an. Ab September reifen die 2–4 cm grossen, geflügelten Nussfrüchte. Das Gehölz bildet, stark bodenabhängig, ein Herzwurzelsystem mit vertikal wachsenden Senkerwurzeln und weit reichenden flachen Hauptseitenwurzeln aus.
Die Blumenesche gedeiht besonders gut an einem sonnigen bis absonnigen und warmen Standort. Der Boden sollte gut drainiert, eher trocken, kalkhaltig und sandig-lehmig sein, und eine Reaktion im neutralen bis alkalischen Bereich wird bevorzugt. Fraxinus ornus ist aber sehr genügsam und entwickelt sich auf fast allen durchlässigen Bodentypen zufriedenstellend.
Die Blumenesche ist in unseren Breiten ausreichend frosthart und erträgt Hitze wie auch Trockenheit ausgesprochen gut. Sie toleriert das extreme Stadtklima recht unbeeindruckt, und auch die Eschenwelke, die aktuell die Art Fraxinus excelsior so stark bedroht, stellt für sie (noch?) keine Gefahr dar.
In Südeuropa wird sie als wichtiger Laubfutterbaum in der Landwirtschaft geschätzt. Im Frühherbst werden die noch beblätterten Äste abgeschnitten, das Laub trocknet am Zweig ein und dient im Winter als Viehfutter. Aus der angeschnittenen Rinde der Bäume kann ein zuckerhaltiger Saft gewonnen werden, der an der Luft schnell eintrocknet. Früher war er als «Manna» im Handel zu finden und wurde als Heilmittel gegen Husten eingesetzt. Gerade in Süditalien ist diese Kultur seit dem Mittelalter bekannt.
Während der Blütezeit, die eine ausserordentliche Zierde ist, wird die Blumenesche auch eine wertvolle Bienenweide. Ob als kleinkroniger Alleebaum im städtischen Umfeld oder als frei gewachsener Solitär in Gärten oder Siedlungen, überzeugt die Blumenesche als robustes und attraktives Gehölz. Auch eine Verwendung in genug grossen Gefässen bzw. Trögen oder auf Dachgärten ist möglich, und man braucht kein Prophet zu sein, um diesem schnittverträglichen Gehölz im Rahmen des Klimawandels mit immer trockeneren und heisseren Sommern eine wachsende Bedeutung vorauszusagen.
Eine von 4000 Pflanzen aus dem Nachschlagewerk PLANTAE.
Ein Handbuch der Gartenpflanzen, wie es noch keines gegeben hat – für Gärtnerinnen, Landschaftsarchitekten, Profis und Enthusiasten und für Bibliophile. Verfasst von Urs Lüscher.
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