Hier präsentieren wir eine Auswahl aus den über 4000 Pflanzen des Buches «Plantae».

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Hippophae rhamnoides

Küsten­sanddorn | Sandbeere | Sanddorn | Weidendorn 




Hippophae rhamnoides

Ein robustes, einheimisches Pionier- und sehr wertvolles Vogelschutzgehölz, das mit Stadtklima, Streusalz und auch kurzfristigen Überschwemmungen gut umzugehen weiss.

VERBREITUNG

Von Europa bis Asien; als Pioniergehölz bevorzugt in alpinen Schotterauen, trockenen und lichten Kiefernwäldern sowie in Kiesgruben, im Ödland und an sandigen Küsten. Kann in den Südalpen bis auf 1800 m ü. M. aufsteigen.

WUCHS

Sparriger, unregelmässig wachsender und im Alter besonders malerisch wirkender, laubabwerfender Strauch oder Kleinbaum mit dornigen Kurztrieben und zahlreichen Ausläufern (Wurzelschösslingen). In Höhe und Breite werden 4–6 m (8 m) erreicht.

MERKMALE & EIGENSCHAFTEN

Die sommergrünen, wechselständig angeordneten, oberseits silbergrauen und unterseits dicht silbergrau bis rötlich behaarten Blätter sind lineal-lanzettlich geformt und ganzrandig; sie werden 3–6,5 cm lang sowie 6–8 mm breit und erinnern etwas an Weidenblätter (Salix). Im Herbst findet kaum eine Färbung statt, und die Blätter bleiben lange an den Trieben haften. Die Pflanzen sind zweihäusig, und die unscheinbaren, grünlich braunen Blüten erscheinen vor der Blattentwicklung im März oder April. Die Bestäubung erfolgt in der Regel durch den Wind. Die weiblichen Blütenknospen sind eher rundlich geformt und 2–2,5 mm gross; die männlichen sind meist kegel- bis spitz eiförmig und werden ca. 6 mm lang.

An weiblichen Pflanzen reifen ab September die orangen, 6–8 mm grossen und saftigen Früchte, die, sofern sie nicht geerntet werden, bis in den Winter hinein am Strauch haften bleiben; sie besitzen einen hohen Vitamin-C-Gehalt, aber auch die Vitamine A und E sind reich vorhanden. Das Gehölz bildet ein tief gehendes und weit reichendes Wurzelsystem aus, das Wege und Strassenbeläge mühelos anheben und aufbrechen kann. Die dornigen Zweige sind im Jugendstadium silbergrau und schilfrig bereift.

Das dauerhafte und feinfaserige, gut polierbare Holz ist besonders bei Drechslern beliebt. Mit fortschreitendem Alter wird die Stammborke längsrissig und nimmt eine eher graubraune bis schwärzliche Tönung an.

Ein vollsonniger Standort ist wichtig. Bei zu wenig Licht kümmert die Pflanze. An den Boden werden keine besonderen Ansprüche gestellt. Ein gut drainierter, mässig trockener, sandig-kiesiger und kalkhaltiger, nicht zu nahrhafter Boden hat sich aber als optimal erwiesen. Bodentypen mit einer stark sauren Reaktion werden gemieden.

Essenz

Ein robustes, einheimisches Pionier- und sehr wertvolles Vogelschutzgehölz, das mit Stadtklima, Streusalz und auch kurzfristigen Überschwemmungen gut umzugehen weiss. Da die männlichen und weiblichen Blüten auf verschiedenen Pflanzen sitzen (zweihäusig), ist für die Befruchtung mindestens eine männliche Pflanze einzuplanen, um die Früchte ernten zu können.

Der Sanddorn gehört ernährungsphysiologisch zu den wertvollsten Wildobstarten, aus denen man Säfte, Marmeladen und Kompott herstellen kann, und gilt als wichtiges Vogelnährgehölz in Wild- und Schutzhecken, wird aber auch als interessanter Blickfang im Garten, zur Böschungs- und Hangbefestigung, in der freien Landschaft oder als Küstenschutzpflanze auf Dünen (Erosionsschutz) hoch geschätzt. Aufgrund der aggressiven Ausläuferbildung ist von Sanddornpflanzungen in der Nähe von empfindlichen Belägen, auf Dächern oder oberhalb von Tiefgaragen abzuraten. Es werden auch grossfruchtige weibliche Sorten und gute Pollenspendersorten (männliche) in Baumschulen ­kultiviert.

FOTOS


Eine von 4000 Pflanzen aus dem Nachschlagewerk PLANTAE.

Ein Handbuch der Gartenpflanzen, wie es noch keines gegeben hat – für Gärtnerinnen, Landschaftsarchitekten, Profis und Enthusiasten und für Bibliophile. Verfasst von Urs Lüscher.


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