Hier präsentieren wir eine Auswahl aus den über 4000 Pflanzen des Buches «Plantae».
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Hydrangea macrophylla
Bauernhortensie | Gartenhortensie

Der grösste Zierwert sind sicher die auffallenden ballförmigen oder flachen Blütendolden, die lange attraktiv bleiben. Mit ihrem robusten Wesen und ihrer pflegeleichten Langlebigkeit hat Hydrangea macrophylla unsere Gärten schon lange erobert.
Es ist nicht ganz sicher, ob diese Art wirklich die Urform der Gartenhortensien ist. Hydrangea macrophylla wird in China und Japan schon seit Jahrhunderten kultiviert. Einige Dendrologen würden die ihr zugeteilten Sorten lieber ohne Artbezeichnung schreiben oder sogar der Art Hydrangea serrata zuordnen; andere bevorzugen die Bezeichnung Hydrangea macrophylla und serrata-Hybriden. Das ursprüngliche Verbreitungsgebiet der Art wird in Japan vermutet, wo in Küstennähe bis 3 m hohe Dickichte gebildet werden. Gärtnerische Bedeutung haben nur die zahlreichen Sorten.
Vieltriebige, sich bogig ausladend entwickelnde Sträucher mit fleischigen und dicken Blättern. Je nach Sorte werden 0,8–2 m Höhe und eine ebensolche Breite erreicht.
Allen Sorten gemein sind die recht grossen, eiförmigen, dunkelgrünen und fleischig dicken Blätter, die gegenständig oder zu dritt in Quirlen angeordnet sind. Die Triebe sind nur mässig verzweigt und je nach Sorte mehr oder weniger aufrecht stehend. Typisch ist die End- oder Terminalknospe, die mit den die Blütenknospe umhüllenden Blättern wie ein gefaltetes Händepaar aussieht. Diese Blütenknospen werden bereits im Vorjahr angelegt und sollten geschont, d. h. nicht zurückgeschnitten werden.
Die Blüten können als flache Doldenrispen erscheinen oder kugel- bzw. ballförmig sein. Die fertilen inneren Blüten sind in der Regel weiss bis bläulich und v. a. bei den flachen Blütendolden, auch Tellerhortensien genannt, anzutreffen. Bei vielen Kultivaren bzw. Sorten sind diese aber komplett verschwunden und durch sterile Scheinblüten ersetzt worden. Die ballförmig blühenden Sorten besitzen keine fertilen, sondern nur sterile Blüten und sind für Bienen wie auch für andere Insekten uninteressant. Die Blütenfarben können von weiss über rot bis blau und violett auch variable Mischformen mit je nach Blütenalter auch wunderbar pastellfarbenen Tönungen aufweisen.
Die Blütezeit dauert von Juni bis September. Rot- und blaublühende Hortensiensorten reagieren auf den pH-Wert des Bodens: Je saurer der Boden, desto intensiver fällt die Blaufärbung aus; oder umgekehrt: Je kalkhaltiger der Boden bzw. je höher der pH-Wert ist, desto rosafarbener wird die Blüte. Dies ist aber nur eine Faustregel, da sich nicht alle Sorten zum Umfärben eignen und neben dem pH-Wert auch das Vorkommen von Aluminiumverbindungen eine wichtige Rolle spielt.
Ein drainierter, nahrhafter, frischer bis feuchter, mässig saurer bis neutraler und sandig-humoser Boden behagt der Gartenhortensie am besten. Ein windgeschützter, absonniger bis halbschattiger Standort in einer kühlen und luftfeuchten Lage ist ideal. Je sonniger der Standort, desto feuchter sollte der Boden sein. Hortensien benötigen im Sommer viel Wasser. Man sieht es der Pflanze richtiggehend an, wenn sie Durst hat. Nach einer Wassergabe erholt sie sich in kurzer Zeit wieder: Die schlaffen, hängenden Blätter richten sich wieder auf (Turgordruck).
Der grösste Zierwert sind sicher die auffallenden ballförmigen oder flachen Blütendolden, die lange attraktiv bleiben. Mit ihrem robusten Wesen und ihrer pflegeleichten Langlebigkeit hat Hydrangea macrophylla unsere Gärten schon lange erobert. Ihr typischer Standort kann bspw. bei einem schattigen Hauseingang, am Rand von Gehölzgruppen, im Bauerngarten, bei den Schnittstauden, am Moorbeetrand oder in gemischten Rabatten liegen; solche und ähnliche Standorte finden sich in fast jedem Garten. Aber auch in Gefässen und Trögen oder in der Floristik stellt sie eine dankbare und lange attraktiv bleibende Zierde dar.
Gerade in der Südschweiz (Tessin) sind die häufig blau gefärbten Hortensien (saurer Boden) eine wichtige Gartenkulturpflanze. Der Handel hält spezielle Mineralsalze bereit, die gegossen werden können, um eine schöne Blaufärbung beizubehalten, z. B. Hortensienblau oder Kalialaun. Diese Giessbehandlung muss aber in regelmässigen Abständen erfolgen und zeigt nur Erfolg, sofern der Boden nicht zu alkalisch ist.
Wir empfehlen bei blaufärbenden Sorten die Pflanzgrube grosszügig zu bemessen und mit Rhododendronerde, Humus sowie reifem Kompost gemischt aufzufüllen. Um die Blühwilligkeit aller Sorten zu erhöhen, ist ein Auslichtungsschnitt gerade im Frühjahr sinnvoll; dieser sollte sich aber auf das Ausschneiden der trockenen Blütenstände bis zur Basis beschränken. Die trockenen Blütenstände sind in der Floristik für Sträusse recht beliebt.
Keinesfalls sollten die vorjährigen Triebe mit den kräftigen Terminalknospen ab- oder angeschnitten werden. Diese bilden im Frühsommer nämlich den kräftigsten und intensivsten Flor. Nur in besonders milden Gegenden kann auch ein starker Rückschnitt erfolgen, d. h. wenn genügend Vegetationszeit verbleibt, um trotzdem eine üppige Blüte zu produzieren.
Eine von 4000 Pflanzen aus dem Nachschlagewerk PLANTAE.
Ein Handbuch der Gartenpflanzen, wie es noch keines gegeben hat – für Gärtnerinnen, Landschaftsarchitekten, Profis und Enthusiasten und für Bibliophile. Verfasst von Urs Lüscher.
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