Hier präsentieren wir eine Auswahl aus den über 4000 Pflanzen des Buches «Plantae».
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Ilex aquifolium
Gemeine Hülse | Stechpalme | Waldhülse

Die Stechpalme ist in unseren Breiten der einzige immergrüne einheimische Laubbaum, der regelmässig in den Wäldern wild wachsend anzutreffen ist. Als klassische Waldpflanze sind ihre Schattenverträglichkeit, die Widerstandsfähigkeit gegenüber Wurzeldruck und die gute Ausschlagsfähigkeit nach einem Rückschnitt die wichtigsten gärtnerischen Verwendungsargumente.
Europa bis Westasien und im Nordwesten Afrikas. Hauptverbreitungsgebiet ist jedoch das Alpenvorland, wo diese Art bevorzugt im Unterholz von Wäldern anzutreffen ist.
Spitz pyramidaler bis kegelförmiger Baum mit sparriger und dicht stehender Beastung. In der Höhe werden 4–8 m (12 m) und in der Breite 3–4 m erreicht; seltener sind bis 15 m hohe und 7 m breite, alte Exemplare anzutreffen. Eher langsam wachsend.
Die immergrünen, glänzenden und derb ledrigen Blätter sind wechselständig am Trieb angeordnet. Der Blattrand ist ungleichmässig wellig und dornig gezähnt. Die Blattoberseite ist dunkelgrün, während die Unterseite hellgrün erscheint. An älteren Pflanzen sind variable Blattformen zu finden, mitunter auch (fast) nicht bedornte Exemplare. Die einzelnen Blätter bleiben bis 3 Jahre am Baum hängen. Ilex aquifolium besitzt in der Regel eingeschlechtige sowie zweihäusig verteilte Blüten. Die kleinen weiblichen Blüten sind weiss und weisen vier Kronblätter, einen Fruchtknoten, eine Narbe und sterile Staubblätter auf; die männlichen Blüten haben keinen Fruchtknoten und keine Narbe.
Die Blütezeit dauert von Mai bis Juni. Nach einer erfolgreichen Befruchtung bilden die weiblichen Exemplare leuchtend rote, 7–10 mm grosse Steinfrüchte aus, die lange, gelegentlich auch bis zum Frühjahr, am Baum hängen bleiben. Diese sind für Menschen giftig und haben nach dem Verzehr Erbrechen und Durchfall zur Folge. Von Vögeln werden sie nur in strengen Wintern gefressen.
Das Gehölz bildet fleischige, dicke, tief gehende Hauptwurzeln und Feinwurzeln in den obersten Bodenschichten aus wie auch Wurzelschosse, mit denen es sich vegetativ vermehren bzw. ausbreiten kann. Ein geschützter, absonniger bis schattiger Standort in wintermilden Lagen, die eine hohe Luftfeuchtigkeit aufweisen, behagt der Stechpalme am besten. Das immergrüne Laub leidet besonders unter Wintersonne und austrocknenden Winden.
Ein nicht zu nährstoffarmer, frischer bis feuchter, aber gut drainierter und lehmig-humoser bis sandig-lehmiger oder humusreicher Boden ist optimal. Die Reaktion kann im Idealfall von sauer bis neutral reichen; wenn aber die anderen Wachstumsfaktoren stimmen, ist das Gedeihen auch auf alkalischen und eher trockenen Böden noch zufriedenstellend.
Die Stechpalme ist in unseren Breiten der einzige immergrüne einheimische Laubbaum, der regelmässig in den Wäldern wild wachsend anzutreffen ist. Als klassische Waldpflanze sind ihre Schattenverträglichkeit, die Widerstandsfähigkeit gegenüber Wurzeldruck und die gute Ausschlagsfähigkeit nach einem Rückschnitt die wichtigsten gärtnerischen Verwendungsargumente. Ob als Solitärgehölz, in Gruppen, in Wildhecken oder als geschnittene Hecke wie auch als Formgehölz kann Ilex aquifolium sehr vielseitig eingesetzt werden.
In der Jugend etwas frostempfindlich, ansonsten robust und pflegeleicht. Schädlinge und Krankheiten sind kaum ein Thema. Diese Stechpalmenart kann bis 300 Jahre alt werden und einen Stammdurchmesser von über 0,5 m erreichen. Das sehr schwere und harte Holz dient der Herstellung von Möbeln und Furnieren. Der Fruchtschmuck der weiblichen Exemplare ist zur Weihnachtszeit ein begehrtes Steck- und Kranzmaterial in der Floristik. Neben der reinen Art werden in Baumschulen meist Selektionen und Sorten kultiviert.
Eine von 4000 Pflanzen aus dem Nachschlagewerk PLANTAE.
Ein Handbuch der Gartenpflanzen, wie es noch keines gegeben hat – für Gärtnerinnen, Landschaftsarchitekten, Profis und Enthusiasten und für Bibliophile. Verfasst von Urs Lüscher.
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