Hier präsentieren wir eine Auswahl aus den über 4000 Pflanzen des Buches «Plantae».

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Juglans regia

Baumnuss | Echte Walnuss | Gewöhnlicher Nussbaum | Walnuss | Welsche Nuss




Juglans regia

Die Walnuss wurde nördlich der Alpen von den Römern eingeführt. Seit dieser Zeit hat die Verbreitung und Züchtung von Sorten ihren Lauf genommen. Neben den schmackhaften Früchten wird auch das harte, dauerhafte und schön gemaserte Walnussholz für die Herstellung von Möbeln oder Holzgegenständen sehr geschätzt.

VERBREITUNG

Ursprünglich aus Kleinasien, Griechenland und dem Balkan stammend, wird Juglans regia seit langer Zeit kultiviert und ist auf allen Kontinenten zu finden. In der angestammten Heimat bevorzugt auf gut drainierten, kalkreichen Lehmböden anzutreffen; in unseren Breiten oft auch verwildert an warmen Waldrändern.

WUCHS

Stattlicher, rundkroniger Baum mit weit ausladenden Ästen. In der Höhe werden 20–30 m und in der Breite 15–20 m erreicht. Der Stamm ist meistens eher kurz, die Hauptäste sind stark ausgebildet sowie oft malerisch geschwungen. Bildet im Alter meist eine hoch gewölbte bis runde Kronenform aus.

MERKMALE & EIGENSCHAFTEN

Die sommergrünen, unpaarig gefiederten Blätter stehen wechselständig am Trieb, werden 25–40 cm lang und setzen sich aus fünf bis neun Einzelblättchen zusammen; diese sind elliptisch bis eiförmig ausgebildet und werden 6–12 cm lang; die Färbung ist dunkelgrün. Das Endblättchen wird häufig etwas grösser ausgebildet. Beim Zerreiben duften die Blätter würzig aromatisch. Es findet sozusagen keine Herbstfärbung statt.

Die Pflanze ist einhäusig; die gelbgrünen, 5–10 cm langen männlichen Kätzchen bilden sich an den Achselknospen der zweijährigen Triebe, die weiblichen, ebenfalls grünen Blüten, sind kugelig ausgebildet, befinden sich an den Triebspitzen des einjährigen Holzes und erscheinen vor dem Laubaustrieb im Mai. Die rundlich ovalen, 4–6 cm langen Früchte besitzen eine grüne Schale.

Die Nuss hat zwei wulstige Kanten und einen essbaren Kern, der bis zu 60 % ein fettes, nicht eintrocknendes Öl enthält. Die Grösse der Früchte und deren Geschmack variieren je nach Sorte. Die Rinde ist zunächst silbergrau bis olivgrau und glatt. Mit fortschreitendem Alter entwickelt sich eine tiefrissige, korkige und schwarzbraune Borke.

Das Holz ist ausgesprochen wertvoll und im Möbelbau wie auch als Furnierholz begehrt. Das Mark ist graubraun und quer gefächert. Die Blattnarben sind dreilappig und weisen drei Gefässbündelspuren auf. Die Walnuss wurzelt tief mit einer dicken Hauptwurzel und einem hohen Anteil von Feinwurzeln im Oberboden und steht schon früh im Jahr im Saft. Ein wintermilder und etwas geschützter (Spätfröste), sonniger bis absonniger Standort auf einem frischen bis feuchten, tiefgründigen, gut durchlässigen und nahrhaften, sandigen Lehmboden mit einer Reaktion im neutralen bis alkalischen Bereich hat sich als optimal erwiesen. Das wertvolle Gehölz gilt als Kalk liebend und kann bis 600 Jahre alt werden.

Essenz

Die Walnuss wurde nördlich der Alpen von den Römern eingeführt. Seit dieser Zeit hat die Verbreitung und Züchtung von Sorten ihren Lauf genommen. Neben den schmackhaften Früchten wird auch das harte, dauerhafte und schön gemaserte Walnussholz für die Herstellung von Möbeln oder Holzgegenständen sehr geschätzt. Ein Grund, warum in Europa verhältnismässig wenige Exemplare existieren, die über 140 Jahre alt sind, ist folgender: Vor dem Ersten Weltkrieg stieg der Holzbedarf signifikant an, um Gewehrschäfte für die Armee herzustellen. Auch die Walnussschalen können genutzt werden: Sie erzeugen einen lichtechten und haltbaren, braunschwarzen Farbstoff, wie schon seit der Antike überliefert ist.

Eine weitere besondere Eigenschaft ist, dass die Walnuss mit ihrem Geruch Mücken und Fliegen, wenn auch nur in begrenztem Ausmass, vertreibt. Aufgrund der Gerbstoffe in den Blättern gedeihen unter einem Nussbaum, abgesehen von bspw. Farnen, Gräsern und Seggen (Carex), kaum andere Pflanzen zufriedenstellend. Juglans regia ist ein Vogelschutzbaum und bietet zahlreichen Tierarten eine Futtergrundlage und Schutz. Neben den Sämlingen sind sowohl Selektionen mit geraden und hohen Stämmen für die forstwirtschaftliche Nutzholzproduktion wie für den privaten und erwerbsmässigen Anbau auch lateral und terminal tragende Fruchtsorten in Kultur zu finden.

Schnittmassnahmen sollten besser während der Vegetationszeit (alle 2–3 Jahre) erfolgen, da während der Vegetationsruhe und bis nach dem Austrieb der Baum bei Astabnahmen stark «blutet». In professionellen Plantagen stellen Spätfrost, Fruchtfliegen und Pilz- oder Bakterienkrankheiten die grösste Bedrohung dar, im (grösseren) Garten hat sich der Nussbaum als recht problemlos und widerstandsfähig erwiesen.

Zur Ernte, Trocknung und Lagerung hier noch einige Bemerkungen: Die Nüsse sollten nicht vom Baum geschlagen, sondern besser alle 2 Tage vom Boden zusammengelesen werden. Soweit nötig, die grünen Schalen entfernen (möglichst nicht mit Wasser waschen; bei max. + 26 Grad auf einem Gitterrost einschichtig trocknen lassen und die Nüsse täglich wenden. Anschliessend luftig, trocken, eher kühl, und wichtig: geschützt vor Nagetieren lagern! Nüsse schmecken als einfacher «Znacht» herrlich mit Brot, Wein, Käse und Birnen.

FOTOS


Eine von 4000 Pflanzen aus dem Nachschlagewerk PLANTAE.

Ein Handbuch der Gartenpflanzen, wie es noch keines gegeben hat – für Gärtnerinnen, Landschaftsarchitekten, Profis und Enthusiasten und für Bibliophile. Verfasst von Urs Lüscher.


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