Hier präsentieren wir eine Auswahl aus den über 4000 Pflanzen des Buches «Plantae».
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Koelreuteria paniculata
Blasenbaum | Blasenesche | Rispiger Blasenbaum

Nur in der Jugend ist der Rispige Blasenbaum etwas frostempfindlich; einmal angewachsen und etabliert, ist er aber gut hitze- sowie trockenheitsverträglich, innerstädtisches Klima wird ebenfalls problemlos ertragen.
China, Korea und Japan; bevorzugt in mässig trockenen Wäldern, in Tälern und entlang von Flüssen. Wurde um 1763 eingeführt und nach dem deutschen Naturwissenschaftler Josef Gottlieb Koelreuter (1733–1806) benannt.
Meist kurzstämmiger, locker- und breitkroniger, sommergrüner Baum, der sich oft mehrstämmig sowie etwas unregelmässig bis malerisch krumm entwickelt. Wird im Alter recht ausladend und weist eine pilz- bis schirmförmige Krone auf. Am Naturstandort erreicht er bis 15 m Höhe und eine ebensolche Breite; bei uns in der Regel 7–8 m (10 m) hoch.
Die wechselständig angeordneten Blätter sind unpaarig gefiedert und werden bis 40 cm lang und 20 cm breit. Die eiförmigen, 7–14 cm langen Blättchen sind am Rand gesägt bis eingeschnitten gelappt. Der Blattaustrieb ist hellrot, und im Sommer sind die Blätter kräftig grün. Im Herbst verfärbt sich das Laubkleid herrlich gold- bis orangegelb. Von Mitte Juli bis etwa Ende August erscheinen die 15–30 cm langen gelben Blüten in Form von locker aufgebauten, aufrechten Rispen und werden gern von Bienen und anderen Insekten besucht.
Besonders dekorativ wirken die papierdünnen, aufgeblasenen Kapselfrüchte, die lampionartig ausgebildet sind und lange am Baum haften bleiben, oft bis über den Winter. Die schwarzen, kugeligen Samen befinden sich meistens zu dritt in der bis 5 cm langen Kapsel. In Ostasien werden aus den Samen Rosenkränze hergestellt. Die kräftigen, fleischigen Wurzeln entwickeln sich oft tief und sind nur wenig verzweigt. Die hell- bis graubraune Borke ist leicht rissig und löst sich im Alter häufig in schmalen braunorangen Streifen ab.
Wenn ein sonniger und warmer, etwas geschützter Standort zur Verfügung steht, ist das optimal. Ein mässig trockener bis frischer, aber gut durchlässiger und nahrhafter sandiger Lehmboden behagt Koelreuteria paniculata am besten. An den pH-Wert des Bodens werden nur bescheidene Ansprüche gestellt; so sind mässig saure bis stark alkalische Böden gut geeignet, Staunässe hingegen ist Gift.
Nur in der Jugend ist der Rispige Blasenbaum etwas frostempfindlich; einmal angewachsen und etabliert, ist er aber gut hitze- sowie trockenheitsverträglich, innerstädtisches Klima wird ebenfalls problemlos ertragen. Wichtig ist: Wenn Koelreuteria geschnitten werden muss, bspw. nach Schneebruchschäden, ist ein sauberes Arbeiten unerlässlich (Desinfektion der Schnittwerkzeuge, Schnittflächen klein halten und diese ggf. mit fungizidhaltiger Wundpaste verstreichen), denn das Holz wird gern von der Rotpustelkrankheit (Nectria cinnabarina) befallen. Bei ungeeigneten, nassen und kalten Böden kann es zu Ausfällen kommen, oft ist auch die Verticillium-Welke (Verticillium dahliae), ein bodenbürtiger Pilz, beteiligt, wenn Pflanzen kümmern und eingehen.
Im Herbst sollte nicht zu spät gepflanzt werden, besser im zeitigen Frühjahr. Am richtigen Platz ist dieses Wärme liebende Gehölz aber robust und anspruchslos. Ein Solitärstandort im Garten oder Park stellt den geeigneten Verwendungszweck dar. Ob als einstämmiger Hochstamm oder mehrstämmiges Einzelgehölz: Der Blasenbaum hat sich vielerorts bewährt. Er ist mit seiner Grösse auch in kleineren Gartenanlagen ein Schmuckstück und als Hausbaum ideal. Im Handel trifft man hier und da auch die bis 12 m hohe Sorte 'Fastigiata' an, die mit 1,5–2,5 m Breite sehr schmalkronig, nahezu säulenförmig wächst. Auch die um 1965 eingeführte Sorte 'September' wird gelegentlich kultiviert; sie blüht erst ab Anfang September und gilt als etwas weniger frosthart, unterscheidet sich ansonsten aber nicht von der Art. Schöne Akzente im Garten setzen kann auch die Sorte CORAL SUN mit hellorange getönten Zweigen, bronzefarbenem Blattaustrieb und einer später gelbgrünen Belaubung.
Eine von 4000 Pflanzen aus dem Nachschlagewerk PLANTAE.
Ein Handbuch der Gartenpflanzen, wie es noch keines gegeben hat – für Gärtnerinnen, Landschaftsarchitekten, Profis und Enthusiasten und für Bibliophile. Verfasst von Urs Lüscher.
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