Hier präsentieren wir eine Auswahl aus den über 4000 Pflanzen des Buches «Plantae».
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Larix decidua
Europäische Lärche | Lärche | Terpentinbaum

Ein sehr frostharter Hochgebirgsbaum, der zur optimalen Entwicklung viel Standraum, Licht und Luftbewegung benötigt. Die Lärche kann am Naturstandort über 800 Jahre alt werden!
In den Alpen auf frischen und durchlässigen Böden auf Urgestein und Kalkböden anzutreffen. Steigt bis auf 2400 m ü. M. auf und kommt häufig mit Pinus cembra (Arve) vergesellschaftet vor. In tieferen Lagen u. a. auch mit Abies alba, Picea abies, Betula pendula und Fagus sylvatica zusammen waldbildend. In Osteuropa, auf dem Balkan, in Skandinavien und auf den britischen Inseln eingebürgert.
Sommergrüner, hoher Baum mit einer meistens regelmässig aufgebauten Krone und einem durchgehenden Stamm. Die Äste sind waagrecht vom Stamm abstehend oder leicht ansteigend. Die Zweige sind recht dünn und hängen filigran herunter. In der Höhe werden bis 40 m (45 m) und in der Breite bis 15 m erreicht. Im hochalpinen Gelände aber deutlich kleiner bleibend und wegen des rauen Klimas bzw. infolge von Schneebruch oft unregelmässige und bizarre Formen ausbildend.
Die sommergrünen Blätter (Nadeln) stehen zu 30 bis 40 in Büscheln am Trieb; sie werden 1–3 cm lang und sind im Austrieb zartgrün; im Herbst verfärben sie sich prächtig goldgelb. Die jungen Triebe sind kahl und gelblich (im Unterschied zu Larix kaempferi, bei der die Jungtriebe rötlich braun sind); im Alter bildet sich eine bis 10 cm dicke, dunkelrotbraune Schuppenborke am Stamm. Die eiförmigen, rosa bis purpurroten weiblichen Blüten stehen aufrecht an den Trieben und werden 1–1,5 cm lang; die schwefelgelben männlichen Blüten sind walzenförmig und bis 1 cm gross. Der Blütezeitpunkt ist je nach Höhenlage von März bis Mai, und die Blüten wirken zierend. Die eiförmigen, braunen und 2–5,5 cm langen Fruchtzapfen bestehen aus 40 bis 50 Samenschuppen, deren Rand nicht oder nur wenig umgebogen ist (wichtiges Unterscheidungsmerkmal zu Larix kaempferi, bei der die Samenschuppen stark zurückgerollt bzw. nach aussen gebogen sind).
In der Regel bildet die Lärche ein tief gehendes Herzwurzelsystem aus, an feuchten Standorten entwickelt es sich eher als flacher «Teller». Ein sonniger und offener Standort auf einem tiefgründigen, frischen, aber gut drainierten Boden gefällt ihr am besten. An den pH-Wert des Bodens werden keine besonderen Ansprüche gestellt.
Ein sehr frostharter Hochgebirgsbaum, der zur optimalen Entwicklung viel Standraum, Licht und Luftbewegung benötigt. Die Lärche kann am Naturstandort über 800 Jahre alt werden! Im städtischen Umfeld behagt es ihr aber nicht. In grossen, offenen Parkanlagen wirkt sie sowohl als Einzelbaum wie auch in lockeren Gruppen ausgesprochen interessant und kommt vor allem mit einer Wiese oder Rasenfläche kombiniert zur Geltung.
Im Alpenraum wird die Lärche auch zur Befestigung von Rutschhängen und bei Lawinenschutzwäldern geschätzt. Das zähe und schwere Holz ist in der Forstwirtschaft sehr beliebt. Es ist sehr hart, dauerhaft und widerstandsfähig gegen Fäulnis, weshalb es auch im Unterwasserbau verwendet wird. Die abgefallenen Nadeln zersetzen sich nur sehr langsam, und es braucht bis 3 Jahre zum vollständigen Abbau; sie verbessern dann aber den Boden. Früher wurde aus der Lärche Terpentin gewonnen, weshalb sie in einigen Gegenden auch noch als Terpentinbaum bezeichnet wird.
Eine von 4000 Pflanzen aus dem Nachschlagewerk PLANTAE.
Ein Handbuch der Gartenpflanzen, wie es noch keines gegeben hat – für Gärtnerinnen, Landschaftsarchitekten, Profis und Enthusiasten und für Bibliophile. Verfasst von Urs Lüscher.
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