Hier präsentieren wir eine Auswahl aus den über 4000 Pflanzen des Buches «Plantae».
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Liquidambar styraciflua
Amberbaum | Amerikanischer Amberbaum | Seesternbaum

Gerade in jungen Jahren reagiert der Wärme liebende Amberbaum etwas frostempfindlich und daher ist wenn möglich eine Frühjahrs- der Herbstpflanzung vorzuziehen.
Im südöstlichen Teil der USA, in Mexiko und Guatemala; bevorzugt an der Küste, auf feuchten Böden von Talsohlen, entlang von Flüssen oder an Hängen und in Wäldern. Besiedelt als Pioniergehölz gern auch nicht mehr kultivierte Landwirtschaftsflächen.
Mittelstarkwüchsiger, mittelgrosser bis grosser Baum, der in seiner Heimat bis 35 m hoch und 15 m (18 m) breit werden kann; bei uns sind 15–18 m hohe und 9 m breite Exemplare schon als gross zu bezeichnen. In der Jugend baut sich die Krone eher kegelförmig auf, während sie im Alter eine mehr rundliche bis offene Form annimmt. In der Jugend entwickelt sich das Gehölz nur langsam. Häufig sind auch malerisch gewachsene und mehrstämmige Exemplare zu bestaunen.
Die sommergrünen Blätter sind fünf- bis siebenlappig und erinnern etwas an die von Ahorn (Acer); sie sind wechselständig angeordnet und werden 12–15 cm breit. Die etwas glänzende Blattoberseite ist tiefgrün, während die untere Seite eher mattgrün erscheint. Die Winkel der Blattadern sind bärtig behaart. Beim Zerreiben verströmen die Blätter einen würzigen, aromatischen Duft. Die äusserst prachtvolle Herbstfärbung nimmt fast alle warmen Farbtöne an: So sind von Gelb über Orange bis Scharlach-, Violett-, Wein- und Purpurrot fast alle Nuancen anzutreffen. Die Blätter bleiben sehr lange (oft bis Ende November) am Baum hängen, was gerade wenn früh Schnee fällt, verheerende Folgen haben kann: Abgebrochene Stämme, ganze Kronenteile oder zumindest Äste bei Nassschnee sind nur vermeidbar, wenn das Gehölz laufend durch Schütteln entlastet wird.
Liquidambar styraciflua ist einhäusig; die männlichen Blüten erscheinen in grünen, endständigen und bis 7 cm langen Ähren, während die weiblichen als hängende, kugelige und langgestielte Köpfchen auftreten. Die Blütezeit ist im Mai. Die verholzenden Kapselfrüchte bleiben oft bis über den Winter am Baum hängen und erinnern etwas an die der Platane (Platanus). Das Wurzelwerk entwickelt sich herzförmig und verzweigt sich fein. Die jungen Triebe sind grünlich bis braungrün und werden später graubraun; sie sind mehr oder weniger stark mit Korkleisten besetzt. Besonders im Winter sind die gefurchten Stämme und die Korkleisten eine grosse Zierde.
Ein sonniger Standort auf einem nahrhaften, frischen, aber gut durchlässigen und leicht sauren bis neutralen Boden ist optimal. Auf zu kalkhaltige Böden bzw. auf zu hohe pH-Werte wird mit Blattchlorosen (Gelbsucht der Blätter) und Kümmerwuchs reagiert. Ist der Boden zu mager oder zu verdichtet, stagniert das Wachstum ebenfalls. Zu nährstoffreiche oder zu feuchte Böden sollten ebenfalls vermieden werden, da dann die Pflanze im Herbst nicht gut ausreift und auch fast keine Herbstfärbung zeigt. Kurzfristige Staunässe bzw. Überflutung wird jedoch gut ertragen.
Gerade in jungen Jahren reagiert der Wärme liebende Amberbaum etwas frostempfindlich und daher ist wenn möglich eine Frühjahrs- der Herbstpflanzung vorzuziehen. Wie beschrieben stellt wohl aber Nassschnee die grössere Gefahr in unseren Breiten dar, einmal angewachsen und etabliert, werden nämlich auch Temperaturen von – 22 Grad gut überstanden.
In Amerika wird Liquidambar als Sweet Gum Tree bezeichnet, da seine Extrakte zur Kaugummiherstellung verwendet werden. Auch in der Kosmetikindustrie wird das Harz sehr geschätzt – der Name ambar (arabisch für Amber-Duftstoff) weist auf diese Eigenschaft hin. Zur Ernte werden die plantagenmässig gepflanzten Bäume eingeschnitten. Auch als Zierbaum in Gärten oder Parkanlagen ein herrliches Gehölz, das sowohl als Alleebaum, Heister oder Stammbusch wie als mehrstämmige, charaktervolle Solitärpflanze Eindruck macht.
Eine von 4000 Pflanzen aus dem Nachschlagewerk PLANTAE.
Ein Handbuch der Gartenpflanzen, wie es noch keines gegeben hat – für Gärtnerinnen, Landschaftsarchitekten, Profis und Enthusiasten und für Bibliophile. Verfasst von Urs Lüscher.
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