Hier präsentieren wir eine Auswahl aus den über 4000 Pflanzen des Buches «Plantae».

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Liriodendron tulipifera

Amerikanischer Tulpenbaum | Tulpenbaum




Liriodendron tulipifera

Mit seiner Gestalt, der breiten Standortamplitude sowie der hohen Resistenz gegen Krankheiten und Schädlinge ist Liriodendron tulipifera ein wichtiger Baum für die Landschaftsarchitektur. Ob zur Verwendung auf städtischen Plätzen, in Parkanlagen, als Allee- oder Solitärbaum, er überzeugt in vielen Situationen.

VERBREITUNG

Im Osten Nordamerikas auf frischen bis feuchten aber durchlässigen Böden häufig entlang von Flüssen und in Tälern; oft in artenreichen Mischwäldern, aber gelegentlich auch als reiner Waldbestand auftretend. Weit verbreitet an der amerikanisch-kanadischen Grenze und bei den grossen Seen, wo er als Leitbaum der dortigen Vegetation gilt.

WUCHS

Hoher Baum von 20 bis 35 m Höhe (in seiner Heimat sind auch 45 m hohe Exemplare zu bewundern) und 12 bis 20 m (25 m) Breite. Meistens entwickelt das Gehölz einen schlanken und geraden, bis in die Spitze durchgehenden Stamm sowie eine hoch gewölbt kegelförmige bis breit­ovale, im Alter ausladende Kronenform. Selten sind mehrstämmige Exemplare anzutreffen.

MERKMALE & EIGENSCHAFTEN

Die auffälligen, sommergrünen, 8–15 cm langen und ebenso breiten Blätter sind wechselständig an den Trieben angeordnet und im Umriss fast viereckig, mit jeweils einem sattelförmigen Mittellappen und zwei grossen, geschwungenen Seitenlappen; die Blattoberseite ist frischgrün, die Unterseite leicht bläulich grün gefärbt. Die prächtige Herbstfärbung leuchtet intensiv goldgelb.

Erst im Alter von 20 bis 25 Jahren erscheinen von Mai bis Ende Juni die in Form und Grösse einer Tulpe sehr ähnlichen, schwefelgelben bis grünlichen, 4–5 cm breiten Blüten, die im Innern einen zartorangefarbenen Ring aufweisen; sie sind oft aus­ser Sichtweite des Betrachters, da sie meist hoch oben in der Krone sitzen und sich mit ihrer Farbe kaum vom Laub abheben. Aber den Insekten und im Speziellen den Bienen bleiben sie natürlich nicht verborgen und werden emsig besucht. Die aufrechten, spindelartigen Zapfenfrüchte sind recht spitzig und werden 6–7 cm lang. Die Samen werden gern von Eichhörnchen und Singvögeln gefressen. Tulpenbäume bilden ein empfindliches, fleischiges Herzwurzelsystem mit gelegentlich tief reichenden Pfahlwurzeln aus.

Ein warmer, sonniger bis absonniger Standort auf einem tiefgründigen, frischen bis feuchten, aber gut drainierten und nahrhaften Boden ist optimal. Der pH-Wert des Bodens kann von mässig sauer über neutral bis leicht alkalisch alle Werte aufweisen, ohne dass Wachstumseinbussen oder optische Veränderungen sichtbar sind. Kurzfristig wird auch Staunässe problemlos ertragen, nur auf zu trockenen Böden ist der Zuwachs gering.

Essenz

Mit seiner Gestalt, der breiten Standortamplitude sowie der hohen Resistenz gegen Krankheiten und Schädlinge ist Liriodendron tulipifera ein wichtiger Baum für die Landschaftsarchitektur. Ob zur Verwendung auf städtischen Plätzen, in Parkanlagen, als Allee- oder Solitärbaum, er überzeugt in vielen Situationen.

Im östlichen Nordamerika unter dem Namen Yellow Poplar (Gelbpappel) ein wichtiger Forstbaum bzw. Nutzholzlieferant. Das leicht zu bearbeitende Holz wird gern zur Herstellung von Möbeln, Dachschindeln, Musikinstrumenten und Schiffen verwendet. Schon die Ureinwohner Amerikas fertigten ihre Kanus aus dem Holz von Tulpenbäumen. Wegen seiner empfindlichen, fleischigen Wurzeln ist wie bei allen Vertretern aus der Familie der Magnoliengewächse eine Frühjahrspflanzung kurz vor Austrieb sinnvoll.

Gelegentlich ist in exponierten Lagen im Frühsommer Windbruch ein Thema. Aber auch früh im Herbst einsetzender Schneefall kann Schäden bzw. Astbrüche verursachen. Dies führt selten zum Totalausfall, aber häufig zu einer temporären, optischen Beeinträchtigung, die die Pflanze aber meistens wieder von selbst korrigieren kann. In der Baumschulanzucht wird der Mitteltrieb von Tulpenbäumen zum Schutz angebunden bzw. gestäbt.

FOTOS


Eine von 4000 Pflanzen aus dem Nachschlagewerk PLANTAE.

Ein Handbuch der Gartenpflanzen, wie es noch keines gegeben hat – für Gärtnerinnen, Landschaftsarchitekten, Profis und Enthusiasten und für Bibliophile. Verfasst von Urs Lüscher.


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