Hier präsentieren wir eine Auswahl aus den über 4000 Pflanzen des Buches «Plantae».

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Metasequoia glyptostroboides

Chine­sisches Rotholz | Chinesische Wasserlärche | Urweltmammutbaum



Metasequoia glyptostroboides

Ein ausreichend frostharter, bodentoleranter, robuster und stadtklimafester Baum, der auch eine kurzfristige Überflutung schadlos erträgt. In Europa stehen viele stattliche Metasequoia glyptostroboides, die meistens in den 1950er-Jahren als Neuheit und botanische Rarität gepflanzt worden sind.

VERBREITUNG

Wurde früher der eigenständigen Familie Taxodiaceae, Sumpfzypressengewächse, zugeordnet. Als fossile Art in Tertiärablagerungen (Versteinerungen) schon länger bekannt, aber erst 1941 in China (Provinzen Hubei, Sichuan und Hunan) als endemisch lebende Baumart wiederentdeckt und 1948 von Hu Hsen Hsu und Cheng Wan Chun beschrieben. Ursprünglich war Metasequoia über weite Teile der Nordhalbkugel verbreitet u. a. in Nordamerika, Grönland, Europa, Sibirien, Nordostchina und Japan. Wurde in den USA (Arnold Arboretum, Boston, Massachusetts) 1947 und in England 1948 wieder eingeführt.

WUCHS

Gleichmässig, kegelförmig wachsender Baum von 25 bis 35 m (45 m) Höhe und 8 bis 12 m Breite. Die Krone ist dicht beastet, der Stamm geht häufig bis zur Spitze durch. Die Stammbasis ist auffallend leistenförmig verbreitert und verjüngt sich nach oben stark. Die Äste stehen in jungen Jahren steil nach oben, im Alter stehen sie waagrecht oder hängen leicht durch. Diese Gehölzart ist als rasch wachsend zu bezeichnen (an guten Standorten sind 1 m Zuwachs/Jahr möglich).

MERKMALE & EIGENSCHAFTEN

Die sommergrünen, nadelförmigen Blätter werden 1,5–2,5 cm lang und sind auffallend hellgrün; sie fallen im Herbst mit den Kurztrieben zusammen ab. Als wichtiges Unterscheidungsmerkmal zu der im laublosen Zustand recht ähnlichen Sumpfzypresse (Taxodium distichum) sind die zweireihig gescheitelt angeordneten Nadeln an den Kurztrieben gegenständig (nicht wechselständig). Die Herbstfärbung kann von gelbbraun über kupfrig bis zu rotbraun reichen.

Die männlichen Blüten erscheinen in bis zu 10 cm langen, kätzchenartigen Ähren; die weiblichen Blütenstände (Zapfenblüten) stehen einzeln oder zu zweit am Ende der beblätterten Kurztriebe. Die Blütezeit ist Mai. Die eiförmigen bis kugeligen Zapfen werden 2–2,5 cm lang. Durch Austrocknung klaffen die verholzenden Schuppen reifer Zapfen weit auseinander und geben die Samen frei.

Der Urweltmammutbaum bildet zunächst ein horizontales Seitenwurzelsystem aus; mit fortschreitendem Alter gehen die Wurzeln auch in die Tiefe und können bodenabhängig gut 80–120 cm hinunterreichen. An jungen Ästen ist die Borke rötlich braun, im Alter wird sie rotbraun bis graubraun sowie rissig und löst sich in langen Streifen ab. Ein sonniger bis absonniger Standort auf einem tiefgründigen, nährstoffreichen und frischen Boden ist optimal. Eine hohe Luftfeuchtigkeit wird geschätzt und Staunässe wird temporär toleriert. Die Reaktion kann sauer bis alkalisch sein.

Essenz

Ein ausreichend frostharter, bodentoleranter, robuster und stadtklimafester Baum, der auch eine kurzfristige Überflutung schadlos erträgt. In Europa stehen viele stattliche Metasequoia glyptostroboides, die meistens in den 1950er-Jahren als Neuheit und botanische Rarität gepflanzt worden sind.

Ein auffallendes Solitärgehölz mit einer formalen architektonischen Wirkung. Besonders schön kommt der Urweltmammutbaum am Rand von Rasen- oder Wasserflächen zur Geltung. Auch neben modernen Gebäuden, wo er kerzengerade ein Gegengewicht bilden kann, oder als Torwächter beidseitig einer Einfahrt vermittelt er Grosszügigkeit. Als Strassen- und Allee­baum eignet er sich ebenso gut. Durch das sich schnell zersetzende Nadelstreu ist er ein guter Humusbildner. Metasequoia-Holz ist relativ leicht und weich sowie grobfaserig. Es lässt sich gut bearbeiten und nimmt leicht Farbe an.

FOTOS


Eine von 4000 Pflanzen aus dem Nachschlagewerk PLANTAE.

Ein Handbuch der Gartenpflanzen, wie es noch keines gegeben hat – für Gärtnerinnen, Landschaftsarchitekten, Profis und Enthusiasten und für Bibliophile. Verfasst von Urs Lüscher.


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