Hier präsentieren wir eine Auswahl aus den über 4000 Pflanzen des Buches «Plantae».

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Picea abies

Fichte | Gemeine Fichte | Rotfichte | Rottanne



Picea abies

Die Fichte ist wohl das mit Abstand wichtigste europäische Nutzholz, wird daher forstwirtschaftlich intensiv angebaut und ist auch als Christbaum in Plantagen zu finden. Neben diesem Nutzen hat sie sich auch als stattlicher Park- und Siedlungsbaum oder als hohe geschnittene Windschutzhecke (bis 4 m Höhe ist gut möglich) auch in der gärtnerischen Verwendung bewährt.

VERBREITUNG

Ursprünglich in ganz Nord- und Mitteleuropa mit Ausnahme der britischen Inseln und der iberischen Halbinsel, mittlerweile aber auch dort verbreitet. Im Norden (Lappland und Russland) erstreckt sich das Vorkommen bis fast an die nördliche Baumgrenze, und in den Alpen wächst sie bis auf ca. 2000 m ü. M. und bildet so die obere Waldgrenze.

WUCHS

Grosser Baum von 30 bis 50 m (60 m) Höhe, der sich in jungen Jahren regelmässig und schmal kegelförmig entwickelt. Meistens geht der Stamm bis zur Spitze durch, und im Freistand reichen die in gleichmässigen Quirlen angeordneten, unteren Äste bis zum Boden. Im Alter nimmt die Rottanne häufig eine breit kegelförmige oder eine unregelmässige bzw. malerische Form an und wird auch als «Wettertanne» bezeichnet, da Schneedruck, Wind und Blitzeinschläge der Pflanze oft eine einzigartige Gestalt verleihen.

MERKMALE & EIGENSCHAFTEN

Die immergrünen, stechenden und vierkantigen Nadeln werden 1–2,5 cm lang und sind dunkelgrün gefärbt sowie mehr oder weniger um den Zweig gestellt. Die weiblichen Blüten sind recht gross, aufrecht und leuchtend purpurrot, die männlichen, ebenfalls rötlichen Blüten stauben gelb im April/Mai. Die zylindrischen, 10–16 cm langen und bis 4 cm dicken, hängenden Früchte (Zapfen) sind im unreifen Zustand grün oder rötlich und bei Reife braun. Die rhombisch geformten Schuppen weisen einen gewellten Rand auf. Die Samen sind dunkelbraun und unten zugespitzt; sie weisen einen Flügel von etwa der dreifachen Samenlänge auf.

Das dicht verzweigte Wurzelwerk entwickelt sich ausgesprochen flach und reicht sehr weit. Auf nassen, lehmigen und schweren Böden entstehen typische Wurzelteller, die mehrere Meter Durchmesser erreichen können und bei Windwurf oft im gekippten Zustand liegen bleiben. Auf gut durchlässigen Böden reichen die Wurzeln auch in die Tiefe, was der Sturmsicherheit dieses Gehölzes dient.

Ein sonniger bis halbschattiger, eher kühler Standort mit ausreichend Niederschlägen auf einem frischen, sandig-lehmigen Boden ist optimal. Insgesamt verfügt die Fichte über eine weite Standortamplitude und toleriert sowohl saure als auch neutrale bis kalkreiche Böden, sofern sie sich in einer kühlen und luftfeuchten Lage befinden. Lange andauernde Hitze- und Trockenperioden werden schlecht ertragen. An zusagenden Standorten kann die absolut frostharte Fichte sehr alt werden.

Essenz

Die Fichte ist wohl das mit Abstand wichtigste europäische Nutzholz, wird daher forstwirtschaftlich intensiv angebaut und ist auch als Christbaum in Plantagen zu finden. Neben diesem Nutzen hat sie sich auch als stattlicher Park- und Siedlungsbaum oder als hohe geschnittene Windschutzhecke (bis 4 m Höhe ist gut möglich) auch in der gärtnerischen Verwendung bewährt.

Bei der Anwendung als Hecke ist es wichtig, nicht ins alte Holz zu schneiden, da sich Picea abies nicht aus dem alten Holz regenerieren kann wie z. B. die Eibe (Taxus baccata). Als Bienenweide liefert die Fichte auch einen hervorragend schmeckenden Honig. Aus dieser Art ist eine Vielzahl von Formen bzw. Sorten entstanden, die im Folgenden beschrieben werden.

FOTOS


Eine von 4000 Pflanzen aus dem Nachschlagewerk PLANTAE.

Ein Handbuch der Gartenpflanzen, wie es noch keines gegeben hat – für Gärtnerinnen, Landschaftsarchitekten, Profis und Enthusiasten und für Bibliophile. Verfasst von Urs Lüscher.


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