Hier präsentieren wir eine Auswahl aus den über 4000 Pflanzen des Buches «Plantae».
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Picea omorika
Balkan-Fichte | Omorika-Fichte | Serbische Fichte

In unseren Gärten und Parkanlagen hat sich die Omorika-Fichte dank ihrer schmalen Form und dem robusten Wesen rasch etabliert und ist weitverbreitet.
Das natürliche Vorkommen liegt ganz kleinräumig (60 ha!) und schwer zugänglich im Taragebirge (Serbien/Bosnien Herzegowina), wo sie in Höhenlagen zwischen 800 und 1400 m ü. M. auf Kalkverwitterungsböden anzutreffen ist.
Entdeckt wurde sie um 1875; sie hat es in der Zwischenzeit zu wohl einer der am häufigsten in Gartenanlagen gepflanzten Fichten gebracht. Man geht davon aus, dass diese Art im Tertiär und zwischen den Eiszeiten in Europa weitverbreitet war und konkurrenzstärkeren Arten weichen musste bzw. sich nach der Eiszeit nicht mehr von selbst grossflächig etablieren konnte. Reinbestände stellen die Ausnahme dar; häufiger sind am Naturstandort auch Pinus sylvestris, Picea abies, Pinus nigra subsp. nigra sowie Acer campestre, Carpinus betulus und Fagus sylvatica sowie seltener Populus tremula und Quercus cerris in unmittelbarer Nähe anzutreffen.
Mittelgrosser bis grosser, schlanker und kerzengerade wachsender Baum, der 14–26 m (33 m) hoch werden kann. Die Krone entwickelt sich fast säulenförmig mit waagrecht abstehenden und im unteren Teil malerisch durchhängenden Ästen mit ansteigender Spitze. Diese Art bleibt im Freistand bis unten dicht beastet.
Die dicht stehenden und auf der Zweigoberseite nach vorne gerichteten, deutlich abgeflachten Nadeln werden 12–18 mm lang, sind zugespitzt und kaum stechend. Die Nadeloberseite ist glänzend dunkelgrün und die Unterseite mit zwei silberweissen Stomabändern versehen. Die männlichen Blüten sind rötlich gelb, eiförmig, 1–1,5 cm gross und erscheinen im Mai sehr zahlreich; die weiblichen sind eiförmig bis länglich aufrecht sowie purpurrot. Die Früchte (Zapfen) sind ebenfalls länglich sowie eiförmig und können bis 6 cm lang sowie 3 cm breit werden; im Jugendstadium sind sie violettpurpurfarben und zur Reife glänzend dunkelbraun sowie harzig. Das Wurzelsystem entwickelt sich flach, geht aber doch etwas tiefer als bei Picea abies. Die dunkelbraune Borke löst sich in dünnen Schuppen ab.
Ein sonniger Standort mit einer hohen Luftfeuchtigkeit ist für die Omorika-Fichte optimal. An den Boden werden nur geringe Ansprüche gestellt; sie gedeiht sowohl auf alkalischen Kalkböden als auch auf eher sauren Bodentypen. Als ideal hat sich ein tiefgründiger, frischer, aber gut drainierter, neutraler und kultivierter Gartenboden erwiesen. Staunässe und verdichtete Böden werden nicht toleriert; ist dies der Fall, reagiert das Gehölz im ersten Stadium mit einer gelblichen Färbung der Nadeln, bevor es abstirbt.
In unseren Gärten und Parkanlagen hat sich die Omorika-Fichte dank ihrer schmalen Form und dem robusten Wesen rasch etabliert und ist weitverbreitet. Gemessen daran ist die forstwirtschaftliche Bedeutung jedoch unbedeutend, da sie der Wuchsleistung der Rotfichte (Picea abies) deutlich unterlegen ist. Schädlinge und Krankheiten sind bei diesem frostharten und stadtklimafesten Gehölz eigentlich kein Thema, gelegentlich kann jedoch Magnesiummangel auftreten; hier schafft eine Frühjahrsdüngung mit Bittersalz bzw. Magnesiumsulfat Abhilfe.
Als robustes Solitär- oder Gruppengehölz und auch als Hecke (geschnitten und frei wachsend) vielseitig in unseren Gärten und Parkanlagen wie auch in Siedlungen zu verwenden.
Eine von 4000 Pflanzen aus dem Nachschlagewerk PLANTAE.
Ein Handbuch der Gartenpflanzen, wie es noch keines gegeben hat – für Gärtnerinnen, Landschaftsarchitekten, Profis und Enthusiasten und für Bibliophile. Verfasst von Urs Lüscher.
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