Hier präsentieren wir eine Auswahl aus den über 4000 Pflanzen des Buches «Plantae».

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Pinus cembra

Arve | Zirbe | Zirbelkiefer



Pinus cembra

Die Arve ist übers Jahr gesehen vermutlich der frosthärteste Baum der Alpen; so werden im Winter – 40 Grad problemlos ertragen, und auch Kälteeinbrüche im Hochsommer von – 8 Grad werden von den zweijährigen Trieben schadlos überstanden – meistens leidet nur der frische Austrieb.

VERBREITUNG

Das Hauptverbreitungsgebiet liegt in den Alpen und erstreckt sich über die Karpaten bis nach Skandinavien, wo Pinus cembra als eingebürgert gilt. Besiedelt bevorzugt magere Bodentypen ab etwa 1000 m ü. M. und kann bis auf ca. 2500 m ü. M. aufsteigen bzw. bildet ab ca. 2000 m ü. M. oft die Baumgrenze. Im Gebirge erfüllt sie eine wichtige, natürliche Schutzwaldfunktion. Im Norden Russlands und in Sibirien ist eine Varietät sibirica (Du Tour) G. Don beheimatet, die jedoch heute als eigene Art Pinus sibirica Du Tour bezeichnet wird.

WUCHS

10–22 m hoher, in der Jugend schmal pyramidaler und dichter, fast säulenförmiger Baum, der sich im Alter etwas auflockert und eine malerische, unregelmässig offene Form annimmt. Pinus cembra entwickelt sich im Gebirge langsam, kann aber über 1000 Jahre alt werden. In tieferen Lagen bzw. im Flachland wird die Arve selten höher als 10–15 m.

MERKMALE & EIGENSCHAFTEN

Die immergrünen Nadeln sind zu fünft in dichten, pinselartigen Büscheln zusammengefasst und können 5–10 cm lang werden. Sie sind dunkelgrün und auf der Innenseite mit blauweis­sen Sto­ma­bän­dern versehen, was dem Gehölz ein leicht bläuliches Antlitz verschafft. Am Jahrestrieb liegen die Nadeln dicht an und stehen ziemlich steif aufrecht am Zweig. Die Lebensdauer der Nadeln kann bis 5 Jahre betragen. Die eiförmigen, 5–8 cm langen und 5 cm dicken Zapfen erscheinen erst ab dem 60. Lebensjahr des Gehölzes. Sie enthalten die 8–13 mm langen, essbaren und wohlschmeckenden Samen (Zirbelkerne oder Zirbelnüsse). Das Wurzelwerk entwickelt sich weit und tief.

In der Jugend bildet die Arve eine Pfahlwurzel aus; diese wird auf den flachgründigen und geschiebereichen Böden aber oft gestört und durch kräftige Senkerwurzeln ersetzt, die in Felsspalten eindringen können und dem Gehölz sicheren Halt verleihen. Die jungen Triebe sind oliv- bis graugrün, glatt und glänzend. Im Alter wird die Borke graubraun bis silbrig rotbraun und rissig. Die Seitenäste sind recht kurz ausgebildet.

Ein offener, sonniger und luftfeuchter Standort auf einem gut durchlässigen, aber frischen, kiesig-humosen und leicht sauren Boden ist für die Arve am besten geeignet. Die Ansprüche an den Nährstoffgehalt des Bodens sind sehr bescheiden. In schneearmen Wintern kann Frosttrocknis bei Jungpflanzen zu Ausfällen ­führen.

Essenz

Die Arve ist übers Jahr gesehen vermutlich der frosthärteste Baum der Alpen; so werden im Winter – 40 Grad problemlos ertragen, und auch Kälteeinbrüche im Hochsommer von – 8 Grad werden von den zweijährigen Trieben schadlos überstanden – meistens leidet nur der frische Austrieb. Das Gehölz ist als Lawinenschutz, Forstbaum in Hochlagen, als langsam wachsender Garten- oder Parkbaum oder in Felsgärten und im Moorbeet mit Heide unterpflanzt sehr vielseitig zu verwenden. Seine Kerne sind essbar. Das wertvolle, lebhaft gemusterte Holz (als Folge seiner Astigkeit) wird im Alpenraum traditionell gern zu rustikalen Möbeln verarbeitet oder im Hausbau verwendet (Arvenstube).

Bei Pflanzungen in Garten- und Parkanlagen ist neben dem Boden besonders der freie Standort wichtig, da Pinus cembra keinen Konkurrenzdruck erträgt. Gelegentlich sind Exemplare in Gärten anzutreffen, die einen Gelbstich im Nadelkleid aufweisen. Meistens liegt die Ursache darin, dass der Boden zu nass (temporäre Staunässe) oder der pH-Wert zu hoch ist – oft ist es auch die Kombination von beiden negativen Einflüssen – und sich das Wurzelwerk schlecht ent­wickelt hat.

FOTOS


Eine von 4000 Pflanzen aus dem Nachschlagewerk PLANTAE.

Ein Handbuch der Gartenpflanzen, wie es noch keines gegeben hat – für Gärtnerinnen, Landschaftsarchitekten, Profis und Enthusiasten und für Bibliophile. Verfasst von Urs Lüscher.


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