Hier präsentieren wir eine Auswahl aus den über 4000 Pflanzen des Buches «Plantae».

Über die Suchfunktion oben rechts (versteckt hinter den drei Querstrichen) oder die Hashtags am Ende jedes Pflanzenporträts können gezielt Arten mit bestimmten Eigenschaften gefunden werden.

Pinus mugo

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Pinus mugo subsp. mugo

Ein sehr frosthartes und robustes Nadelgehölz, das in keinem Alpinum fehlen darf und auch in Steingärten oder zu Natursteinen im Allgemeinen immer gut passt. Mit den zahlreichen in Baumschulen kultivierten Auslesen und Sorten von Pinus mugo findet man so für fast jede Situation die passende Variante.

VERBREITUNG

Im Alpenraum sowie in den Bergen von Mittel- und Osteuropa bis auf 2500 m ü. M. aufsteigend und auf dem Balkan sowie im Apennin, oft auf sehr verschiedenen Bodentypen (von Kalkböden bis ins Hochmoor).

WUCHS

Enorm variable Art, die sehr unterschiedliche Wuchsformen ausbildet: So sind neben einstämmigen auch mehrstämmig aufrechte oder flach niederliegende Exemplare mit bogig ansteigenden Ästen anzutreffen. In der Praxis werden die einstämmig aufrechten Exemplare als Pinus mugo bezeichnet, die sich baumförmig entwickeln. In der Regel sind Höhen zwischen 3 und 6 m realistisch. Die Unterarten, Varietäten, Auslesen und Sorten mit den entsprechenden individuellen Merkmalen und Eigenschaften werden im Weiteren noch detaillierter ­vorgestellt.

MERKMALE & EIGENSCHAFTEN

Die dunkelgrünen, fast rechtwinklig vom Zweig abstehenden Nadeln stehen zu zweit gebündelt und werden 3–4 cm lang. Sie sind recht steif und zugespitzt, gelegentlich auch sichelförmig gebogen oder leicht gedreht, und können bis zu 12 Jahre am Trieb überdauern. Pinus mugo bildet vielgestaltige Zapfen aus: Oft sind sie kegel- bis eiförmig, nur kurzgestielt oder sitzend und 3–7 cm lang. Bei der Reife nehmen sie eine zimtbraune bis dunkelbraune Färbung an. Die gefurchten Triebe sind olivgrün bis hellbraun und kahl. Im Alter färbt sich die Borke schwarzgrau und löst sich in kleinen Schuppen ab.

Das Wurzelwerk entwickelt sich weit ausgebreitet sowie flach und stark verzweigt. Ein sonniger bis absonniger Standort auf einem durchlässigen, trockenen bis feuchten und kiesig-lehmigen bis sandig-humosen, mässig nährstoffreichen Boden kommt dieser Kiefernart und den meisten Sorten besonders zugute. Pinus mugo ist aber sehr anpassungsfähig und weist eine grosse Standortamplitude auf. Die Bodenreaktion ist nur von sekundärer Bedeutung; sie kann von sauer über neutral bis in den alkalischen Bereich reichen.

Essenz

Ein sehr frosthartes und robustes Nadelgehölz, das in keinem Alpinum fehlen darf und auch in Steingärten oder zu Natursteinen im Allgemeinen immer gut passt. Mit den zahlreichen in Baumschulen kultivierten Auslesen und Sorten von Pinus mugo findet man so für fast jede Situation die passende Variante.

Auch auf Dachgärten und in Gefässen überzeugt die äusserst dankbare und trockenheitsverträgliche Bergföhre. Ich selbst kenne Exem­pla­re, die über Jahrzehnte keinen Gärtner zu Gesicht bekommen bzw. nur ein Minimum an Pflege erhalten, aber mit wenig Substrat und den natürlichen Niederschlägen überlebt haben – sich sogar zu bonsaiartig spannenden Gestalten entwickelten und kerngesund sind. Neben der Föhrenschütte (Lophodermium seditiosum) sind in den letzten Jahren die Braunfleckenkrankheit (Lecanosticta acicola) und die Rotbandkrankheit (Dothistroma-Nadelbräune) als Pilzkrankheiten in Gärten und Parkanlagen zum Thema geworden. Als tierische Schädlinge können die Föhren-Gespinstblattwespe und der Föhrentriebwickler zyklusartig, und dann oft recht stark verbreitet, auftreten. Diese sind jedoch beide gut zu bekämpfen durch Ablesen der gefrässigen Raupen oder ggf. Ausschneiden der Triebe, bei starkem Befall durch eine Insektizidbehandlung.

Eine offene und luftige Standortwahl hilft, die Pflanzen gesund zu erhalten. Die nachfolgend beschriebenen Unterarten, Varietäten und Sorten werden regelmässig in Baumschulen kultiviert und haben sich als wichtige Garten- und Parkgehölze etablieren können.

FOTOS


Eine von 4000 Pflanzen aus dem Nachschlagewerk PLANTAE.

Ein Handbuch der Gartenpflanzen, wie es noch keines gegeben hat – für Gärtnerinnen, Landschaftsarchitekten, Profis und Enthusiasten und für Bibliophile. Verfasst von Urs Lüscher.


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