Hier präsentieren wir eine Auswahl aus den über 4000 Pflanzen des Buches «Plantae».
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Populus nigra
Europäische Schwarzpappel | Schwarzpappel | Thur-Eiche

In der freien Natur ist diese Art selten geworden und wurde nicht zuletzt darum zum Baum des Jahres 2006 gekürt. Mit einer Lebenserwartung von bis zu 300 Jahren zählt die Schwarzpappel sicher zu den langlebigsten der Gattung.
Von Nordafrika über Süd-, Mittel- und Osteuropa bis nach Zentralasien; bevorzugt entlang von Flüssen von Meereshöhe bis auf 800 m ü. M. auf sporadisch überschwemmten, sandig-kiesigen Böden anzutreffen. Die reine Art ist hingegen selten geworden und kann meist nur durch genetische Merkmale sicher von Kreuzungen mit der Kanadischen Pappel (P. × canadensis) unterschieden werden.
Mächtiger Baum von 25–30 m (35 m) Höhe und einem geraden bis gekrümmten, aber nicht bis zur Spitze hin durchgehendem Stamm. Im Alter nimmt die Krone mit den unregelmässig stehenden und weit ausladenden, starken Ästen und wirren Zweigen eine breit rundliche bis breit aufrechte Form an, die aus der Distanz betrachtet einer Eiche ähnelt. Wegen dieser Ähnlichkeit wird diese Pappelart in der Ostschweiz auch als Thur-Eiche bezeichnet (die Thur ist nach dem Rhein der zweitlängste Fluss dieser Region). Gelegentlich finden sich auch mehrstämmige Exemplare.
Die rautenförmigen bis dreieckigen oder eiförmigen Blätter sind wechselständig angeordnet und können bis 10 cm lang und ebenso breit werden (insgesamt recht variabel); sie laufen spitz zu und sind am Rand fein kerbig gesägt, mit Ausnahme des Bereichs an der Blattspitze. Der abgeflachte Blattstiel kann bis 5 cm lang werden. Die Blätter sind im Austrieb frischgrün bis bronzefarben und nehmen im Sommer eine glänzend dunkelgrüne Färbung an.
Im Herbst wird das Laub gelb. Die jungen, gelblich braunen, glänzenden Zweige werden später hellgrau und rund; sie weisen Lentizellen und später wulstige Querrisse bzw. Wucherungen auf. Im Alter nimmt die dicke, längs gefurchte bis tiefrissige Borke eine schwärzliche Färbung an. Die Terminalknospen werden bis 12 mm lang, die Seitenknospen erreichen etwa die Hälfte dieser Länge. Sie sind lang zugespitzt, rotbraun und oft etwas gekrümmt; im Frühjahr sind sie klebrig. Diese zweihäusige Pflanze blüht im zeitigen Frühjahr (März), und die Bestäubung erfolgt durch Wind. Die kleinen Samen mit den weisswolligen Flughaaren fliegen von Mai bis Juni.
Das Wurzelwerk entwickelt sich in Abhängigkeit von den Bodenverhältnissen meist flach und dicht verzweigt; es werden Wurzelausläufer gebildet. Die Schwarzpappel erträgt eine Eindeckung (Überschotterung) und temporäre Überflutung schadlos. Das gelbliche, gut bearbeitbare weiche Holz ist wertvoll und bei Drechslern beliebt. Ein warmer, sonniger bis absonniger Standort auf einem frischen bis feuchten, nahrhaften und tiefgründigen, kalkreichen Boden ist optimal. Andauernde Staunässe und saure Böden werden gemieden.
In der freien Natur ist diese Art selten geworden und wurde nicht zuletzt darum zum Baum des Jahres 2006 gekürt. Mit einer Lebenserwartung von bis zu 300 Jahren zählt die Schwarzpappel sicher zu den langlebigsten der Gattung.
In Europa wurden die junge Rinde und die Knospen früher für Wundsalben verwendet, und aus den Knospen wurde auch ein Blasentee hergestellt. Aufgrund des starken Rückgangs der echten Schwarzpappel sollte man diese Baumart öfters pflanzen. Gerade in Parkanlagen, Badeanstalten oder Industriegebieten wie auch in der freien Landschaft gibt es zahlreiche Verwendungsmöglichkeiten. Wichtig ist bei der Pflanzenwahl eine genaue Abklärung der Herkunft, um die reine Art erhalten zu können.
Eine von 4000 Pflanzen aus dem Nachschlagewerk PLANTAE.
Ein Handbuch der Gartenpflanzen, wie es noch keines gegeben hat – für Gärtnerinnen, Landschaftsarchitekten, Profis und Enthusiasten und für Bibliophile. Verfasst von Urs Lüscher.
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