Pflanze des Monats

Aus dem umfassenden Nachschlagewerk «Plantae» von Urs Lüscher stellen wir Ihnen jeden Monat eine besondere Pflanze vor. Es handelt sich um wenig bekannte Gehölze, die aus unserer Sicht mehr Aufmerksamkeit verdienen. Lassen Sie sich inspirieren und entdecken Sie faszinierende neue Pflanzenarten.

Prunus mume

Essigpflaume | Japanische Apri­kose | Japanische Pflaume | Schneeaprikose | Ume



Prunus mume 'Peggy Clarke'

Gerade in asiatisch gestalteten Gärten gehört Prunus mume als Frühlingsbote fast zwingend dazu. Obwohl in Europa schon länger eingeführt, wurde die Ume nie so richtig bekannt und hat – leider – immer noch Liebhaberstatus.

VERBREITUNG

Die Wildart ist in den Bergen, an Waldrändern und Flussufern von Süd- und Westchina in Höhenlagen bis auf 2500 m ü. M. anzutreffen. Befindet sich in Japan seit etwa 2000 Jahren mit zahlreichen Sorten in Kultur und wird verehrt. Nach Europa (England) um 1844 eingeführt.

WUCHS

Sommergrüner Strauch oder kleiner rundkroniger Baum von 4 bis 6 m (10 m) Höhe. In unseren Breiten meist deutlich kleiner und durch den regelmässigen Rückschnitt auch dicht verzweigt bleibend.

MERKMALE & EIGENSCHAFTEN

Die eiförmigen bis breit eiförmigen, wechselständig angeordneten und lang zugespitzten Blätter werden 4–10 cm gross; der Rand ist fein scharf gesägt. Die Blatt­oberseite ist frischgrün, die Unterseite etwas heller gefärbt. Der anfänglich flaumig-filzige Stiel wird 1–2 cm lang. Im Austrieb sind beide Blattseiten behaart, später wird die Oberseite kahl, während sich die Haare auf der Unterseite längs der Mittelrippe befinden. Besitzt meist eine attraktive Herbstfärbung.

Die weissen (in Sorten auch rosa bzw. dunkelrosa, einfach und gefüllt), bis 3 cm grossen und besonders an sonnigen Nachmittagen oder gegen Abend angenehm wie Mandelblüten duftenden, sehr kurzgestielten Blüten erscheinen vor den Blättern einzeln oder zu zweit im Spätwinter bzw. März/April. Früh fliegende Bienen und zahlreiche weitere Insekten sind häufige Gäste. Auffallend sind die glänzend grünen und schlanken Jungtriebe. Im Alter wird die graubraune bis braunschwarze Borke rissig.

Die kugeligen, 2–3 cm grossen gelben bzw. grünlich gelben und wenig behaarten Früchte lösen sich kaum vom Stein; sie sind essbar, schmecken roh jedoch sauer-bitter. In Japan werden sie gekocht bzw. eingemacht oder dienen zum Aromatisieren von Getränken. Ein geschützter, sonniger und warmer Standort (Weinbauklima) auf einem gut durchlässigen, nahrhaften, lehmig-humosen Boden mit einer Reaktion im schwach sauren bis schwach alkalischen Bereich hat sich als optimal erwiesen.

Essenz

Gerade in asiatisch gestalteten Gärten gehört Prunus mume als Frühlingsbote fast zwingend dazu. Obwohl in Europa schon länger eingeführt, wurde die Ume nie so richtig bekannt und hat – leider – immer noch Liebhaberstatus. Ein Grund dafür ist vielleicht, dass sie bei falscher Pflege (ohne Schnitt) nach der Blüte rasch unansehnlich wird. Der richtige Schnitt – japanische Gärtner schneiden die Bäume nach der Blüte regelmässig stark zurück – fördert zum einen den Blütenansatz und erhöht zum anderen die Vitalität der Pflanze.

FOTOS


Eine von 4000 Pflanzen aus dem Nachschlagewerk PLANTAE.

Ein Handbuch der Gartenpflanzen, wie es noch keines gegeben hat – für Gärtnerinnen, Landschaftsarchitekten, Profis und Enthusiasten und für Bibliophile. Verfasst von Urs Lüscher.


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