Pflanze des Monats

Aus dem umfassenden Nachschlagewerk «Plantae» von Urs Lüscher stellen wir Ihnen jeden Monat eine besondere Pflanze vor. Es handelt sich um wenig bekannte Gehölze, die aus unserer Sicht mehr Aufmerksamkeit verdienen. Lassen Sie sich inspirieren und entdecken Sie faszinierende neue Pflanzenarten.

Pyrus calleryany 'Chantileer'

Callery-Birne | Chinesische Wildbirne 'Chanticleer' | Stadt­birne 'Chanti­cleer'




Pyrus calleryany 'Chantileer'

Ein robuster Baum, der auch das innerstädtische Klima gut erträgt und sich deshalb zur Bepflanzung schmaler Strassenzüge oder für Gärten und Parkanlagen bestens empfiehlt. Die Früchte werden im Spätherbst oder frühen Winter gern von den Vögeln gefressen, bevor sie abfallen.

VERBREITUNG

China. Die Wildart wurde durch den französischen Missionar Joseph-Marie Callery (1810–1862) nach Europa eingeführt. Die Sorte 'Chanticleer' wurde vom Botaniker, Baumschulisten und Züchter Edward H. Scanlon (1903–1976) um 1956 in den USA selektiert.

WUCHS

Schmal kegelförmig bis eirundlich wachsender Baum von 10 bis 15 m Höhe und etwa 5 m Breite. Die aufwärtsstrebenden Seitenäste lassen dieses Gehölz im Jugendstadium sehr schlank erscheinen. Im Alter zunehmend breiter werdend.

MERKMALE & EIGENSCHAFTEN

Die ovalen bis breitovalen Blätter sind glänzend grün, 4–10 cm gross und wechselständig an den Trieben angeordnet. Das Laub entwickelt sich im Frühjahr zeitig und bleibt, recht gesund, bis weit in den Herbst grün. Ab November setzt dann die spektakuläre gelborange bis scharlachviolette Herbstfärbung ein. Auf feuchten Böden bleibt das Laub aber oft ohne Färbung bis Mitte Dezember an den Zweigen haften, was die Gefahr von Astbrüchen bei früh einsetzenden Nassschneefällen massiv erhöht. Blüht von April bis Mai sehr üppig mit weissen Blüten, die in Sechser- oder Zwölfergruppen in Trugdolden zusammengefasst sind; die Einzelblüte weist einen Durchmesser von ca. 2 cm auf.

Gelegentlich erscheinen die runden, etwa 1 cm grossen, braunen Früchte, die mit hellen Lentizellen besetzt sind, eher unscheinbar wirken und säuerlich herb schmecken. Meist fruchtet diese Sorte aber eher spärlich. Die Rinde ist grau und im Alter abblätternd. Das Wurzelwerk entwickelt sich kräftig und reicht tief in den Boden. Ein vollsonniger Standort auf einem durchlässigen und nicht zu mageren Boden wird bevorzugt. Der pH-Wert liegt im Idealfall zwischen neutral und alkalisch. Trockenheit und hochsommerliche Hitzeperioden werden gut ertragen.

Essenz

Ein robuster Baum, der auch das innerstädtische Klima gut erträgt und sich deshalb zur Bepflanzung schmaler Strassenzüge oder für Gärten und Parkanlagen bestens empfiehlt. Die Früchte werden im Spätherbst oder frühen Winter gern von den Vögeln gefressen, bevor sie abfallen. Wie die gesamte Gattung Pyrus kann auch diese Art bzw. Sorte durch den Gitterrost (Gymnosporangium fus­cum) und die Bakterienkrankheit Feuerbrand (Erwinia amylovora) befallen werden. 'Chanticleer' gilt aber als sehr widerstandsfähig, und der Befallsdruck muss hoch sein, damit eine Infektion entstehen kann.

FOTOS


Eine von 4000 Pflanzen aus dem Nachschlagewerk PLANTAE.

Ein Handbuch der Gartenpflanzen, wie es noch keines gegeben hat – für Gärtnerinnen, Landschaftsarchitekten, Profis und Enthusiasten und für Bibliophile. Verfasst von Urs Lüscher.


 ZURÜCK ZU: