Hier präsentieren wir eine Auswahl aus den über 4000 Pflanzen des Buches «Plantae».

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Quercus rubra

Amerika­nische Roteiche | Roteiche



Quercus rubra 'Haaren'

Ein gut frostharter, robuster und kaum mehltauanfälliger attraktiver Parkbaum, der aber auch als Holzlieferant oder Alleebaum eine bedeutende Rolle spielt. Besonders die intensive Herbstfärbung macht Quercus rubra zur gegebenen Zeit zu einem Blickfang.

VERBREITUNG

Im östlichen und zentralen Teil der USA und im Südosten von Kanada; waldbildend, in Reinbeständen und Mischwäldern. Eine der forstwirtschaftlich bedeutsamsten Eichen dieser Gebiete; sie wurde um 1691 nach Europa eingeführt.

WUCHS

Mächtiger, aufrecht wachsender und sommergrüner Laubbaum von 22 bis 35 m (45 m) Höhe und 14 bis 22 m Breite und einem oft bis zur Spitze hin gerade durchgehenden Stamm. Die kräftig ausgebildeten und wenig verzweigten Hauptäste stehen schräg aufrecht vom Stamm ab. Zusammen mit den nahezu horizontal abstehenden Seitenästen bilden sie eine breit kegelförmige bis ovale und im Alter unregelmässig rundliche Krone. Entwickelt sich verhältnismässig schnell und kann bis 400 Jahre alt werden.

MERKMALE & EIGENSCHAFTEN

Die im Umriss elliptisch geformten, bis zu 20 cm langen und 10 cm breiten Blätter sind fiederteilig gelappt und wechselständig an den Trieben angeordnet. Die Blätter bzw. die Blattlappen sind meistens weniger als die Hälfte tief gelappt. Je Seite hat es bis fünf solcher Lappen, die wiederum in unregelmässige Abschnitte geteilt sind; jeder dieser Lappen läuft spitz aus. Der Blattstiel kann bis 5 cm lang werden und ist sonnenseitig oft gerötet. Die Blattoberseite ist stumpfgrün, die Unterseite hellgrün. Die Herbstfärbung erscheint in einem herrlichen Scharlach- bis Karmin- oder Oran­gerot; einmal braun geworden bleiben die Blätter bis tief in den Winter am Baum hängen. Am Boden zersetzen sie sich dann nur langsam.

Im Mai erscheinen die männlichen und weiblichen Blüten getrennt auf derselben Pflanze (einhäusig), wobei die weiblichen Blüten eher unscheinbar sind und die männlichen Blüten die Form von hängenden, grünlich gelben Kätzchen aufweisen. Die 2,5–3 cm grossen, zylinderförmigen Eicheln sind zuerst glänzend grün und bei Reife mattbraun; sie sind von einem schuppigen Fruchtbecher zu etwa einem Viertel bis einem Drittel umschlossen und reifen im zweiten Jahr.

Die rotbraunen Zweige sind glänzend, und die graubraune Rinde bleibt lange glatt. Im Alter wird die Borke etwas dunkler und ist fein gefurcht bzw. längsrissig. Das Wurzelsystem entwickelt sich in Abhängigkeit von den Bodenverhältnissen sowohl flach und weit ausgebreitet als auch tief. Das Holz ist aufgrund des schnelleren Wachstums etwas grobporiger als bei der Stieleiche (Quercus robur) und dadurch etwas weniger dicht, also etwas weniger wertvoll. Trotzdem liefert die Roteiche immer noch ein vorzügliches Bau- und Brennholz.

Besonders als Jungbaum ist sie lichthungrig und bevorzugt einen sonnigen und offenen Standort. Der Boden ist im Idealfall tiefgründig, durchlässig, nahrhaft und frisch bis feucht und weist eine saure bis neu­tra­le, höchstens leicht alkalische Reaktion auf; der Baum meidet Kalk. Insgesamt ist das Gehölz aber ausgesprochen genügsam und standorttolerant; so werden auch extremes Stadtklima und hochsommerliche Trockenperioden mit einhergehender Hitze meist schadlos überstanden.

Essenz

Ein gut frostharter, robuster und kaum mehltauanfälliger attraktiver Parkbaum, der aber auch als Holzlieferant oder Alleebaum eine bedeutende Rolle spielt. Besonders die intensive Herbstfärbung macht Quercus rubra zur gegebenen Zeit zu einem Blickfang.

Die Blüten werden zwar von Bienen genutzt, die Eicheln jedoch werden wegen der Bitterstoffe von unserem heimischen Wild nur in Notzeiten gefressen. Aus ökologischer Sicht ist die Amerikanische Roteiche für die europäische Fauna sicher weniger wertvoll als z. B. die heimische Stieleiche. Aufgrund ihres robusten Wesens und des gesunden Laubs stellt sie aber – im urbanen Umfeld und unter gestalterischen Kriterien – eine gute Wahl dar.

FOTOS


Eine von 4000 Pflanzen aus dem Nachschlagewerk PLANTAE.

Ein Handbuch der Gartenpflanzen, wie es noch keines gegeben hat – für Gärtnerinnen, Landschaftsarchitekten, Profis und Enthusiasten und für Bibliophile. Verfasst von Urs Lüscher.


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