Hier präsentieren wir eine Auswahl aus den über 4000 Pflanzen des Buches «Plantae».
Über die Suchfunktion oben rechts (versteckt hinter den drei Querstrichen) oder die Hashtags am Ende jedes Pflanzenporträts können gezielt Arten mit bestimmten Eigenschaften gefunden werden.
Rhamnus cathartica
Gemeiner Kreuzdorn | Kreuzbeerstrauch | Kreuzdorn | Purgier-Kreuzdorn | Wegedorn

Ein robustes, heimisches Wildgehölz, das in der freien Landschaft oder zu Renaturierungszwecken auch auf Problemstandorten gut geeignet ist, leider jedoch auch als Zwischenwirt für die Grüne Gurkenblattlaus (Aphis gossypii) oder den Haferkronenrost (Puccinia coronata var. avenae) fungiert.
Europa und im westlichen Teil Asiens; bevorzugt auf eher kalkhaltigen Böden von Meereshöhe bis auf 1500 m ü. M. aufsteigend. Oft in Mooren oder Wildhecken und an Waldrändern oder an Hängen auf nassen bis trockenen Böden anzutreffen.
Sparriger, an den Zweigenden verdornter Strauch oder Kleinbaum von 2 bis 4 m (6 m) Höhe und nahezu derselben Breite; im Alter sogar oft breiter als hoch werdend. Entwickelt sich langsam, unregelmässig und etwas bizarr. An zusagenden Standorten mit Wurzelausläufern grössere Bestände bildend.
Die meist gegenständig angeordneten (gelegentlich auch wechselständig!), sommergrünen Blätter sind elliptisch bis eiförmig und werden 4–6 cm (7 cm) lang. Die Blattoberseite ist stumpfgrün, die Unterseite deutlich heller und weich behaart. Im Herbst färbt sich das Laub prächtig gelb. Im Mai erscheinen die gelblich grünen, duftenden Blüten in Form von Kreuzen (Trivialname) zu zweit bis acht in doldigen Blütenständen in den Blattachseln.
Die kugeligen, schwarz glänzenden, beerenartigen Steinfrüchte werden 5–8 mm gross und sind für den Menschen giftig; früher wurden sie aber in der Textilfärbung genutzt. Die Zweige sind dunkelgraubraun und am Triebende kreuzgegenständig verzweigt, mit oft verdornten Kurztrieben. Im Alter nimmt die Borke eine schwarzgraue Färbung an und ringelt sich im Querverlauf ab.
Das Wurzelwerk entwickelt sich auffallend tief und bildet mit den oberflächennah verlaufenden Wurzeln häufig Ausläufer. Das ausgesprochen zähe und harte Holz ist bei Drechslern sehr beliebt, aber nur schwer in ausreichenden Stammdurchmessern zu finden.
Ein sonniger bis halbschattiger Standort auf einem frischen, kalkhaltigen und durchlässigen Lehmboden behagt dem robusten und anspruchslosen Kreuzdorn am besten. Er ist gut frosthart und übersteht hochsommerliche Hitzephasen mit damit verbundener Bodentrockenheit wie auch das innerstädtische Klima schadlos.
Ein robustes, heimisches Wildgehölz, das in der freien Landschaft oder zu Renaturierungszwecken auch auf Problemstandorten gut geeignet ist, leider jedoch auch als Zwischenwirt für die Grüne Gurkenblattlaus (Aphis gossypii) oder den Haferkronenrost (Puccinia coronata var. avenae) fungiert. Die für den Menschen giftigen Früchte – Erbrechen und Übelkeit, diese Erfahrung habe ich als Kind im Vorschulalter selbst gemacht – sind in der Vogelwelt als Nahrung beliebt, die Blüten werden von zahlreichen Insekten besucht, und das Laub nutzen die Raupen zahlreicher heimischer Schmetterlinge.
Eine von 4000 Pflanzen aus dem Nachschlagewerk PLANTAE.
Ein Handbuch der Gartenpflanzen, wie es noch keines gegeben hat – für Gärtnerinnen, Landschaftsarchitekten, Profis und Enthusiasten und für Bibliophile. Verfasst von Urs Lüscher.
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