Hier präsentieren wir eine Auswahl aus den über 4000 Pflanzen des Buches «Plantae».

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Rubus idaeus

Gemeine Himbeere | Himbeere




Rubus idaeus

Bereits schon für die Menschen der Steinzeit stellte die heimische Himbeere eine wichtige Nahrungsquelle und einen wertvollen Vitaminlieferanten dar. Auch heute wird diese Frucht in zahlreichen Müesli- und Dessertvarianten oder als Glace, Sirup, Konfitüre etc. hoch geschätzt.

VERBREITUNG

In Europa sowie im Kaukasus und in Sibirien weit verbreitet; an Waldrändern, auf Steinschutt u. Ä., in Hecken, Gebüschen und Waldlichtungen auf frischen bis feuchten, nahrhaften Böden. Kann von Meereshöhe bis zur Baumgrenze hochsteigen. In Kultur befinden sich meistens Auslesen bzw. Sorten.

WUCHS

Vieltriebiger, mit kleinen Stacheln bewehrter laubabwerfender Kleinstrauch mit anfänglich straff aufwärtsgerichteten, später etwas überhängenden und kaum verzweigten Grundtrieben. In der Höhe werden 1–1,5 m (2 m) erreicht. An zusagenden Standorten bilden sich mit den zahlreichen Ausläufern grössere Bestände (Waldpionierpflanze).

MERKMALE & EIGENSCHAFTEN

Die sommergrünen, 3–10 cm langen Blätter sind wechselständig an den Trieben angeordnet und selten drei-, häufiger fünf- bis siebenzählig unpaarig gefiedert; die Oberseite ist hellgrün, die Unterseite weissfilzig. Im Herbst färben sich die Blätter vor dem Laubfall gelb. Von Mai bis Juli erscheinen die weissen Blüten in wenigblütigen Trauben. Die essbaren saftigen, roten und sauer-süss schmeckenden, aromatischen Sammelsteinfrüchte bzw. Himbeeren sind sicher auch Nichtgärtnerinnen und -gärtnern ein Begriff.

In der Regel reifen die Früchte im (Juli) August/September (Oktober); je nach Sorte kann die Reifezeit variieren. Die dünnen Ruten bilden kaum Holz aus, sondern bleiben schlank, und die braune bis rotbraune Rinde ist mit zahlreichen kleinen Stacheln bewehrt. Die oberflächennah ausgebildeten Wurzeln (Flachwurzler) treiben zahlreiche Ausläufer.

Ein sonniger bis halbschattiger Standort auf einem frischen bis feuchten, aber gut durchlässigen, nahrhaften, sandig-lehmigen bis lehmigen Boden hat sich als optimal erwiesen. Die Reaktion kann von schwach sauer bis alkalisch ­reichen.

Essenz

Bereits schon für die Menschen der Steinzeit stellte die heimische Himbeere eine wichtige Nahrungsquelle und einen wertvollen Vitaminlieferanten dar. Auch heute wird diese Frucht in zahlreichen Müesli- und Dessertvarianten oder als Glace, Sirup, Konfitüre etc. hoch geschätzt. Aber auch das Vitamin-C-haltige frische Laub ist wertvoll: So wird Himbeerblättertee als beliebtes Hausmittel gegen Durchfall verwendet, und für zahlreiche Schmetterlingsraupen sind die Blätter eine (überlebens)wichtige Nahrungsquelle. Die Blüten werden von verschiedenen Insekten besucht, und die Früchte dienen Singvögeln, aber auch Kleinsäugern als Nahrung.

Die Himbeere kann, neben der Verwendung im Hausgarten bzw. im Erwerbsbeerenanbau, auch als Unterpflanzung in halbschattigen Gehölzpartien oder in Wildhecken bodenstabilisierend verwendet werden.

Die frostharte Beerenart wird in Baumschulen in zahlreichen Sorten kultiviert, die in Sommer – bzw. Herbsthimbeeren unterschieden werden. Der Unterschied liegt in der Blütenbildung bzw. Fruchtreife: So blühen und reifen die sommertragenden Sorten an den vorjährigen Trieben, während sich bei den herbsttragenden Sorten die Blüten bzw. Früchte an den diesjährigen Trieben bilden.

Bei der Kultur im Garten bzw. in Beeten empfiehlt sich eine erhöhte Pflanzung (Damm von 20 bis 30 cm Höhe) sowie das Erstellen eines Drahtgerüsts (zwei bis drei waagrecht gespannte Drähte auf ca. 0,6 bis 1,6 m Höhe), damit die Triebe aufgebunden werden können. Bei den Herbstsorten kann alternativ ein Knotengitter mit einer Maschenweite von mindestens 12 cm etwa 80–100 cm über dem Boden waagrecht befestigt werden. Die jungen Ruten wachsen durch diese Maschen hindurch und bleiben so, ohne angebunden zu werden, stabil stehen. Die Beetbreite sollte, sowohl bei den sommertragenden als auch bei den herbsttragenden Sorten, höchstens 60 cm betragen, damit die Bestände nicht zu dicht werden bzw. die Blätter rasch abtrocknen können (Fäulnisgefahr).

Nach der Ernte werden bei den sommertragenden Sorten die Ruten direkt über dem Boden abgeschnitten und entfernt. Auch kranke und schwache Triebe gilt es vorzeitig auszumerzen. Pro Laufmeter sollten zehn bis 15 junge, kräftige Triebe aufgebunden werden, damit diese im folgenden Sommer fruchten. Bei den Herbstsorten werden im ausgehenden Winter alle Triebe knapp über dem Boden abgeschnitten und entfernt. Der Boden sollte mit organischen Mulchmaterialien wie bspw. Rinde, Holzwolle oder Schilfhäcksel etc. dünn abgedeckt werden. Eine jährliche Düngung mit einem handelsüblichen Beerendünger oder gut verrottetem Kompost (max. 3–4 l Kompost pro Gabe und m2) wird empfohlen.


Eine von 4000 Pflanzen aus dem Nachschlagewerk PLANTAE.

Ein Handbuch der Gartenpflanzen, wie es noch keines gegeben hat – für Gärtnerinnen, Landschaftsarchitekten, Profis und Enthusiasten und für Bibliophile. Verfasst von Urs Lüscher.


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