Hier präsentieren wir eine Auswahl aus den über 4000 Pflanzen des Buches «Plantae».

Über die Suchfunktion oben rechts (versteckt hinter den drei Querstrichen) oder die Hashtags am Ende jedes Pflanzenporträts können gezielt Arten mit bestimmten Eigenschaften gefunden werden.

Salix alba

Kopfweide | Silberweide | Weissweide



Salix alba

Salix alba hat, ob frei wachsend oder als Kopfweide geschnitten, mit ihrem Erscheinungsbild und ihrer Vitalität eine in unseren Flusstälern landschaftsprägende Stellung als Pioniergehölz inne.

VERBREITUNG

Europa, Nord­afri­ka sowie Nord- und Westasien; bevorzugt an Gewässern, in feuchten Wiesen oder in Auenwäldern auf feuchten bis nassen und nahrhaften Böden in eher tieferen und wärmeren Lagen. Kann bis etwa 900 m ü. M. aufsteigen und hybridisiert gern mit anderen Weidenarten.

WUCHS

Mächtiger und stattlicher, oft auch mehrstämmiger Baum von 30 bis 35 m Höhe und einer in jungen Jahren eher schlank aufrechten, im Alter breit rundlichen bis hoch gewölbten und locker aufgebauten Krone. Die aufrechten bis weit ausladenden Äste hängen bei alten Exemplaren oft durch. Die rasch wachsende Silberweide kann ein Alter von bis zu 200 Jahren erreichen und zählt somit zu den langlebigsten Weiden überhaupt.

MERKMALE & EIGENSCHAFTEN

Die wechselständig angeordneten, sommergrünen Blätter sind schmal eilanzettlich geformt und werden bis 10 cm lang sowie 1,5 cm breit; sie enden spitz zulaufend und sind am Rand fein gesägt. Anfänglich sind beide Blattseiten dicht behaart, später nimmt die Oberseite eine grüne Färbung an und wird kahl, während sich die Unterseite blaugrün färbt und seidig behaart ist. Die Herbstfärbung ist gelblich.

Im April/Mai erscheinen die weiblichen und männlichen Blüten getrennt auf verschiedenen Pflanzen (zweihäusig). Die aufrecht stehenden Blütenkätzchen sind gelblich, und die männlichen duften angenehm. Die Früchte reifen als kleine, grüne Kapseln, die beim Öffnen Samen mit einem wollig-seidigen Haarschopf freigeben, welche dann durch Wind verbreitet werden.

Das Wurzelwerk entwickelt sich weit reichend, eher flach und fein verzweigt bzw. ausserordentlich dicht. Das gelbbraune junge Holz der Triebe ist elastisch, und im Alter nimmt die tiefrissige Borke eine graubraune Färbung an. Das kaum witterungsbeständige Holz (das Kernholz fault oft schon am noch lebenden Baum) wird in einigen Ländern traditionell für die Herstellung von Schuhen (Klompen) oder besonders in England von Kricketschlägern verwendet. Auch als Flechtmaterial oder in der Papier- und Holzfaserplattenindustrie ist Salix alba nutzbar.

Ein sonniger, warmer Standort auf einem nährstoffreichen, feuchten bis nassen und gern neutralen bis alkalischen Boden behagt ihr am besten, insgesamt ist sie aber ein ausgesprochen robustes und standorttolerantes Gehölz.

Essenz

Salix alba hat, ob frei wachsend oder als Kopfweide geschnitten, mit ihrem Erscheinungsbild und ihrer Vitalität eine in unseren Flusstälern landschaftsprägende Stellung als Pioniergehölz inne. Gerade das extrem hohe Ausschlagsvermögen, verbunden mit der Überflutungstoleranz (im Extremfall wird bis zu einem halben Jahr komplette Überschwemmung ausgehalten!), machen sie zu einer Überlebenskünstlerin am Wasser; dies dank ihrer einzigartigen Eigenschaft, Luft von oben in die Wurzeln «pumpen» zu können.

Regelmässig auf Kopf geschnitten, findet diese Weide auch noch im (nicht zu kleinen) Garten bspw. an einem Teich ihren Platz. Neben der reinen Art werden auch zahlreiche Sorten kultiviert (siehe folgende Einträge), die vegetativ vermehrt werden (Steckholz).

FOTOS


Eine von 4000 Pflanzen aus dem Nachschlagewerk PLANTAE.

Ein Handbuch der Gartenpflanzen, wie es noch keines gegeben hat – für Gärtnerinnen, Landschaftsarchitekten, Profis und Enthusiasten und für Bibliophile. Verfasst von Urs Lüscher.


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