Hier präsentieren wir eine Auswahl aus den über 4000 Pflanzen des Buches «Plantae».

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Salix caprea

Palmweide | Salweide



Salix caprea

Die für die Bienen bzw. Imkerei sehr wertvolle Salweide, da früh und reich blühend, wird vorzugsweise als männliche Pflanze verwendet. Die Vermehrung findet in Baumschulen oft durch Veredelung statt, da sich diese Art nur schwer bewurzeln lässt (Steckhölzer schlagen kaum Wurzeln).

VERBREITUNG

Eurasien; weitverbreitetes Pioniergehölz in Kiesgruben, Brachflächen und Kahlschlägen von Meereshöhe bis auf 2000 m ü. M., das jedoch nasse Böden meidet.

WUCHS

Mehr oder weniger aufrecht wachsender, oft mehrstämmiger Strauch bzw. Kleinbaum von 3 bis 8 m (11 m) Höhe mit einer breit eiförmigen bis runden Krone. Kann im Mittel etwa 60 Jahre alt werden.

MERKMALE & EIGENSCHAFTEN

Die wechselständig angeordneten, länglich-ovalen Blätter werden 3–10 cm gross; ihr Rand ist flach gezähnt oder ganz und bisweilen etwas gewellt. Besonders im Austrieb ist die Blattunterseite flaumig-filzig behaart, während die Oberseite mattgrün erscheint. Die Nebenblätter sind nur klein oder fehlen ganz. Im Herbst färben sich die Blätter je nach Witterung blassgelb bis leuchtend gelb. Im März/April entwickeln sich die männlichen und weiblichen Blüten getrennt auf verschiedenen Pflanzen (zweihäusig). Die weiblichen Blüten bilden zylin­drisch geformte, graugrüne Kätzchen, während die männlichen Blütenkätzchen seidig-silbrig behaart sind, beim Aufblühen herrlich gelb leuchten (Staubblätter) und angenehm duften – eine wertvolle Bienenweide!

In jungen Jahren ist die Rinde hellgrau bis rötlich und glatt, während die Borke mit zunehmendem Alter mit länglichen bis kreuzförmigen Rissen ein für diese Art typisches Bild zeigt. Das Holz ist weich und gut zu bearbeiten, aber kaum witterungsbeständig. Ein sonniger bis absonniger Standort auf einem frischen bis feuchten Lehmboden hat sich für diese anspruchslose Art als optimal erwiesen. Obwohl sie weidentypisch viel Feuchtigkeit erträgt, werden staunasse Lagen nicht toleriert.

Essenz

Die für die Bienen bzw. Imkerei sehr wertvolle Salweide, da früh und reich blühend, wird vorzugsweise als männliche Pflanze verwendet. Die Vermehrung findet in Baumschulen oft durch Veredelung statt, da sich diese Art nur schwer bewurzeln lässt (Steckhölzer schlagen kaum Wurzeln). Die Artbezeichnung caprea bezieht sich auf den Verwendungszweck: Nicht nur in Notzeiten wird das Laub auch heute noch in Bergregionen den Ziegen gefüttert. Als traditioneller Kirchenschmuck am Palmsonntag (blühende Zweige) und Zusatz beim Gerben (Rinde) wird sie seit alters her vom Menschen vielfältig verwendet, ist aus unserer Landschaft kaum wegzudenken und gehört in (fast) jeden Naturgarten oder in Wildhecken.

In Baumschulen wird oft die männliche Sorte 'Mas' oder die Hängeform 'Kilmarnock' kultiviert, wobei Letztere aber nur kurzlebig ist und eher als «Wegwerfpflanze» in Schalen oder auf Gräbern, meist kurzstämmig veredelt, verwendet wird.

FOTOS


Eine von 4000 Pflanzen aus dem Nachschlagewerk PLANTAE.

Ein Handbuch der Gartenpflanzen, wie es noch keines gegeben hat – für Gärtnerinnen, Landschaftsarchitekten, Profis und Enthusiasten und für Bibliophile. Verfasst von Urs Lüscher.


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