Hier präsentieren wir eine Auswahl aus den über 4000 Pflanzen des Buches «Plantae».

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Salix daphnoides

Reifweide | Schimmelweide



Salix x daphnoides subsp. acutifolia 'Harry'

Eine wertvolle Imkerweide, die mit der frühen und reichen Blüte den ersten nach dem langen Winter ausfliegenden Bienen einen reichen Tisch beschert und deshalb häufig in der Nähe von Bienenständen gepflanzt wird.

VERBREITUNG

Europa; bevorzugt im Uferbereich alpiner Flüsse, in Kiesgruben etc. auf sandig-kiesigen oder lehmigen Kalkböden. Kann bis auf 1900 m ü. M. ­aufsteigen.

WUCHS

Aufrecht wachsender, oft mehrstämmiger Baum oder Grossstrauch von 6 bis 12 m (15 m) Höhe mit einer feingliedrigen Krone. Kann 100–150 Jahre alt werden.

MERKMALE & EIGENSCHAFTEN

Die wechselständig angeordneten, eilanzettlich geformten Blätter werden bis 12 cm lang und 3 cm breit; sie verjüngen sich deutlich zur Spitze hin und ihr Rand ist fein gezähnt. Die Blattoberseite ist glänzend dunkelgrün, während die Unterseite blaugrün gefärbt ist und deutlich sichtbare Blattadern aufweist. Die Blattbasis ist keilförmig ausgebildet, und der leicht behaarte Stiel wird bis 2 cm lang. Bereits im März/April entwickeln sich die Blütenkätzchen (männliche und weibliche auf verschiedenen Pflanzen). Die weiblichen, aufrecht stehenden, etwas länglichen Blüten sind grünlich, während die männlichen Kätzchen kürzer, dicker und gelblich (Staubbeutel) erscheinen und zudem angenehm duften. Auf den frühen Blüten sind Bienen und andere Insekten dankbare Gäste.

Die rötlichen bis braunen Zweige sind mit einer bläulich weissen, abwischbaren Wachsschicht bereift (daher der Trivialname). Mit zunehmendem Alter wird die graue bis graubraune Borke feinrissig. Gut erkennbar ist die Reifweide an frischen Schnittstellen, die intensiv gelb leuchten. Ein sonniger bis lichtschattiger Standort und ein kiesig-lehmiger, frischer bis feuchter Boden, der im Idealfall eine neutrale bis alkalische Reaktion aufweist, haben sich für diese Kalk liebende Art als optimal erwiesen.

Essenz

Eine wertvolle Imkerweide, die mit der frühen und reichen Blüte den ersten nach dem langen Winter ausfliegenden Bienen einen reichen Tisch beschert und deshalb häufig in der Nähe von Bienenständen gepflanzt wird. Auch in der Ingenieurbiologie, bspw. zum Befestigen von Böschungen und Bachufern, hat sich dieses Gehölz, das willig Adventivwurzeln bildet und Einschüttungen erträgt, gut bewährt. Zum Bau von Weidenhäuschen, Flechtzäunen etc. wird die Reifweide inzwischen immer häufiger verwendet und ausserdem zunehmend in maschinell beerntbaren Kurzumtriebsplantagen (Energieholz) ­kultiviert.

FOTOS


Eine von 4000 Pflanzen aus dem Nachschlagewerk PLANTAE.

Ein Handbuch der Gartenpflanzen, wie es noch keines gegeben hat – für Gärtnerinnen, Landschaftsarchitekten, Profis und Enthusiasten und für Bibliophile. Verfasst von Urs Lüscher.


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