Hier präsentieren wir eine Auswahl aus den über 4000 Pflanzen des Buches «Plantae».
Über die Suchfunktion oben rechts (versteckt hinter den drei Querstrichen) oder die Hashtags am Ende jedes Pflanzenporträts können gezielt Arten mit bestimmten Eigenschaften gefunden werden.
Sequoia sempervirens
Küstenmammutbaum | Küstensequoie | Redwood

Junge Pflanzen sind frostempfindlich und müssen in unseren Breiten zwingend vor strengem Frost und austrocknenden Winden geschützt werden. Aufgrund der zu erwartenden Wuchshöhe ein imposanter Parkbaum oder ein Gehölz für Seeuferanlagen und Arboreten.
Das natürliche Verbreitungsgebiet erstreckt sich in einem etwa 700 km langen und 10–60 km breiten Streifen entlang der nordamerikanischen Pazifikküste (südlicher Teil von Oregon und Kalifornien). Die Küstensequoie kommt von Meereshöhe bis auf ca. 900 m ü. M. vor. Forstlich wird diese Art auf den britischen Inseln, in Portugal und auf der Krimhalbinsel sowie in Australien und Neuseeland z. T. grossflächig angebaut bzw. genutzt. Diese Gattung wurde 1843 nach Europa eingeführt und erhielt ihren Namen nach Sequoyah (George Guess, um 1770–1843) aus dem Stamm der Cherokee, der für sein Volk eine Laut-Silben-Schrift erfand.
Der immergrüne, einen durchgehenden Stamm und eine schlank kegelförmige Krone ausbildende Nadelbaum gehört zu den höchsten Bäumen der Erde: Es werden über 110 m (!) in der Höhe und über 5 m Stammdurchmesser (!) erreicht. Auch bei den höchsten Exemplaren überschreitet die Breite aber die 20-m-Grenze nicht. Die grössten in Amerika stehenden Exemplare (75–112 m) wurden zum Nationaleigentum erklärt. Auch die Lebenserwartung ist gigantisch: So werden regelmässig 1000 Jahre erreicht, es sind aber auch über 2000-jährige Exemplare unter ihnen. Einmal etabliert, eine schnell wachsende Konifere.
Sequoia sempervirens bildet zwei Blattformen aus: etwa 6 mm lange, unterseitig gekielte, an den Trieben spiralig angeordnete Schuppenblätter sowie 1–2 cm lange, oberseits dunkel-, auf der Unterseite graugrüne und im Querschnitt flache Blätter bzw. Nadeln, die etwas an unsere Eibe (Taxus baccata) erinnern. Auf der Unterseite sind zwei helle Spaltöffnungsstreifen sichtbar. Die Nadeln stehen an den Langtrieben meist spiralig, an den Kurztrieben jedoch in der Regel zweizeilig; an den jungen Ästen sind diese auch kürzer. Die Lebensdauer der Nadeln beträgt 3–4 Jahre.
Die jungen Triebe sind dunkelgrün gefärbt, schlank und im Querschnitt rundlich. Die alte Borke ist rotbraun gefärbt, langfaserig und tiefrissig; sie kann bis 30 cm (!) stark werden, löst sich in langen Streifen vom Stamm ab und ist zudem schwer brennbar (Schutz vor Waldbränden). Die kleinen Blüten erscheinen im Winter, und die hängenden, bemerkenswert kleinen Zapfen (Früchte) werden nur bis 3 cm lang. Wenn sie sich öffnen, übergeben sie die darin enthaltenen Samen dem Wind, der diese verbreitet.
Das Holz enthält keine Harzkanäle und gehört aufgrund der Dimension, Dauerhaftigkeit und seinen Eigenschaften zu den besten Nutzhölzern überhaupt. Es lässt sich gut bearbeiten und neigt kaum zu Rissen, d.h. schwindet wenig in der relativ langen Trockenphase; zudem ist es ausserordentlich langlebig; selbst bei Bodenkontakt. Das schmale, weissliche Splintholz hebt sich deutlich vom hell- bis dunkelroten Kernholz ab. Im Handel wird dieses Holz als Redwood bezeichnet. Das Wurzelsystem besteht aus zahlreichen kräftigen und weit reichenden, oberflächennahen Seitenwurzeln. Es wird kaum eine Pfahlwurzel ausgebildet.
Ein sommerkühler und wintermilder Standort auf einem tiefgründigen, frischen bis feuchten, aber dennoch gut drainierten und nahrhaften sandig-kiesigen Lehmboden mässiger Azidität (pH-Wert 5–6,5) ist für die Küstensequoie am besten. Ideal sind Standorte, die eine hohe Luftfeuchtigkeit aufweisen (Küstennebel).
Junge Pflanzen sind frostempfindlich und müssen in unseren Breiten zwingend vor strengem Frost und austrocknenden Winden geschützt werden. Aufgrund der zu erwartenden Wuchshöhe ein imposanter Parkbaum oder ein Gehölz für Seeuferanlagen und Arboreten.
Die Küstensequoie war im Tertiär auch in unseren europäischen Wäldern heimisch und gehört zu den Braunkohlebildnern. Möglicherweise ist diese Gattung im frühen Tertiär durch Bastardisierung zwischen Metasequoia und einem ausgestorbenen Zypressengewächs entstanden.
Eine von 4000 Pflanzen aus dem Nachschlagewerk PLANTAE.
Ein Handbuch der Gartenpflanzen, wie es noch keines gegeben hat – für Gärtnerinnen, Landschaftsarchitekten, Profis und Enthusiasten und für Bibliophile. Verfasst von Urs Lüscher.
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