Hier präsentieren wir eine Auswahl aus den über 4000 Pflanzen des Buches «Plantae».
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Sequoiadendron giganteum
Bergmammutbaum | Mammutbaum | Riesenmammutbaum | Sierra Redwood | Wellingtonie

Dieser mächtige und imposante Baum wird gern als Solitär in Parkanlagen, aber auch zur forstlichen Nutzung (Holzwirtschaft) und bei Villen, Landsitzen etc. entlang der Zufahrt als Allee genutzt. Wie bereits angedeutet, sollten junge Pflanzen in den ersten Wintern geschützt werden.
Ursprünglich in einem gut 400 km langen und etwa 20 km breiten Streifen entlang der Westseite der kalifornischen Sierra Nevada in Höhenlagen zwischen 1300 und 2300 m ü. M. anzutreffen; in diesem Gebiet werden auch gern tiefe Täler besiedelt. Sequoiadendron giganteum bevorzugt frische, sandig-lehmige Böden. Heute nur noch in isolierten – unter Schutz stehenden – Einzelpopulationen von 1 bis 1600 ha Grösse, sogenannten Groves, zu finden Dieser Baum wird in Grossbritannien, in West- und Mitteleuropa sowie z. T. auch in der Schwarzmeerregion und in Neuseeland forstwirtschaftlich angebaut. Nach Europa (England und Schottland) wurden Samen vermutlich zwischen 1841 und 1852 gebracht.
Immergrüner, 60–90 m (100 m) hoch wachsender Nadelbaum, der in jungen Jahren streng kegelförmig schlank aufgebaut ist; im Alter wird er breiter und entwickelt eine unregelmässige, offene Krone mit mächtigen Ästen. Der Mammutbaum kann in 1,3 m Höhe gemessen imposante Stammdurchmesser von über 8 m (!) erreichen. Auch die Lebenserwartung ist beeindruckend: So sind 3200-jährige Exemplare bekannt. Der wohl bekannteste Sequoiadendron giganteum, «General Sherman», der im Sequoia National Park steht, wird zwischen 2500- und 3000-jährig geschätzt und gilt als das grösste Lebewesen der Erde. Auch in Europa sind über 50 m hohe Exemplare bekannt.
Die blaugrünen, spiralig angeordneten, pfriemlichen Nadeln sind nicht gekrümmt und liegen meist dem Trieb an; sie werden an den Langtrieben 10–15 mm lang und bis 3 mm breit, an den Seitentrieben bis 6 mm lang, sind ungestielt und scharf zugespitzt. Die Nadeln bzw. Blätter bleiben 3–4 Jahre am Trieb. Die Pflanze ist einhäusig, und die eher unscheinbaren Blüten erscheinen im April/Mai. Die Bestäubung übernimmt der Wind. Die attraktiven eiförmigen Zapfen sind anfänglich grün-, später rotbraun gefärbt; sie reifen im zweiten Jahr und werden 5–8 cm (3–9,5 cm) lang und 2,5–5 cm (6 cm) breit. Die hellrotbraune Borke ist tief gefurcht und längsrissig; sie kann 25–50 cm, ja sogar bis 75 cm stark werden und ist von schwammig faseriger Beschaffenheit. Die Borke ist kaum brennbar und schützt den Baum bei Waldbränden.
In jungen Jahren bildet der Mammutbaum eine Pfahlwurzel aus; später entwickelt er ein weit reichendes Wurzelsystem, das den Oberboden intensiv durchzieht. Im Alter von 1000 Jahren kann er eine Fläche von über 5000 m2 durchwurzeln!
Den englischen Trivialnamen Redwood – analog zum Küstenmammutbaum (Sequoia sempervirens) – verdankt diese Art dem intensiv rot gefärbten Kernholz, das sich in einer mehr oder weniger klaren Linie vom hellgelben Splintholz abhebt. Das zähe Holz ist nahezu harzfrei und gilt als relativ leicht bearbeitbar. Es wird als Bau- oder Möbelholz und wegen der attraktiven Färbung und Dauerhaftigkeit auch als Täfer geschätzt und gilt als weitgehend widerstandsfähig gegen Termiten, Bockkäfer sowie Pilzbefall.
Ein sonniger bis absonniger, vor kalten Winden geschützter Standort auf einem gut drainierten, frischen bis feuchten, tiefgründigen und nahrhaften Sand-Lehmboden hat sich als optimal erwiesen. Die Reaktion liegt bevorzugt im leicht sauren bis neutralen, ggf. auch leicht alkalischen Bereich. Junge Bäume sollten am Anfang vor Wintersonne, Bise und starkem Frost geschützt werden.
Dieser mächtige und imposante Baum wird gern als Solitär in Parkanlagen, aber auch zur forstlichen Nutzung (Holzwirtschaft) und bei Villen, Landsitzen etc. entlang der Zufahrt als Allee genutzt. Wie bereits angedeutet, sollten junge Pflanzen in den ersten Wintern geschützt werden. In den letzten Jahren ist in unseren Breiten ein Triebsterben an Mammutbäumen zu beobachten. Die Pilze Botryosphaeria dothidea (Botryosphaeria-Krebs) und Phomopsis juniperivora (Phomopsis-Triebsterben), die dies verursachen, befallen besonders geschwächte Exemplare, die unter Trockenstress gelitten haben.
Ein Rückschnitt der befallenen Triebe und eine ausreichende Wasserversorgung und Düngung oder ggf. ein Fungizideinsatz (meist nur bei Jungbäumen möglich) bringen Abhilfe. Ein herrliches Gehölz, das, einen geeigneten Standort vorausgesetzt, als Erinnerung an ein denkwürdiges Ereignis gepflanzt für etliche nachfolgende Generationen als lebendes und eindrückliches Denkmal erhalten bleibt.
Eine von 4000 Pflanzen aus dem Nachschlagewerk PLANTAE.
Ein Handbuch der Gartenpflanzen, wie es noch keines gegeben hat – für Gärtnerinnen, Landschaftsarchitekten, Profis und Enthusiasten und für Bibliophile. Verfasst von Urs Lüscher.
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